Tagebuch einer Zivilistin

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    • Tagebuch einer Zivilistin

      Erschöpft lässt sich die hübsche Frau im Schatten zu Boden sinken und lehntsich an den kühlen Stein an. Mit ihrem Lied pfeifend auf den Lippen kramt sieein zerlumptes Buch hervor. Die Seiten selbstgebunden, der Ledereinbandzerschlissen und dreckig. Mit Geduld versucht sie die beschriebenen Seiten zulesen doch kann kein Wort entziffern. Schon zu verwaschen sind die Buchstabenund Sätze des vorherigen Besitzers. Irgendwann reißt sie die Seiten heraus,faltet sie zusammen und legt sie zur Seite ehe sie aus dem Feuer ein kleinesStück angekohlten Stock zieht und wartet bis die Glut erlischt ist.
      Mit genau diesem Stöckchen beginnt sie nun in das alte Buch zu schreiben.



      Was für eine abgefuckte Scheiße hier... Ich weiß nicht wo meine Familie istund ich sitze hier fest. Ich habe ein paar Stunden nachdem ich aufgewacht binein Zelt gefunden. Der vorherige Besitzer saß darin und unter seiner Hand lagdieses Buch. Ich hab ihn rausgezerrt und begraben. Man war das eine ScheißArbeit hier zu graben. Entweder Wurzeln oder Steine oder irgendwelcheMistviecher die einen anfallen! Ameisen!! Ameisen so groß wie ein verfickterDackel!! Wo zur Hölle bin ich hier gelandet. Eine dieses dieser drecks Dingerhat mich erwischt. Die Beißklauen die diese Dinger haben sind echt verfluchtscharf... Ich hab einen großen Schnitt an meiner rechten Wade. Super Bedingungenhier gleich mal zu überleben. Ich bin froh dass ich schon fünf Pfeile hatte umdieses Ding dann zu töten. Irgendwie brennt dieser Biss immens... Es siehtunschön aus und es tut höllisch weh. Ich werde das irgendwie... Loswerdenmüssen... Irgendwie… Und die einzige Idee die mir einfällt, ist diese ganzeScheiße auszubrennen… Heute warte ich noch ab, wenn sich keine Besserung zeigtbleibt mir nichts anderes über. Ich brauch nur etwas das ich Heiß machen kann,das Holz geht nicht. Ein Stein weiß ich nicht. Höchstens die blanke Glut, aber…Ob das klug ist mit der blanken Glut, ich denke die brennt sich tiefer ein alses mir lieb ist… Na mal sehen…

      Ach!

      Ich wurde beklaut! Hier gibt es so kleine hinterlistige Stacheldinos die michbeklauen! Diese kleinen Kröten stehlen mir immer wieder meine Pfeile. Als wennsie genau wüssten dass ich dann Schutzlos ausgeliefert bin. Kleiner dreckigerAbschaum. Erst muss ich mich mit alten beißenden Opas rumschlagen, mithässlichen Trullen, und nun? Diebische Dinosaurier… Und das schlimme ist… Mirweicht diese hässliche Ratte nicht mehr von der Seite. Er hat sich die Beerengeklaut, die ich bei mir trug, und jetzt bettelt es ständig nach neuen. Ich werdenoch wahnsinnig! Wenn der nicht bald aufhört mir hinterher zu laufen undständig hier herum zu kreischen, dann werde ich ihn noch erschießen.
      Kleine hässliche Ratte… Blödes Misstvieh… Bestiehlt mich hier… Aber… Auchwenn ich es nur ungern zu gebe. Gesellschaft ist irgendwie ganz okey, ich habejemanden zu streiten. Wenn schon Marcus nicht hier ist… Ich hoff ihnen geht esgut. Ich mach mir Sorgen… Und, diese kleine Ratte hat einen Vorteil. Sie fängtdie anderen Ratten wenn sie mir zu nahe kommen oder mir gar etwas stehlen.Vielleicht ist dieses nervige Ungeheuer ja gar nicht so schlimm sondern könntemir noch nützlich sein. Notfalls als Ablenkung wenn ein Raptor kommt. Stimmt!Ich hab Raptoren gesehen!! Alter hatte ich eine Angst. Es waren drei, vierStück. Und so seltsame Vögel.

      Ich dachte erst sie wären ganz in Ordnung, doch dann haben sie so eine fetteEidechse gefressen. Die haben sie zu dritt regelrecht zerfetzt. Die Schnäbelrissen riesen Fleischfetzen heraus und mit ihren Krallen gruben sie sich tiefin den Körper des Opfers… Ich bin echt am Arsch hier. Aber es gibt hier auchangenehme Tiere, zum Beispiel Bertha. Ein riesiger Dino. Er hat zwei gehörnteHöcker auf dem Rücken und irgendwie überall so eigenartige Borsten. Berthascheint Pflanzen und Beeren zu fressen. Sie geistert hier immer irgendwo in derNähe herum. Bisher hat sie mir noch nichts getan, aber ich bin auch nicht ansie Ran gegangen. Nur immer in einem Mindestabstand von zwanzig Metern.

      Hier ist alles so Fremd… Es gibt Tiere die ich noch nie gesehen hab… RiesigeWüstenrennmäuse… Eine eigenartige Giraffenart, Diebische Dinos, Fleischfressende Vögel, beeindruckend große Wildschweine, verflucht große Ameisen dieeinen Dackel übertrumpfen… Und nicht nur das, nein, sogar der Himmel ist mirfremd. Kein großer Bär, kein Polarstern, kein großer Wagen… Nichts woran ichmich orientieren könnte. Nicht einmal der Mond wirkt wie unserer.
      Ich hoffe ich finde Ian und Marcus schnell. Ich weiß, sie können auf sichaufpassen… Aber dennoch sind wir gemeinsam stärker. Ich frage mich ob hier nochmehr Menschen leben, vielleicht sogar in diesen eigenartigen leuchtendenDingern. Sowas hab ich noch nie gesehen. Gigantisch große Hochhäuser.

      Meine Unterkunft steht auch schon. Wenn man es so nennen kann. Ich habe mir einpaar Äste zusammen gebunden und hoffe, dass es zumindest kleinereFleischfresser von mir fern hält. Wenn es hier auch so etwas wie einen T-Rexgibt, dann bin ich wirklich im Arsch. Dann kann ich ins Meer springen und hoffen,dass dieses Ding nicht schwimmen kann und mich kein Haifisch frisst. Ich habüberall Prellungen und Schürfwunden. Und diesen verdammten Splitter habe ichimmer noch nicht aus meiner Hand raus. Verfluchter Misst hier… Dad wo bist dunur, wo seit ihr zwei…? Das ist das erste Mal seit langem dass ich ein Gefühlvon Angst habe… Seitdem Wolf mich zu sich geholt hatte, kannte ich diesesGefühl nicht mehr. Doch das allein sein macht es schwer, ich hoffe dass hiernoch mehr Menschen leben als ich. Und bitte wenn möglich keine wilden Kannibalen…Hier würde mich nichts mehr wundern.

      Mir tut alles weh. Meine Hände sind aufgeschürft von dem Holz und dem drehender Seile – wenn man diese Dinger überhaupt Seile nennen kann. Der Schiefer inmeiner Hand schmerzt und der Biss an meinem rechten Bein macht mir zu schaffen.Und dann habe ich hier auch noch diese kleine nervige Ratte welche mich ständigan kreischt… Ich hab verfickt nochmal keine Beeren mehr! Ich hab selber Hunger!Blödes Vieh... dann soll es sich eben etwas suchen, das lebt hier schon längerals ich…
      Naja, zumindest habe ich das Zelt, einen alten ranzigen Schlafsack und dasBuch hier gefunden. Und ich kann mit den alten Seiten hier zumindest ein Feueranzünden wenn es kalt wird oder ich mir etwas Fleisch brate. Bisher hab ichalles was ich erlegt habe weggeworfen. Ich hab Angst es zu Essen, was ist wennes giftig ist? Apropos giftig… Man sollte ja bekanntlich nie etwas essen wasman nicht kennt. Ich habe so weiße Beeren gegessen. Anfangs schob ich mir immerganze Hände mit allen möglichen Beeren rein. Doch als ich nur noch die weißenhatte blieb mir nichts über. Die Beeren wirken irgendwie aufbauend. Sie pushenmich förmlich, allerdings hab ich danach umso mehr von diesen anderen Beerenessen müssen um meinem Durst entgegen zu wirken. Ich hätte am liebsten vom Meergesoffen um diesen abartigen bitteren Geschmack los zu werden. Es gibt hier inder Nähe Süßwasser, aber dort sind auch immer wieder Fleischfresser… ich mussmir etwas einfallen lassen um Wasser zu transportieren. Ich kann nicht immerwenn ich Durst habe dorthin gehen, da ist es zu gefährlich… Scheiße man… Ichbin im Arsch…

      Aber gut – genug gejammert. Wenn es mir gut geht, kann ich nach den anderensuchen. Erst einmal ist das Wichtigste sicher zu sein. Ich brauch bessereWaffen um mich gegen diese seltsamen Riesenvögel zu wehren. Ich habe schongeschafft drei Steine mit diesen Pflanzenfasern zu verbinden. Aber ich treffenie mein Ziel oder sie prallen einfach nur ab anstatt sich um den Baum zuwickeln. Vermutlich gehört da mehr dazu als sie einfach nur anzubinden… ImFernseher sah das immer so leicht aus…

      Ich darf nur das wichtigste nicht vergessen…
      Leben!



      Mit diesen Worten schließt die junge Frau das Buch und legt sich gegenüberihres Schlafsacks. Denn schließlich lag dieser Dieb auf dem Schlafsack welcherihr nicht mehr von der Seite wich. Noch in Gedanken versunken betrachtet sieden Sternenhimmel und lächelt bei dem Gedanken daran als sie sich zusammen überden Mond und die Sterne unterhielten. Als sie zusammen bei Corba standen unddort den Sonnenuntergang, sowie den Mondaufgang beobachten konnten. Seufzend ziehtsie ihre Beine an sich und versucht die Wärme ihres Körpers zu nutzen und zu speichern.
    • Eine Blutspur zieht sich von der Wasserstelle über den trockenen Boden bis hin zu einer Felswand. Es ist keine lebensgefährliche Menge - aber dennoch deutlich sichtbar das es eine schwere Wunde sein muss. Der lederne Einband des Tagebuchs ist blutig. In dem Buch sind die letzten Seiten geöffnet und ein blutiger Abdruck ist nach ein paar Zeilen zu sehen. Dort steht folgendes:

      Höckerechse - Pflanzenfresser - Harmlos
      Ratte - Pflanzenfresser - Diebisch !!!!
      Rennmaus - Pflanzenfresser - Harmlos - leichte Beute
      Känguru - Pflanzenfresser - Harmlos - Achtung, nicht im Weg stehen!
      Raptoren - Fleischfresser - Vorsicht !!
      Riesen Vogel - Fleischfresser - Vorsicht !!
      Ente - Harmlos - nicht zu jagen weil flüchtet
      Schmetterling - Harmlos - nicht zu jagen weil flüchtet
      Riesen Giraffendino - Pflanzenfresser - Vorsicht vor den Füßen !
      Sprinter - Harmlos - extrem schnell


      ein Bluttropfen grenzt die folgende Zeile förmlich vom Rest ab.

      Wildschwein - Fleischfresser - Vorsicht !!

      So liegt das Buch auf dem bedürftig gebauten Holzboden.
      Daneben sitzt die junge Frau im Schatten und flucht hörbar vor sich hin. "Verfickte Scheiße! Du dreckiges Miststück. Wenn ich dich erwische, ich zieh dir bei lebendigem Leibe deine fettige Schwarte vom Leib!" hört man sie murmeln. Neben ihr liegt im Feuer ein metallener Gegenstand. Um den rechten Oberschenkel sieht man ein Stückstoff mit einem bündel an Fasern befestigt welcher sich bereits rot gefärbt hat. "Fick dich du elendes Mistvieh." flucht sie murmelnd vor sich hin. Noch nicht einmal die Ratte kommt ihr im Moment zu nahe - selbst diese hält im Moment lieber Abstand.

      Nach einiger Zeit des Holz nach legens und pustens umwickelt sie das Metallstück mit ein paar Fasern ehe sie es aus der Glut zieht. Zum Vorschein kommt eine verbogene Schere welche sicherlich schon bessere Zeiten gesehen hatte. Kurz überprüft sie die Hitze in dem sie einmal drauf Spuckt. Sofort faucht das Metall zwischen zurück und sie steckt es noch mal für einen Moment in die Glut. "Boha ey... Verfickte Scheiße.. Wieso ist keiner von euch hier? Jetzt muss ich das auch noch selber machen..." faucht sie vor sich hin während sie sich hinlegt und lang streckt um an ein Stück Holz zu kommen bevor sie wieder ihre Ursprungsposition einnimmt. Unsicher betrachtet sie den improvisierten Verband sowie die alte Schere in der Glut. "Fuck ey.." sagt sie leise noch bevor sie das Holz zwischen die Zähne nimmt und die Schere erneut aus der Glut holt. Mit der rechten Hand öffnet sie den Verband und bereits wieder beginnt es zu bluten. Ihr Körper reagiert auf das bevorstehende und durchflutet diesen bereits wieder mit Adrenalin. Doch noch ehe sie der Mut verlassen konnte und sie auf den Gedanken kam zu kneifen drückt sie das glühend heiße Metall auf ihre Wunde und kreischt erstickt gegen das Holzstück während sich ihre Zähne darin verewigten.

      Der Geruch von verbranntem, süßlichem Fleisch steigt ihr in die Nase und ihr Körper zittert von Kopf bis Fuß. Nach einem schier endlosen Augenblick nimmt sie die alte Schere runter und wirft sie gegen die Felswand. Sie lässt sich rücklings umfallen und mit einem Brüller wirft sie das Holzstück der Schere hinterher. Leise wimmert sie verzweifelt und die Tränen graben sich ihren Weg durch das von Dreck bedeckte Gesicht. Eine weiße Spur hinterlässt die flüssige Verzweiflung und sie starrt an die blanke Felswand über ihr. "Dad.. Wo seit ihr.. Ich brauch euch hier.. Ich schaff das verdammt nochmal nicht alleine.." flüstert sie leise wimmernd und legt ihre Hand auf die schmerzende Wunde des Hauers. Durch die Erschöpfung der Hitze, der Verzweiflung sowie der Wunde schläft die junge Frau langsam ein.

      Diesmal war niemand hier der Wache hielt, keine sichere Gewissheit dass einem nichts passieren würde, und dennoch konnte sie der Erschöpfung nicht mehr trotzen und ihr Körper holt sich was er brauchte.
      Nur der kleine Dieb war dort und hielt eisern Wache während sie auf dem blanken, blutigen Holzboden lag und vor Erschöpfung schlief.

    • Als Valeria die Augen aufschlägt ist es bereits späte Nacht. Noch etwas benommen blinzelt sie ein paar mal und schüttelt den Kopf leicht ehe sie sich an die Stirn fasst und sich aufrichtet. So wie sie sich hinsetzt wird sie schon von ihrem Begleiter mit einem Kreischen begrüßt. "Halt die Klappe du Ratte.." brummt sie zurück und das Tierchen hüpft - scheinbar freudig. Genervt seufzend verdreht sie die Augen und versucht aufzustehen.
      Schmerzhaft wird sie an den Zwischenfall mit dem Schwein erinnert und bleibt lieber sitzen. Wieder kramt sie ein Kohlestück aus dem Rest des Lagerfeuers und beginnt zu schreiben.

      Raptoren... Überall verfluchte Raptoren... Irgendetwas hier macht mich schlagartig müde.. Ich hab keine Ahnung was los ist. Von einer Minute auf die andere werde ich tot Müde. Aber gut, zum Glück ist mir das nur hier passiert. Ich weiß nicht wie lange ich nach diesem Zwischenfall geschlafen hab, ich hoffe nur ein paar Stunden und nicht einen ganzen Tag. Ach verdammter Misst.

      Ich habe noch ein bisschen Holz zusammen gesammelt, aber das Bein macht es schwer. Und als ich auf dem Rückweg war wurde ich von einem Raptor überfallen. Blödes Vieh. Ich hatte zum Glück eines dieser Wurfdinger. Ich bin auf die Idee gekommen sie für den Bogen zu bauen und so ist es bei weitem einfacher. Zum Glück! Ansonsten wäre ich vermutlich schon tot. Ich traf damit die Beine des Raptors. Anschließend stolperte er und landete auf der Schnauze. Er brauchte ein paar Minuten bis er raus kam, aber das waren zum Glück genug um mit meinem verletzten Bein weg zu kommen. Ich hab ihn an meinem Zaun getötet. Er biss wütend immer wieder in die Holzstreben und versuchte sich durch die Lücken zu zwängen. Verdammt hielt der viel Pfeile aus. Anschließend waren da noch vier Raptoren.

      Ich denke dass sie meiner Blutspur gefolgt sind. Hier muss es für Fleischfresser riechen als wäre es das reinste Paradies. Somit ja dann das vierte Paradies? Ey nee, hör auf damit Valeria. Das brauchst du jetzt nicht auch noch. Ich hab die Dinger durch meine Wand beobachtet und mir ist aufgefallen wer der Anführer dieser Gruppe ist. Sie laufen scheinbar unauffällig umher bis einer das Signal zum Angriff gibt. Er hetzt die Beute los und alle anderen stürzen sich darauf. Nun ja, so waren es nur noch vier - von Fünf. Meine Hände zitterten durch das Adrenalin das durch meine Adern schoss und meine Muskeln zum äußersten trieb. Ich überlegte mir wie ich diese Dinger loswerden kann... So wird der Jäger zum Gejagten. Diese kleinen Misstviecher haben den schwarzen Fuchs eindeutig unterschätzt. Ich rappelte mich nach meinem ersten Schock wieder auf, rüstete mich und kletterte den Fels nach oben. Der erste fiel auf meine Falle rein und versuchte die Wand hoch zu kommen - er war ein leichtes Spiel. Der dritte ... Dieser Bastard ... Ich spielte das selbe Spiel wieder - doch scheinbar sind diese Dinger so klug wie sie in Jurassic Park wirken... Er hatte den Fehler seines Kollegen beobachtet und analysiert. Er lief im Zickzack auf mich zu und suchte sich blitz schnell einen einfacheren Weg um dort hoch zu gelangen. Verkackte Scheiße! Er war so schnell das ich kaum reagieren konnte als er schon vor mir stand. Ich schaffte es gerade noch eins von diesen Dingern zu werfen und ihn zum Fall zu bringen. Doch... Ich hatte nicht mit so viel Pech gerechnet. Anstatt dort oben liegen zu bleiben fiel er nach vorne und genau von der Kante in mein Zaun rein. Er kämpfte noch mit den Fesseln und ich versuchte ihn zu treffen, doch so schnell schaute ich nicht als er Frei war und mir mit seinem Schwanz eine mitgab.

      Diese kleine Ratte... Sie hat mir heute tatsächlich das Leben gerettet.
      Als ich keuchend am Boden lag und noch hoffte das keine Rippen gebrochen waren stürzte sich dieses kleine wahnsinnige Tierchen auf den Raptor und legte sich mit ihm an! Durch die Wendigkeit versteckte sich meine Ratte unter dem Tisch und biss ihn immer wieder in die Füße. Als er endlich in Bissreichweite kam huschte sie wieder nach draußen und griff ihn von hinten an. Der Raptor riss den Kopf nach oben und kreischte schmerzhaft auf und die kleine Ratte sprang ihm auf den Rücken. Ich traute mich nicht die Sehne los zu lassen aus Angst meinen kleinen Freund zu treffen. Doch irgendwann endete auch seine Glückssträhne und der Raptor erwischte ihn am Schwanz und riss ihn von sich runter. Die Aktion hinterlies gewaltige Kratzer auf seinem Rücken und ich nutzte meine Chance als er sich aufbäumte. Ich streckte mich schnell vor, packte mir den Speer und kroch wieder zurück. Als Ratte in der Ecke lag und sich unter den Holzboden verzog rannte dieses blöde Vieh auf mich zu. Ich hatte tatsächlich richtige Angst, nicht vor dem Tod - nein. Sondern davor langsam zu sterben. Doch wie es schien war Tyr mir wohl gesonnen! Der Raptor setzte zum Sprung an und ich riss den Speer nach oben. Leblos sackte der kalte Körper auf mir zusammen und ein letzter Schnapper ging knapp vorbei. Langsam entwich dem toten Raptor der letzte Atem und das Blut tropfte aus seinem Maul auf mein Gesicht sowie meinen Brustkorb.

    • Ich glaub ich war kreide bleich als ich mich unter diesem Kadaver hervor hievte. Ich hab keine Ahnung wie schwer so ein dummes Ding ist, aber es wog mindestens 80 Kilo. Ich sah sofort nach meinem kleinen Freund. Seine Wunde war nicht zu dramatisch und er kroch wieder aus seinem Versteck heraus. Ich legte ihm eine extra große Portion an Beeren hin und kraulte die kleine diebische Ratte unten am Hals. Scheinbar gefiel es ihm. Den vierten schnappte ich und Ratte uns draußen. Durch meine Adern rauschte die körpereigene Droge und ich war im Jagdfieber. Ich wollte sie haben, niemand jagt mich! Bewaffnet mit Pfeilen, zwei Speeren und ein paar Wurffesseln schlichen wir nach draußen. Mein kleiner Dieb ging genau so langsam wie ich es tat, als wüsste die kleine Ratte was ich vor hatte. Ich versuchte ihr zu sagen sie solle warten, doch das dumme Ding ging immer noch hinter mir her. Also ... Es blieb nichts anderes über, dann war sie eben mit bei der Jagt.

      Wir schlichen über den kahlen Boden und ich beobachtete meine Beute durch die Felsen hindurch. Der grüne Raptor tapste scheinbar Ziellos umher und schnappte immer mal wieder nach Insekten die an ihm vorbei flogen. Scheinbar war ihm Langweilig. Als wir nah genug waren begann ich die Fesseln zu schleudern und er bemerkte uns. Er schrie und rannte auf uns zu. Ich warf! Daneben!! Hektisch holte ich erneut eine Fessel raus - doch diesmal für den Bogen. Ich legte an, zielte und lies die Sehne singen. Treffer !! Der Rest war ziemlich gemein. Ich rannte auf den Raptor zu und rammte ihm im Sprung den Speer in die Flanke. Liegend quietschte er auf und ich nahm den zweiten in beide Hände. Ratte kam auch angerannt und hechtete sich auf unser Opfer. Der nächste Speer traf erneut die Flanke und auch dieser Steckte fest in seiner Seite. Das Tier brüllte erneut auf und Blut rann aus seinem Mundwinkel. Er hatte die Fesseln gelöst!
      Ich sprang ein Stück zurück und rannte ein paar Schritt. Mein Bein merkte ich nicht, das Adrenalin betäubte jeglichen Schmerz den ich hätte spüren müssen. Meine Sinne waren bis aufs äußerste geschärft und meine Muskeln zum Zerreißen angespannt. Doch durch die zwei Speere war das Tier schon sehr geschwächt, er versuchte nicht anzugreifen - er wollte flüchten. Doch nicht mit mir ! Ich schoss ihm noch drei Pfeile in den Rücken als er Ratte abwarf und versuchte abzuhauen. Nach wenigen Metern sackte er schwer atmend zusammen. Ich ging zu ihm rüber, zog einen der Speere heraus und rammte ihn diesen direkt in den Hals. Anschließend zog ich ihn wieder heraus und lies das Tier ausbluten. Mit jedem Herzschlag sank seine Lebenskraft. Mein Jagdgeist war geweckt. Der Anführer des Rudels schien das ganze Spektakel beobachtet zu haben... Er stand auf Entfernung auf einem Felsen und sah nur zu. Als er merkte, dass ich seinem Begleiter den letzten Stoß versetzte, klackerte er schnurrend und kreischte bevor der rote Raptor in der Abendsonne verschwand. "Lonely..." sagte ich leise und sah noch eine Zeit lang hinterher. Lonely.. Genau so alleine unterwegs wie ich nun.


      Ich habe das Gefühl.. Unsere Wege werden sich noch einmal kreuzen - und dann wird er nicht nur zusehen wie ich sein Rudel töte. Ich werde mein Zaun verstärken. Er wird wieder kommen, ich habe so ein Gefühl das dieser Kampf noch nicht zu Ende ist. Und wenn er zurück kommt bin ich bereit.

      Nachdem ich wieder zurück war und den Kadaver soweit zerlegt hatte wie es mit einer stumpfen Steinaxt nur möglich ist, habe ich mir das erste mal Fleisch gebraten.
      Von Jäger zu Jäger. Ich dankte Skadi still für ihren Beistand und biss genüsslich in das Raptorenfleisch. Es schmeckte... Ja wie schmeckt es denn? Wie..? Eidechse? Also wie Eichhörnchen nicht, auch nicht wie Hühnchen. Ich glaube eine Mischung aus Wolf und Echse. Naja, egal. Es war jedenfalls lecker. Ich versuche den Rest morgen in die Sonne zu hängen, vielleicht schaff ich es ein wenig Trockenfleisch zu machen. Ich hab zwar kein Salz, aber irgendwie muss das ja auch gehen. Aber erst einmal werde ich schlafen, oder es zumindest versuchen. Die letzte Nacht war sehr kurz. Bei jedem Geräusch schreckte ich wieder auf. Morgen geht es weiter.


      Erschöpft klappt sie den schlaffen ledernen Einband über die bedürftigen Papierseiten und legte das Buch neben das Bettgestellt auf welchem ihr Schlafsack liegt. Gähnend streckt sie sich als man von unten ein gedämpftes beinahe bedrücktes quietschen vernimmt. Seufzend rappelt sie sich wieder auf und sieht nach unten. Unter dem Absatz stand das kleine Tierchen und versuchte verzweifelt nach oben zu kommen. Einerseits erfreut anderer Seits genervt seufzte sie und kletterte die wackelige Leiter wieder nach unten. Jeder Knochen und jedes Holzstück motzte knarrend hinterher als sie drauf trat und ihr Gewicht wieder verlagerte. "Aber nur Heute!" sagte sie dem kleinen Dieb und hob ihn auf die Erhöhung in ihrer Unterkunft. Schnaubend kletterte auch sie wieder nach oben und legte sich ins Bett. Sofort rollte sich das kleine Tierchen an sie gekuschelt zusammen und schnaufte einmal tief aus. Unsicher legt sie ihren Arm um ihren kleinen Freund und bemerkt das die vermeintlichen Stacheln nur stärkere Haare sind. Ein wenig Lächelnd legt sie ihren Arm auf dem kleinen Tierchen ab und schließt die Augen. "Gute Nacht Ratte." flüstert sie leise und sich vollkommen unbewusst das sie mit einem Dino sprach.
    • Angeschlagen und erschöpft liegt Valeria im Schatten an den kühlen Fels gelehnt. Ihre Ratte liegt zusammen gerollt neben ihr und genießt die Streicheleinheiten welche es hin und wieder bekommt. Seufzend sieht Valeria auf die andere Seite und verdreht genervt die Augen. Denn genau dort lag noch eines dieser Wesen. Dies sah sie an und stupste sie bettelnd mit der Schnauze an "Super.. Jetzt hab ich mich schon wieder verschrieben... Doofes Ding..." motzt sie vor sich hin und nimmt einen tiefen Atemzug um nicht die Nerven zu verlieren.

      Ich sitze hier irgendwo.. Irgendwo im Nirgendwo. Auf so einem verkackten Land. Ich bin die Küste entlang und sehe abgesehen von dem Festland nur Wasser. Das Wasser ist salzig, es lässt mich drauf schließen, dass das ein verficktes Meer ist... Wie zur Hölle bin ich hier her gekommen..? Ich hab Kopfschmerzen, mein Bein schmerzt vom Hauer des Schweins sowie von der blöden Riesenameise. Mir setzt die Hitze extrem zu. Tagsüber traue ich mich kaum noch lange raus und Nachts über kommen die Räuber aus ihren Verstecken und Höhlen. Denn scheinbar sind wir uns einig was die Hitze betrifft. Ich sehe von Tag zu Tag schlechter, ich weiß nicht mal welche Farbe die neue Ratte hier hat. Nur dass sie anders Aussieht wie meine Ratte. Die Beeren werden immer schwerer zu unterscheiden, und ich glaube eine Art davon macht müde. Ich glaube daher hab ich immer diese Müdigkeitsanfälle. Ich probiere inzwischen die Beeren zuvor bevor ich sie esse. Ich weiß das ich die bitteren auf keinen Fall essen darf, die einen machen Müde und die anderen durstig.

      Und wenn es wirklich ist, sogar meine Ratte meidet die Schwarzen und die Weißen. Scheinbar wissen die Tiere dass diese Beeren nicht gesund sind. Ich hab mir heute den Schiefer aus der Hand geholt, war zwar ziemlich schmerzhaft, aber er ist draußen. Ratte und ich waren ein wenig unterwegs, nicht weit - das trau ich mich mit meinem Bein im Moment nicht, aber dennoch ein wenig die Gegend im Blick halten schadet nicht. Schließlich muss ich mein Revier gegen diese nervigen Raptoren verteidigen. Ich habe meinen Zaun ein wenig verstärkt und Knochensplitter daran befestigt welche ich gefunden hatte. Und ich fand einen dieser toten Schmetterlinge. Als ich versuchte diesem toten Tier das Chitin vom Körper zu reißen drückte ich scheinbar aus versehen auf den Hinterleib. Es kam eine eigenartige Flüssigkeit heraus welche einem Faden gleicht. Ich glaube ich habe es hier mit einer art Seide zu tun, wie von der Seidenspinnerraupe. Ich denke ich nehme das ganze Zeug hier mal mit, vielleicht kann ich damit noch feinere Kleidung machen als dieses kratzige Zeug aus Pflanzen. Es juckt überall.

      Ich beobachtete einen Wolf wie er sich mit zwei von diesen Höckerechsen anlegte. Der Kampfgeist und die Aggressivität des Räubers war beeindruckend. Durch seine Wendigkeit schafften es die behäbigen Pflanzenfresser nicht ihn zu treffen. Es dauerte bestimmt eine halbe Stunde als beide dieser großen Tiere von ihm gerissen wurden. Aber auch der Wolf hinkte nach dem Kampf, dennoch denke ich das es sich für ihn gelohnt hat. Ich frage mich warum der weiße Wolf hier alleine war... Sind diese Urzeittiere vielleicht Einzelgänger?
      Ich glaube dem schwarzen Wolf hätte der Anblick gefallen. Wie gern würde ich ihm davon erzählen...

      Ich scheine hier tatsächlich alleine zu sein. Ich fand bisher noch keine einzige Spur von Zivilisation. Nichts und niemanden - nur unzählige Dinosaurier und Urzeittiere. Ich habe nochmal angefangen ein wenig Knochenleim herzustellen. Um den Zaun noch ein wenig mehr zu verstärken. Ich habe wirklich Bedenken hier sicher zu sein. Diese Wölfe haben eine Schulterhöhe von Locker 1,20-1,50. Beeindruckende Tiere, aber auch einschüchternd. Ich glaube mein geringstes Problem sind die cleveren Raptoren, die kann ich austricksen. Aber wie trickse ich einen hungrigen Wolf aus der meinen Zaun in Stücke reißt? Ich schaffte es von einem Kadaver eines Wolfes ein wenig Fell abzuziehen. Es ist zwar ziemlich zerschlissen, aber was soll ich auch anderes machen - mit einer Steinaxt. Ach!! Apropos Steinaxt. Ich werde heute mal versuchen, nachdem ich ein wenig Wolfsfleisch gegessen habe, mir aus diesen Chitinplatten etwas zu bauen. Der Panzer ist extrem robust, vielleicht schaffe ich es mit diesen Platten feiner zu schneiden. Ich hoffe nur das dieses Wolfsfleisch noch genießbar ist. Ich weiß nicht ob ich noch den Unterschied zwischen ungenießbar und gut schmecke. Das einzige was ich im Moment schmecke ist Bitter und Sauer. Bitter aber auch hauptsächlich weil die Zunge ein eigenartiges Gefühl bekommt, beinahe wie betäubt. Und Sauer brennt minimal. Ich merke förmlich die Säure auf meiner Zunge. Ich muss versuchen mir eine Schutzbrille zu machen. Vielleicht schaffe ich es mit Perlmut ein wenig etwas zu bauen. Notfalls muss ich mir eine Stoffbrille bauen um mich vor dem Sand und der Helligkeit zu schützen.

      Aber eine Sache ist hier tatsächlich sehr faszinierend, die Tiere ignorieren mich inzwischen komplett. Pflanzenfresser scheren sich keinen Dreck mehr um mich während ich an ihnen vorbei gehe. Aber genau so unachtsam sind sie wenn ich in ihrer Nähe bin. Heute konnte ich mich gerade noch auf die Seite hechten als ein Känguru auf mich zu sprang. Es hätte mich eiskalt überrannt wäre ich nicht zur Seite gesprungen. Ah, stimmt, und dann haben wir hier noch so eine Ratte.

      Als ich meinen kleinen Freund fütterte bemerkte es scheinbar dieser kleine Dieb, sprang auf mich zu und klaute uns die Beeren. Ratte und der Neuling bekamen sich richtig in die Wolle, aber jetzt sind sie sich scheinbar einig... Und ich wurde nicht gefragt. Jetzt hab ich zwei von diesen Kreischern. Das nächste Vieh was mir hinterher läuft erschieße ich eiskalt!
      Ratte versteht inzwischen wann sie warten soll. Wenn ich ihm einen Befehl gebe und meine Hand hebe wartet er. Es ist ganz gut, glaube ich. Vielleicht schaffe ich es noch ihm bei zu bringen, dass er irgendwo bestimmtes hingehen soll. Ich trainiere schon immer wenn es geht, aber sie ist einfach zu dumm. Ich glaube ich muss die Verfressenheit ausnutzen.

      Zum weiteren konnte ich beobachten wie einer dieser Schmetterlinge von einem Raptor angegriffen wurde. Panisch schlug das Insekt mit den Flügeln und der Raptor schüttelte plötzlich den Kopf und keuchte. Scheinbar sonderten diese Insekten irgendetwas ab sobald man sie bedrohte oder angriff. Bisher haben sie mir noch nichts getan, selbst wenn ich an ihnen vorbei gehe. Aber ich möchte es auch gar nicht erst ausprobieren. Ich bin eine Zeit lang so einer seltsamen Robbenechse gefolgt. Was weiß ich wie ich dieses Ding sonst nennen sollte... Es scheint wirklich alles zu fressen. Von Beeren über Fleisch über Aas. Sogar Pilze! Also wirklich alles. Ein eigenartiges Tierchen. Aber sie scheinen friedlich zu sein, auch wenn die Zähne etwas anderes sagten. Bei dem kleinsten Hauch von Gefahr ergreifen die schwer fälligen Tiere die Flucht und rennen um ihr Leben... Notfalls auch ins offene Wasser.

      Wenn es so weiter geht, dann muss ich versuchen mir aus diesen Fasern ein neues Buch zu machen. Ich könnte die Fasern mit Knochenleim verbinden um daraus Papier zu machen. So wie die Ägypter Payrus früher. Es ist sehr interessant die Tiere hier zu beobachten und ihr Verhalten zu studieren. Nachdem ich das mit dem Chitin versucht habe werde ich mich an eine neues Buch wagen. Ein Buch einzig und allein für Forschungen und Beobachtungen.


      Zufrieden nickt sie und schließt das Buch. Misstrauisch sieht sie zu dem neuen Dieb und streichelt nun auch diesen mit einem sanften Lächeln. "Hmm. Und wie nenne ich dich? Ich kann euch ja nicht beide mit Ratte ansprechen.. Mir fällt schon noch was ein." sagte sie mehr zu sich selbst als zu dem Tier und verzog den Mund überlegend während sie mit jeweils einer Hand eines der Tierchen kraulte.
    • Nachdenklich betrachtet die blonde Frau das große Tier und mustert es besorgt. Vor ihr liegt eine Höckerechse welche sie immer Bertha nennt. Seufzend umgeht sie die große Echse und seufzt erneut. "Ach meine Gute... Ich helf dir, aber nur wenn du mich nicht frisst!" sagt sie lächelnd zu dem Tier und nickt entschlossen.
      Nachdem sie die Wunden des Tieres so gut sie konnte versorgt hat setzt sie sich in ihre Unterkunft und beobachtet es durch das Gitter während sie nebenbei ihr Tagebuch schreibt.


      Bertha sieht sehr mitgenommen aus. Sie hatte Probleme mit drei Raptoren... Dieb, Ratte und ich haben ihr versucht zu helfen. Ratte hört inzwischen schon immer besser auf mich. Ich lies ihn die Felsklippe runter und schickte ihn weg, einer der Raptoren wurde auf ihn Aufmerksam und rannte hinter ihr her. Nachdem sie die Fasern um den Körper hatte zog ich sie so schnell ich konnte wieder nach oben und sie blieb hektisch atmend neben mir sitzen. Ich beschoss in der Zeit den Raptor von oben bis er sich mit einem gespickten Rücken zurück zog. Dann war nur noch der hellere Raptor der beiden da. Er hing an Berthas Rücken und biss immer wieder in einen der Höcker. Ich hatte Angst wenn ich schieße dass ich die Höckerechse treffe.

      Also entschloss ich mich von meinem sicheren Felsen herunter zu klettern. Mein Bein schmerzte als ich die steile Klippe nach unten rutschte, und doch konnte ich nicht anders. Der große Pflanzenfresser tat mir leid. Mit einem Pfiff kam auch Ratte sofort hinterher. Dieb wollte scheinbar nicht alleine oben bleiben und huschte auch prompt herunter. Ich konnte ihn gerade noch so auffangen als er mit vollem Elan nach unten rannte. Ich spannte meinen Bogen und Ratte fauchte aggressiv neben mir. Ich nahm einen Stein und warf ihn in Richtung des Kampfes. Ich traf ihn zwar nicht am Kopf, aber am Rücken merkte er es trotzdem. So wie ich ihn getroffen hatte bereute ich auch schon, dass ich so gut werfen konnte. Der Jäger lies von seiner übergroßen Beute ab und wollte sich die einfachere Beute krallen.... Thja !! Bastard!! Rechnung ohne Uns gemacht. Nur weil wir Klein sind heißt das noch lange nicht das wir leichte Beute sind. Der Raptor rannte auf mich zu und ich schoss eine meiner Fesseln ab. Treffer ! So wie ich einen Pfeil in die Sehne legte schnellte Ratte vor. Dieb wirkte unsicher folgte aber dem anderen Tierchen. Die beiden griffen strategisch von hinten an und bissen dem Raptor in Füße und Oberschenkel während ich auf ihn schoss. Gemeinsam erlegten wir das Tier und Bertha sackte hinter dem Raptor zusammen. Schnell eilte ich zu dem großen Tier und näherte mich langsam. Als ich ihr in ihr unbeschreiblich großes und schönes Auge sah, wusste ich das sie mir nichts mehr tun würde, selbst wenn ich sie angreifen würde. Ich rannte so gut ich konnte los und holte meinen bedürftig gebastelten Eimer. Er war nicht dicht, aber er ermöglichte es ein wenig Wasser zu holen. Schnell eilte ich zu ihr und sah mir die Wunden an. Sie waren nicht tief, aber durch den andauernden Kampf war sie erschöpft. Ich weiß nicht wie lange der Kampf ging, als ich zurück kam hatte sie bereits einige Kratz- und Bisswunden davongetragen. Erschöpft musterte mich der große Pflanzenfresser und ich legte vorsichtig sowie mit einem hauch von gesundem Respekt, meine Hand unter ihr Auge. Ihre Haut fühlte sich rau und hart an.

      Verdammt nochmal, ich wusste wie man eine Wunde näht, wie man eine Infusion legt, wie man Brüche schient oder man Kugeln raus holt....
      Aber wie zur Hölle versorgt man eine übergroße Eidechse? Ich entschloss mich nicht einmal daran zu denken das große Tier mit einer Nadel zu pieksen. Also blieb nichts über als ihr Beeren hin zu legen und immer wieder ein wenig Wasser zu geben. Mal sehen, vielleicht geht es ihr morgen besser. Fürs erste ist sie auf der Seite meiner Behausung soweit sicher. Spätestens wenn etwas ist werde ich wach und kann durch den Zaun schießen. Irgendwie bin ich ein wenig besorgt um das große Tier. Auch wenn wir eher ungesprächige Nachbarn waren, so war es irgendwie Alltag geworden an dem großen Pflanzenfresser vorbei zu laufen und "Guten Morgen Bertha" zu sagen. Schon eigenartig was man sich nicht so alles angewöhnen kann. Ich war noch nie so nah an einem Tier dran wie an Bertha heute.... Beeindruckend. Oder.. Eher gesagt an keinem noch lebenden. Ihr Atem, tiefe und lange Atemzüge in welchen ich viermal atme. Jeder Atemzug hatte einen unglaublich tiefen klang. Beeindruckend.

      Ich hoffe nur das es ihr bald wieder besser geht. Dann kann sie hier wieder rum laufen und ich kann sie morgens und mittags sowie abends grüßen.
      Meine Axt hat soweit funktioniert. Nur irgendwie krieg ich es nicht hin eine angenehmere Kleidung zu machen. Der Knochen den ich als Nadel nutze ist zu groß, er macht zu große löcher und der Faden dieses Seidenartigen Dings reißt zu schnell. Dann werde ich wohl noch ein wenig in den Pflanzenklamotten herum laufen müssen... na super...

      Ich frage mich wie es Marcus geht... Ich hoffe, dass die Injektion im Labor half... Dass es ihm gut geht. Angeschlagen hat er hier wirklich Probleme. Wenn die zwei zusammen sind dann muss ich mir keine Gedanken machen. Aber ansonsten... Denken wir nicht drüber nach. Ich weiß das sie irgendwo leben. Und wenn nicht dann sitzen sie nun oben bei unserer Familie und saufen. Besoffene Bande, hehe. Und insgeheim werden sie Wetten abschließen, wehe ich finde heraus wer gegen mich gewettet hat! Dem zieh ich die Ohren lang.


      Mit einem Lächeln auf den Lippen seufzt sie sehnsüchtig und sieht in den Himmel. "Lacht ihr nur, so schnell komm ich da nicht hoch, das könnt ihr euch ins Trinkhorn schmieren." sagte sie lachend und wetterte gen Himmel.
    • Müde fährt sich die hübsche Frau übers Gesicht und sieht zu Ratte rüber welche auf ihrem Platz liegt. Lächelnd nickt sie. Denn das Tier hatte nun endlich verstanden weswegen sie das ganze Fasernzeug auf dem Boden verteilt hatte.

      Schmunzelnd greift sie zu ihrem Buch und nimmt den verkohlten Ast zur Hand.


      Boha… Was für ein Tag gestern!
      Wir waren gestern noch unterwegs, also der kleine Dieb, Ratte und ich. Ich wollte die Gegend weiter erkunden und wir marschierten los. Es dauerte nicht lange und ich kam in unbekanntes Gebiet. Ein Adler ! Ein riesen großer Adler!! Er hatte eine Spannweite von mindestens sechs oder sieben Meter. Ich hab mich so schnell ich konnte auf den Boden hingeworfen und sogar die zwei Diebe duckten sich vor dem großen Räuber.

      Gerade als ich noch ein paar Fasern um meine Speerspitze bund, damit sie sicher halten würde, kam ein Raptor angerannt und schnappte nach mir. Er erwischte mich zum Glück nur leicht mit den Krallen, es ist kaum der Rede wert. Ich schaffte es mich in eine Felsspalte zu zwängen und ihn zu Fesseln. Ratte und Dieb griffen ihn von hinten an während ich ihn mit dem Speer von vorne bekämpfte. Er versuchte nach den Kleinen oder mir zu schnappen, doch er kam nicht nah genug an unser heran.

      Der Schreck hatte mir gereicht, nach nicht allzu langer Zeit verzogen wir uns wieder von dort. Ich wollte versuchen einen dieser Läufer anzufüttern, doch die Dinger reagieren nicht auf mich. Ich kann ihnen noch so viel Beeren anbieten, sie ignorieren mich einfach. Bertha geht es auch schon wieder besser! Gestern Abend versuchte ich noch so etwas wie einen Sattel anzufertigen. Es ist nicht mehr als etwas zu Sitzen mit ein paar Leder- und Pflanzenstriemen. Ich weiß noch nicht mal ob sie sich das überhaupt gefallen lässt, aber es wäre eine große Hilfe um von hier weg zu kommen.

      Es gibt hier auch so kleine Wurmechsen. Man kann kaum Kopf von Schwanz unterscheiden. Wenn diese Dinger rückwärts laufen würden wäre man vermutlich ganz verwirrt. Es sind auch Pflanzenfresser und sie sind leichte Beute. Hehe. Sehr leichte Beute. Doch mir ist aufgefallen, dass wenn man ihnen Beeren gibt, sie sehr aufmerksam zuhören und aufpassen. Und sie machen Männchen wenn man die Beeren über sie hält. Verfressenes Pack.

      Als wir noch einmal los sind um zur Wasserstelle zu gehen passierte es… Ich wusste ich hätte wieder Heim gehen sollen als ich diesen Riesen Fleischfresser sah. Ach stimmt !!!

      Ich habe einen riesen großen Raptorartigen Dino gesehen! Mit zwei Hörnern auf dem Kopf. Er überragte Bertha um einige Meter. Aber ich bin mir sicher dass das kein TRex war, was ist wenn der noch größer ist?? Verfickte Scheiße! Ich will weg von hier.

      Dieb, Ratte und ich schafften es gerade noch so vor ihm weg zu rennen weil er sich mit einem Känguru beschäftigte. Zwei, Drei kräftige Bisse in den Hals und das Tier war tot. Er riss so große Fleischbrocken aus dem Tier heraus wie ich selbst bin! Man bin ich schnell gerannt…

      Aber weiter im Text, eigentlich hätte ich da schon aufmein Bauchgefühl hören sollen. Doch ich hab es mal wieder Ignoriert, genauso wie bei Jack damals. Ich wusste dass er was vor hatte, dass er nicht vor hatte wieder zu kommen, doch ich ignorierte mein Bauchgefühl… Verfickte Scheiße… Aber jeder wählt seinen Weg selbst, wir hatten ihn alle gewarnt und er hörte nicht auf uns…

      Jedenfalls ging ich von der Wasserstelle diesmal weiter. Weiter in die andere Richtung. Wie aus dem Nichts kam einer dieser Laufvögel angeschossen! Er rannte auf uns zu und ich drehte mich um. Ich versuchte ihn des Öfterenmit meinen Fesseln zu treffen doch warf unterm rennen jedes Mal daneben. Gut dass mich die anderen immer so getrimmt hatten, sonst wäre ich vermutlich tot. Dieser kleine Dieb… Der Dummkopf… Plötzlich blieb er stehen, drehte sich um und fauchte mit aufgestellten Haaren. Ich versuchte ihn noch zurück zu Pfeifen… Doch er reagierte nicht. Er war nicht so daran gewöhnt und so trainiert wie es die kleine Ratte inzwischen ist… Der Vogel packte ihn mit seinem großen Schnabel und schüttelte ihn hin und her. Das kleine Tier kreischte jämmerlich und der Vogel warf ihn gegen die Felswand ehe er mit dem Fuß darauf trat und ihn in zwei Hälften riss… Ich packte Ratte und rannte so schnell ich konnte weiter. Beinahe panisch kletterte Ratte mir auf den Rücken und bohrte mir unabsichtlich die Krallen in die Haut. Blödes Vieh. Naja… Er konnte ja nichts dafür…

      Jedenfalls werde ich diesen Vogel jagen. Jagen und töten. Er hat einen kaputten Schnabel. An der linken Seite fehlt ihm ein Stück, es scheint rausgebrochen zu sein. Ich werde ihn finden und umlegen.

      Ich wollte ihn gestern noch erwischen, doch es lief anders als gedacht. Ich baute mir einen Zaun der einfach war. Mit ein paar Stützen war er leicht auf zu stellen und stabil genug um kleineren Tieren Stand zu halten. Ich ging wieder in die Richtung wo ich das Vieh zuletzt gesehen hatte und baute meinen Zaun auf. Ich ließ gerade so viel Platz zwischen den Spießen damit ich durch konnte. Ich merkte schon während des Aufbaus wie mein Herz anfing schneller zu pochen. Wie ich jedes Geräusch in meiner Umgebung realisierte und die Droge meinen Körper begann zu durchfluten. Papa würde jetzt sicher sagen: „Angst kann auch etwas Gutes sein, man muss nur wissen wie man sie einsetzen kann.“

      Und ja, Daddy, ich weiß es nun. Ich setzte Ratte ab und sagte ihr sie solle dort warten. Ohne sie konnte ich einfach viel schneller Sprinten. Ich war über Jahre einen Rucksack gewohnt – aber keine Krallen welche sich bei jedem Schritt tiefer in das Fleisch gruben.

      Also atmete ich noch einmal tief durch und ging aus dem Käfig heraus. Ich rüttelte noch einmal von außen ob die Stützen auf der Innenseite halten würden. Also drehte ich mich um und ging in die Richtung wo ich den Vogel zuletzt sah. Nichts.. Weit und breit.. Nichts..


    • Doch plötzlich war dort eine Katze! Eine riesen große Katze mit unbeschreiblich langen Zähnen. Ich vermute mal dass dies ein Säbelzahntiger war. Ich duckte mich doch die Katze hatte mich schon gehört. Hastig drehte ich mich um und begann währenddessen schon zu rennen. Meine Füße verloren immer einmal wieder den Halt in dem sandigen Untergrund und ich hörte wie die Katze mit schnellen gesprungenen Schritten näher kam. Ich schaffte es gerade noch so durch den Zaun als hinter mir auch schon die Pranke durch die Sprossen griff. Krallen so lang wie noch nie zuvor gesehen!!
      In meinem Käfig hoffte ich dass ich sicher war, doch die Katze war nicht schlau genug drüber zu springen. Sie versuchte zweimal drüber zu klettern, doch die Spieße oben zeigten ihr, dass dies keine gute Idee war. Ich schaffte es sie mit einem gefunden Speer und Pfeilen abzuwehren und zu töten. Ihr Körper war kräftig und unbeschreiblich muskulös. Doch das war nicht das Ziel. Ich versuchte den Kadaver dort weg zu ziehen, doch die Katze war zu schwer. Also lies ich sie einfach liegen. Es würde vermutlich meine nächste Sache behindern, aber vielleicht auch diesen drecks Vogel ablenken. Ich kletterte wieder aus meinem Käfig raus und über den warmen Kadaver der Katze. Erneut ging ich dort hoch und schaute ob ich meine Beute sehen kann. Aber nein. Doch! Da waren zwei! Zwei von diesen Vögeln. Aber ich konnte nicht erkennen ob er dabei war. Zähne knirschend festigte sich mein Griff um den Bogen und ich legte an. Ich spannte die Sehne und der Pfeil schnellte davon. Treffer!

      Ich traf einen dieser Vögel direkt in den Flügel und er brüllte auf… Verdammt…
      Anstatt dass ich gleich los gerannt war als die Sehne zu singen begann, nein, ich blieb stehen um zu sehen ob ich treffe! Wie dumm ich doch manchmal bin… Die zwei Vögel sahen sich um und erspähten mich. Wieder hetzte ich den Hügel hinunter und sprang über die Katze in meinen Käfig. Der erste Vogel versuchte mit durch zu rennen und schnappte, durch seinen langen Hals, immer wieder durch die Öffnung. Ich schaffte es gerade so mich weit genug zurück zu drängen damit er mich nicht erwischte. Ich drückte Ratte zu Boden damit er auf keinen Fall an sie heran kam. Während dessen musste ich aber auch hinter mir aufpassen da an manchen Stellen der Schnabel des anderen Tiers durch passte.
      „Verdammt!“ brüllte ich als ich erkannte dass keiner dieser Vögel der war, den ich eigentlich suchte. Immer wieder stach ich mit meinem Speer zu bis dieser Kaputt ging. Also legte ich wieder einen Pfeil an meine Sehne. Ein Tier hatte ich erlegt. Blieb nur noch der zweite. Doch.. Ich hatte keine Pfeile mehr… Keinen Speer, keine Pfeile. Nur noch eine Spitzhacke und eine Axt, dies würde aber bedeuten dass ich verdammt nah an das Tier heran muss. Nachdenklich harrte ich in meinem Käfig aus. Es war eine scheiß Idee. Ohne Wasser, ohne Nahrung und nicht genügend Pfeile. Das nächste Mal plane ich so etwas besser ! Fluchend dachte ich darüber nach was ich nun tun könnte. Und da war sie! Die Blitzidee!
      Er war ein gefährlicher Jäger, doch ich war gefährlicher. Dieses dumme Tier unterschätzte den Verstand eines Menschen. Ich nahm meine Fessel und wartete bis er wieder an der Lücke war. Ich warf und traf seine Beine. Es interessierte ihn nicht weil er versuchte an mich heran zu kommen. Und schon warf ich die zweiten Fesseln.

      Hastig riss ich die Stützen aus dem Boden und packte den Zaun bevor ich ihn hinter ihm aufstellte. Das Selbe machte ich mit den anderen Zäunen. Haa! Und schon war nicht mehr Ich im Käfig, sondern der Jäger. Und schon wurde wieder mal der Jäger zur Beute. Hehe. Und wieder ein Sieg für mich. Daddy, du wärst stolz auf mich!
      Ich hatte Zeit um mir einen Stock anzuspitzen womit ich den Vogel erlegte. Ich packte mir so viel Fleisch und Haut wie ich konnte und schleppte es nach Hause. So wie ich Zuhause war warf ich es, auf Stöcke gespießt, über das Feuer. Nachdenklich dachte ich an diesen kleinen Dino wie er sich dem großen Raubtier fauchend in den Weg stellte. Ob er es tat um uns zu retten oder weil er einfach nicht wusste ob er es Überleben würde… Sind diese Dinger klüger als ich dachte? Selbst die kleine Ratte hört inzwischen immer besser auf mich. Als würde sie verstehen was ich denke und fühle.

      So allmählich verstehe ich hier wie das Leben läuft. So danken wir Charles Darwin und seiner Theorie die sich auch hier wieder bewahrheitet. Jedoch zahlt sich Stärke nicht nur durch Muskelkraft aus. Mein Vorteil. Nicht um sonst seit ihr Ausgestorben, macht so weiter und ihr werdet es wieder. Zumindest in meinem Jagdterritorium! Hier bin ich der Jäger der seine Beute hetzt und nicht anders herum.

      Entschlossen schließt sie den ledernen Einband wieder um die Seiten und krault das Tier am Nacken. „Nicht war kleine Ratte? Denen werden wir schon zeigen was passiert wenn man sich mit einer Walküre anlegt.“ Sagte sie amüsiert und das Tier quietschte nur leise. Valeria zog ihr Oberteil aus und betrachtete die Kratzer an ihrem linken Schulterblatt soweit sie konnte. „Abartiges Vieh.. Und wieder mehr Narben, wie ich es hasse..“ murmelte sie wütend vor sich hin und sah anschließend nach der Brandwunde sowie dem Biss der Ameise welcher allmählich schon besser verheilte. Nachdenklich legte sie ihre linke Hand auf den rechten Oberarm und somit auf die eingebrannte Bärenpfote. »Wir sehen uns wieder, spätestens wenn ich zu euch komme und die nächsten tapferen Krieger bringe.« dachte sie sich und band sich ein Stoffstück mit kleinen Schlitzen um die Augen. Sie hatte mit ihrer Chitinaxt zwei feine Schnitte in den Stoff gemacht um noch sehen zu können und dennoch vor Sonne und Sand geschützt zu sein. Es schränkte ihre Sicht ein, aber im Moment müsse sie nichts sehen können. Ratte würde sie warnen wenn sich ein Fleischfresser nähern würde.
    • Fluchend sucht die junge Frau die Gegend ab. Erfolglos. Nach gefühlten Stunden macht sie sich zu Fuß auf den Heimweg und durchquert nur ungern das große Wasser. Als sie endlich zuhause ankommt wirft sie ihre Sachen in die Ecke und packt sich wütend ihr Tagebuch.

      Verfickte Scheiße nochmal ! Verdammt! Verdammt, verfluchte Scheiße! Ich habe Ratte verloren!
      Dieser dreckige drecks Vogel. Ich hasse dieses Viehzeug! Und dabei fing der Tag doch so gut an. Ich schaute nach Bertha deren Wunden gut heilen, ich habe mir mittels Wasser und diesen schwarzen Beeren ein art Betäubungsmittel her gestellt. Allerdings hält es nicht lange.. Aber wenn ich es auf eine Spitze schmiere dann kann ich einen Dinosaurier betäuben - das war zumindest meine Theorie.

      Und !!
      Die Theorie hat geklappt. Wunderbar sogar! Ich schaffte es einen dieser Laufvögel zu fangen und zu betäuben. Während er schlief legte ich ihm Riemen und einen Art Sattel an. Es glich mehr einem Lederlappen der auf seinem Rücken lag, aber das war egal. Als er wach wurde zog ich kraftvoll an den vorderen Riemen und riss seinen Kopf wieder nach unten. Er wollte nach mir Schnappen und schnalzte mit der Peitsche - das Tier parierte. Wenn auch wiederwillig. Aber es tat was ich wollte. Ich zog ihm die Zügel enger und setzte mich auf dessen Rücken. Die ersten Versuche mich abzuwerfen unterband ich indem ich ihm den Kopf nach hinten zog und ihm den Schnabel zu hielt. Das Tier verstand wer der stärkere von beiden ist und folgte unter unterdrücktem Protest meinen Befehlen.

      Doch ich musste feststellen dass Ratte definitiv loyaler war. Dieser dreckige Vogel wollte mich in einer gefährlichen Situation zweimal angreifen. Ich muss mir bei den Fleischfressern scheinbar etwas anderes einfallen lassen... Vielleicht auch einfach mehr mit ihnen Trainieren als gleich so los zu legen. Ich fand Scarface! Diesen Laufvogel von dem ich letztens schrieb. Ich hatte jedoch keine Pfeile dabei also musste ich diese Betäubungspfeile nutzen um ihn zu betäuben und ihm anschließend den Kopf abzuschlagen. Ich schaffte es. Mittels Fesseln, Zaun und genug Geduld schaffte ich es und er lag. Ich wollte nur eben zurück und meinen Speer aufheben, der mir unterm Reiten runtergefallen war... Und... Naja verfickte Scheiße, ich habe mich verlaufen. Ich fand nicht mehr zurück. Ich schwöre es, sobald dieser drecks Laufvogel auch nur eine Feder an Ratte angelegt hat, dann rupf ich ihm jede Feder einzeln aus! Ich habe noch vier Stunden gesucht, aber ich finde die beiden nicht mehr. Ich hoffe nur das Ratte klug genug ist sich zu verstecken. Dort wo ich war wimmelte es von Raptoren, Laufvögeln und hin und wieder Katzen.

      Ich hatte eigenartige Dinos gesehen. Sie hatten über den kompletten Rücken beeindruckend große Stacheln und zermalmten eine dieser Katzen mit ihren Schwänzen. Unheimlich und Grausam dieses Spektakel zu beobachten. Aber gut, so nimmt die Natur ihren Lauf. Ich misch mich dort sicherlich nicht ein. Aber was noch viel wichtiger ist! Ich bin hier nicht alleine! Ich habe ein Floß gefunden. Und dieses Floß muss jemand gebaut haben. Ich hab ein paar mal gerufen, aber niemand reagierte.
      Diese blöden Vögel bringen nur Unglück. Verfluchter Vogel! Verfluchte Welt und scheiß verfluchte Scheiße.... Ich hab die Schnauze voll hier. Ich werde jetzt noch ein paar Vorkehrungen treffen, meine sieben Sachen packen und Ian sowie Marcus suchen. Irgendwo müssen sie hoffentlich sein. Und wenn ich sie endlich gefunden hab, dann finden wir gemeinsam einen Weg von hier weg zu kommen. Ich hab die scheiß Apokalypse überlebt, dann überlebe ich diesen Misst hier auch ! Die können mich doch kreuz und quer. Die haben wohl keine Ahnung wer ich bin. Pff. Idioten. Denen werd ich es schon noch zeigen....

      Aber erst einmal muss ich meine Vorräte auffüllen und versuchen dass ich irgendwo ein Tier herbekomme das mir hilft.
      Entweder Bertha oder ich versuche mich mit einem dieser Läufer anzufreunden. Apropos ! Ich hab ein Pferd gesehen!! Ein richtiges, leibhaftiges Pferd. Es sah zwar ein wenig aus wie ein Zebra, aber es war ein Tier dass ich auch kannte... Abgesehen von riesigen fleischfressenden Wölfen... Und dann waren da noch diese kleinen gefiederten Mistviecher. Die sprangen mich und Ratte immer wieder an. Und ihre Bisse sind echt schmerzhaft, einer von ihnen hat mich am rechten Unterarm erwischt - naja, da sind sowieso schon die Narben des Wolfes. Scheiß drauf. So schnell kann ein unbeschadeter Körper innerhalb von drei Jahren zerschunden sein. Aber ich Lebe. Nein... Im Moment überlebe ich lediglich, aber dass wird sich wieder ändern. Darauf geb ich dir mein Wort, Dad.

      Jetzt muss ich fürs erste meine Nahrung und Wasservorräte auffüllen. Dann Pfeile herstellen und anschließend werde ich mich nach einem Lasttier suchen das mir helfen kann. Ich muss mal schauen wo sich Bertha herum treibt, sie war nicht mehr in der Senke als ich heute nach Hause kam. Alleine werde ich das wohl kaum schaffen. Ein kleiner Schutz wäre praktisch. Und ich hoffe dass ich diese kleine elende Ratte finde, dass bin ich ihr schuldig. Irgendwie hab ich das kleine nervige Tierchen ja doch schon ein wenig lieb gewonnen. Mal sehen. Ich ess jetzt erstmal was und dann werde ich mich auf die Suche nach ihr begeben.


      Mit diesen Worten schließt sie das Buch und setzt eine planende und nachdenkliche Miene auf ehe sie etwas von dem gebratenen Fleisch in den Mund steckte und zäh darauf herum kaute. Sie sieht nach der selbstgebauten Brille aus Fasern, Harz und Knochenleim. Es scheint soweit zu Funktionieren und sie setzt die Brille auf. Zufrieden nickt sie ehe Valeria die Scheiben noch mittels Rus der Fackel dunkel tönt.
    • Misstrauisch beäugt das Mädchen den Laufvogel und mustert ihn. Bisher war sie sich nicht so ganz sicher ob sie dem Tier auch trauen könnte oder ob er sie bei der nächsten Gelegenheit in Fetzen reißen würde. Doch nichts desto Trotz lässt sie sich nicht von ihrem Ziel abbringen. Jeder Atemzug schmerzt und ihr gesamter Körper fühlt sich taub an.
      Hustend streckt sie sich zu dem Tagebuch auf dem Tisch und setzt sich wieder auf ihren Schlafsack welcher auf dem Bettrahmen lag.

      Verflucht noch mal ich bin tot ! Also nein, ich bin es nicht ich war es ! Mich hat so ein verficktes Skorpion erwischt und mich durchbohrt. Meine Lunge fühlt sich an als wäre ein riesen Loch darin. Mein Körper kribbelt als wäre er taub und ich spüre wie sich meine Innereien zersetzen. So etwas widerliches hab ich noch nie gespürt. Es liegt scheinbar an dem Stein in meiner Hand. Gut dass ich ihn am ersten Tag nicht raus gebracht habe. Ich hoffe nur Ian und Marcus kommen nicht auf die selbe Idee und sind dabei erfolgreicher als ich...
      Mir dröhnt der Kopf und alles tut weh. Doch dass war nichts was mich gestern von der Suche nach meiner kleinen Ratte abhalten konnte. Der kleine Dieb rettete mir das Leben, also tat ich es ebenso. Und diesen blöden Laufvogel hab ich auch wieder gefunden. Mir fehlte gestern meine Peitsche, ansonsten hätte er besser pariert. Alleine das Geräusch reicht aus ihm Respekt einzuflößen. Gewollt würde ich ihn nie schlagen, keins der Tiere das mir nichts tut. Aber ein überzeugendes Argument kann nicht schaden.


      Und dann war da noch diese Wilde mit ihrer Katze. Erst sprach sie kein Wort mit mir und ihre blöde Katze brüllte nur herum. Irgendwann verpisste ich mich von Zuhause, ging zu meinem Versteck und holte mir Pfeile und meine Fesseln ehe ich mich von hinten nähern wollte. Doch da war sie bereits weg. Als ich mich dann wieder auf den Weg zu den hohen Felsen machte kam dieses scheiß riesen Skorpion und ich bin gestorben. Als ich Zuhause wieder aufwachte war sie da und schien ziemlich amüsiert. Naja. Hinterher schien sie ganz in Ordnung zu sein, auch wenn ich sie anfangs am liebsten von ihrer Katze geholt hätte. Ich wünsch mir so sehr dass ich meine AK oder meine FNX wieder hab. Dann hätte sie mit ihrem Mietzekätzchen hier mal sicher nicht so rumgebrüllt. Aber gut, der Stärkere gewinnt - und in diesem Fall war es eindeutig sie. Sie half mir den kleinen Dieb und den Laufvogel wieder zu holen und legte sich mit diesen gefiederten Raptoren an damit ich dort hoch kam.


      Wie gesagt, sie scheint ganz in Ordnung zu sein. Vielleicht geh ich sie ja mal besuchen. Sie ist irgendwo im Nordosten meinte sie. Und im Norden befindet sich scheinbar eine Stadt Names Perl New Harbor. Wenn ich Ian und Marcus finden kann, dann vermutlich dort. Sie meinte dort tauchen die meisten Neulinge auf - nur ich hatte wieder so enormes Glück und wachte in der Wüste auf... Was für ein Misst...

      Jeder Atemzug schmerzt. Aber dennoch ist Aufgeben keine Option. Ian und Marcus brauchen mich und ich werde sie finden, lebend oder tot. Zumindest bekommen sie noch ihr Begräbnis wenn ich es nicht rechtzeitig schaffe. Verdammt! Ich kann hier noch nicht mal Salutschüsse abgeben! Was für ein scheiß Ort ist das hier eigentlich... Nicht mal eine Bestattung eines Soldaten würdig kann man hier durchführen. Aber gut dass ich das nicht muss, ich bin mir sicher den beiden geht es gut. Und solange sie den Stein haben können sie scheinbar nicht sterben. Das heißt wenn wir des Lebens überdrüssig sind - erst den Stein entfernen! Am einfachsten scheint es mir den ganzen Unterarm abzuhacken oder abbeißen zu lassen. Aber gut, das ist der letzte Weg. Ich werde irgendwann mal aufbrechen und mir diese Stadt ansehen. Aber erst muss ich diesen Laufvogel besser im Griff haben, ich hab keine Lust das irgendwelche Verletzten oder Toten auf mein Konto gehen.

      Erst einmal muss ich schauen dass ich aus den Fetzen hier ein halbwegs vernünftiges Zelt machen kann. Ich vermute dass die Reise in den Norden länger dauern wird als mir lieb ist.
      Ich hoffe meine Familie ist bereits dort. Und wehe eine der Walküren hat sie mir geklaut, dann geh ich da hoch und zieh die Bitch samt den anderen beiden da wieder runter. Pfff, mich hier alleine lassen und Spaß haben. Na dass können sie sich abschminken, Beide! Reicht schon dass der Rest der Familie dort oben sitzt und sich mit den anderen köstlich amüsiert. Es würde mich wirklich interessieren ob sie Wetten auf mich abschließen und wer gestern wohl gewonnen hat. Ich vermute mal dass es Jack war, ihm würde ich es zutrauen dass er meine Situation realistisch einschätzt. Oder doch Gordon? Ach keine Ahnung. Irgendwann werde ich es auch noch erfahren, hehe.

      Erstmal Schluss hier.
      Ich muss mich vorbereiten.


      Schmunzelnd, wenn auch mit einem schmerzhaften Stöhner, legt sie das Buch auf den Bettrahmen und schleppt sich die Leiter runter. "Verflucht.. Warum muss ich auch eine Leiter bauen und kann nicht dort unten schlafen?" murmelt sie fluchend und lässt erschöpft die Leitersprossen los.
    • Keuchend und vor Schmerz stöhnend wacht die junge Frau auf. Ein langgezogenes und leises "Fuuuck.." presst sich zwischen ihren Lippen hindurch. Mühsam und vor Schmerz keuchend dreht sie sich auf den Rücken. Die Füße noch im Wasser liegend, das Gesicht voller Sand und den Blick mit geschlossenen Augen gen Himmel gerichtet.

      Mit aller Mühe schleppt sie sich zu ihrer vorherigen Unterkunft und kriecht wie ein verwundetes Tier unter die Trümmer die herum liegen. Leise beginnt sie zu schluchzen und wischt sich unter Schmerzen die Tränen ab.
      "Verdammt.. Daddy.. Ich kann nicht mehr.. Es tut mir alles weh.. Hilf mir bitte... Marcus... Irgendeiner von euch beiden... Helft mir..." wimmert sie leise und atmet angestrengt aus.

      Ihr Ausflug neues zu finden verlief nicht ganz so wie sie es sich vorgestellt hatte. Dem Greifen, den Federraptoren und auch dem Bären sowie den Wildschweinen war sie entkommen. Und dann? Dann reißt sie so ein kleines Rudel an Sprungraptoren. Sogar den vier Drachen schaffte sie es zu entkommen und sich zu verstecken. Doch die Sprungraptoren waren nicht das schlimme. Sie schaffte es schwer verwundet zu entkommen. Während sie schwer blutend floh, nahm ein Wolf ihre Fährte auf und witterte leichte Beute. Jedoch hatte er nicht vermutlich nicht damit gerechnet sich mit einem Ausgebildeten Menschen anzulegen. Sie lockte ihn in eine clevere Falle und sprang von Oben auf seinem Rücken. Mit ihrem Speer und der scharfen Steinklinge schaffte sie es ihn zu töten. Nicht ohne weitere Verletzungen. Doch selbst wenn sie wusste dass sie wieder kommen würde - der Tod war keine Option für die junge Kämpferin.
      Blut überströmt schleppte sie sich weiter und hinterließ eine deutlich sichtbare Spur des Schmerzes, des Leids sowie der Verzweiflung. Als sie an den Felsen vorbei ging hörte sie ein unheimliches Zischen. Und schon war es zu spät.

      Sie schaffte es Raptoren zu entkommen, vor einem Hornrex zu fliehen, selbst diesem dreier Rudel an großen Fleischfressern war sie entkommen und das obwohl sie verdammt schnell waren. Und der Kiefer des vermeindlichen Anführers immer wieder knapp hinter ihr zusammen klappte. Sie spürte die Druckwelle förmlich welche entstand als die Kiefer zusammen schlugen. Und jetzt? Jetzt stand ihr der nächste Tod bevor...

      Ein gigantischer Tausendfüßler krabbelte die Wand entlang und spukte seine verdauende Säure ihr entgegen. Schreiend ging sie in die Knie und versuchte das Zeug von sich ab zubekommen. Kreischend und ächzend windete sie sich im Sand um die Substanz vielleicht irgendwie herunter zu bekommen, doch es war bereits zu spät und sie zu geschwächt. Und schon schlug der große Gliederfüßler seine Beißklauen in ihren Rücken und sie spukte Blut. Der Schmerz als er ihr noch mehr Magensäure in den Körper pumpte pochte immer noch durch jede einzelne Zelle ihres Körpers. Immer wieder schließt sie ihre Augen und ringt um Fassung um sich selbst klar zu machen dass dies lediglich Phantomschmerzen sind. Und doch waren sie verflucht realistisch. Sie spürte jede Faser ihres Körpers wie sie zersetzt, zerrissen ober zerquetscht wurde.

      In Gedanken fleht sie zu den Göttern das dieser Alptraum einfach enden sollte. Doch nichts passierte. Nach einigen Stunden der Erholung rappelte sie sich auf und stützte sich erschöpft und vor Schmerz zitternd auf einen Stock ihres früheren Zaunes.
      "Wenn ihr meint ihr könnt mich unter kriegen... dann habt ihr keine Ahnung mit wessen Tochter ihr euch angelegt habt! Ich.. Bin.. Nicht umsonst... Seine Tochter... Und meines Bruders Schwester!" Fauchte sie unfreundlich und ging in Richtung der Berge die man von ihr aus sah.
      "Es ist nur der Verstand der meint er müsse mir sagen ich kann nicht mehr... Ich bin noch lange nicht am Ende..." brummt sie aggressiv und bindet sich einen Knochensplitter an den Speer.

      Geschwächt verkriecht sie sich nach einiger Zeit wieder in einer Felsspalte und macht eine Pause. "Ich muss mir was einfallen lassen... Entweder muss ich schneller sein als sie, unauffälliger oder nicht bei ihnen..." murmelte sie in Gedanken gekehrt und sah sich in der Umgebung um. "Was würde Marcus tun... vermutlich mit dem Speer durch die Wand... Was würde Dad machen... Verdammt..." verzweifelt versuchte sie ein Lösung für ihr Problem zu finden und sah erneut gen Himmel als dort riesengroße Schwingen auftauchten. Ihre Augen weiteten sich und sie betrachtete den Riesenadler. »Wenn ich nicht schnell genug bin... Und mich nicht gut genug verstecken kann... Vielleicht...« sagte sie sich selbst in Gedanken und begann einen Plan auszuarbeiten. »Wenn ich ihn da rein bekomme. Dann gehört er früher oder später mir. Ob er möchte oder nicht... Ich gehöre zu einer Familie mit der er sich lieber nicht messen sollte... Oh mein Freund, du gehörst noch mir. Warte ab.« geht es ihr durch den Kopf und ihr Kampfgeist ist wieder geweckt. Für einen Moment legte sich ein breites süffisantes Grinsen auf ihr Gesicht »Oh was würde Marcus wohl sagen wenn ich mit so einem riesen Adler ankommen würde, welcher auch noch auf meine Befehle gehorcht!« ging es ihr durch den Kopf und sie schmunzelte schelmisch. Es könnte ihn beeindrucken, vielleicht. »Aber ein Versuch war es wert, dann würde er mich vielleicht nicht mehr als die Kleine ansehen. Und auch wenn er mir sagte er ist stolz, weiß ich dennoch dass er mich immer noch als die Kleine ansieht. Hehe, na warte ab.«



      Mit einem erschöpften und müden Grinsen im Gesicht kriecht sie wieder aus ihrem Versteck und beginnt den Kampf aufs Neue.
    • Erschöpft und mit einem Schmerz durchfluteten Körper schleppt sich die junge Frau weiter und weiter. Hustend und schwer atmend wankt sie den Strand entlang. Auf dem Boden zeichnen sich die Silhouetten von mächtigen Schwingen ab welche man gelegentlich einmal schlagen hört. Mit Stolz und Selbstbewusstsein blickt sie zu dem riesigen Adler auf und ein süffisantes Grinsen legt sich auf ihren Züge. Hustend keucht sie nach ein paar Schritten und sieht ob sie tatsächlich Blut spukt oder es nur wieder Einbildung ist.
      Nachdem sie sich gefühlt um die ganze Welt geschleppt hat sieht sie eine Stelle die ihr Sicher genug erscheint. Doch dabei war die Frage wie sie dort hoch kam. Sie knüpfte sich ein Seil aus den unzähligen Fasern die sie hatte, und band dieses an einem der Füße des Adlers an. Anschließend band sie das Seil um sich selbst und erklomm die steile Felswand. Mit Sicherheit würde der Adler ihren Fall ohne Probleme abfangen können.
      Oben angekommen begann sie ihre neue Behausung aufzubauen und redete immer wieder mit dem gefiederten Riesen welcher sie aufmerksam und neugierig beobachtete.
      Erschöpft lässt sie sich irgendwann zu Boden sinken und beginnt in ihr kleines Buch zu schreiben.

      Mein Plan hat funktioniert. Ich schaffte es einen dieser Riesenvögel in meinen Käfig zu locken. Als ich ihn aushungern lies und nur immer in seiner Nähe war bin ich auf eine Idee gekommen. Diese.. Katzenfrau... wie auch immer sie hieß, hat mich auf eine Idee gebracht. Eine Idee die ich im Moment jetzt wirklich bereue... Sehr Bereue... Aber während dieser Adler dort gefangen war und ich darauf wartete bis er allmählich aushungerte um sein Vertrauen mit Bestechung zu gewinnen bin ich losgezogen. Ich ging ohne meine Waffen weiter und tiefer in das Land hinein. In vollem Bewusstsein dass dort große Fleischfresser lebten. Als ich die ersten sah beobachtete ich sie eine Zeit lang und verfasste alles in meinem Buch. Ich beobachtete ein riesigen, felligen Fleischfresser welcher scheinbar der Anführer von einer Hornraptoren Gruppe war. Sein Brüllen fuhr mir durch jeden Knochen meines Körpers und ich hatte instinktiv das Verlangen zu flüchten. Doch ich blieb in Deckung und beobachtete. Er lies die Hornraptoren die Arbeit erledigen und machte sich dann über deren Beute her. Doch anstatt dass sie ihn zu viert oder fünft niederrissen, nein, sie duldeten es. Es war wie eine Koexistenz. Der große Schützte und versorgte sie indem er mit Strategie und Verstand vorging und die Hornraptoren versorgten ihn mit Beute welche er ihnen besorgte oder befahl. Beeindruckend.

      Aber irgendwann endete die Beobachtung weil mich dieser Screamer gesehen hatte. Plötzlich rannten diese fünf Hornraptoren auf mich zu und... Naja. Ich spürte noch wie sich zwei in mir fest bissen und mich auseinander rissen... Tod Nummer Eins. Nummer zwei folgt sogleich. Ich legte mich mit einer dieser Säbelkatzen an. Natürlich verlor ich den Kampf und ihre Pranken sowie Krallen bohrten sich in meine Haut und rissen mir diese vom Leib. Doch wie Katzen so sind, machte sie sich auch noch einen Spaß daraus. Als ich mich blutend in eine Ecke verkriechen konnte erlöste ich mich selbst bevor ich noch Stunden lang der Spielball dieser Katze sei. Ich schnitt mir mit einem scharfen Stein die Kehle durch... Widerliches Gefühl sag ich dir...
      Doch ich hatte noch nicht genug, ich war noch bewegungsfähig und der Adler noch viel zu fit. Angeschlagen, erschöpft und kaum dazu in der Lage zu laufen ging ich schwimmen. Es waren dort Delfinartige Fische. Sie schienen freundlich und neugierig.... Der Rochen jedoch nicht. Irgendwann hatte er mich zuweit vom Ufer abgedrängt und mir ging die Kraft aus. Noch bevor mich etwas gefressen hat verlor ich das Bewusstsein. Noch immer habe ich diese Hustenanfälle und es fühlt sich an als wäre meine Lunge voll mit Wasser. In Stress Situationen habe ich das Gefühl zu ersticken obwohl alles in Ordnung ist. Ich fragte mich wie viele Tode die Psyche eines Menschen aushalten würde und ich sucht erneut meinen vertrauten Freund auf. Hehe, ja ja, der schwarze Tod. Dass ich ihm mal so begegne hätte ich nicht gedacht. Ich bin Ertrunken, Zerrissen, Ausgeblutet und anschließend habe ich mich von einer Klippe gestürzt. Bis auf verbrennen hatte ich erstmal einige Tode durch. Rechnet man jetzt den Tod durch den Tausendfüßler und die Sprungraptoren dazu. Ach, und das Zerstampfen dieser riesen Giraffen. Warte, wie viele waren es jetzt? Sieben? Es waren doch mal mehr... Ach! Acht, stimmt. Die Federraptoren. Mein Körper fühlt sich grausam an - mein Kopf genau so. Schmerzen die ich nie für möglich gehalten habe durchströmen meinen Körper. Ich kann mich inzwischen kaum noch bewegen... Aber das legt sich alles wieder. Früher oder später. Bei den Göttern! Ich wollte mich foltern lassen um abgehärtet zu werden... Und jetzt ? Jetzt stürze ich mich in den Tod um abgehärtet zu werden. Ich kann nur hoffen dass dieser Stein irgendwann nicht mal versagt und ich nicht mehr zurück komme. Dann würde mich die Familie oben sicher auslachen... Nein, die Blöße geb ich mir nicht.

      Durch Munin habe ich jetzt ganz neue Möglichkeiten. Meine Strategie hat funktioniert. Dadurch dass er sehr hungrig war und ich ihm immer wieder was zu Fressen gab, begann das Vertrauen zu wachsen. Er folgt mir zwar noch nicht, geschweige denn dass ich mich auf ihn verlassen könnte. Aber ich glaube das Schaf, welches ich ihm dann in den Käfig schob, überzeugte ihn dass ich ein Freund war. Und auch jetzt bekommt er immer wieder Belohnungen sobald er etwas gemacht hat. Erst gestern hatte ich ihm eines dieser Hühner in den Schnabel geworfen. Gut... Vielleicht nicht so schön, aber hey. So ist der Lauf der Dinge. Und er frisst bei weitem noch etwas sich bewegendes als totes oder zerlegtes Fleisch. Den guten Munin reizt die Jagt - genau so wie mich. Wir sind beide ziemlich ähnlich was das angeht. Mir ist aufgefallen dass wir uns hin und wieder gegenseitig anstacheln, er beginnt zu jagen - ich renne mit. Ich schieße einen Pfeil ab, er reagiert und schießt auf mein Ziel drauf los. Ich hab das Gefühl dass wir ein gutes Team werden können. Aber dann muss nicht nur er Lernen, sondern ich auch von ihm lernen. Wir müssen lernen miteinander aus zu kommen. Mit seinen mächtigen Schwingen im Rücken habe ich bessere Chancen dem Tod zu entgehen und Marcus zu finden. Und Daddy natürlich. Spätestens wenn ich es geschafft habe einen art Sattel her zu stellen und er mich auf seinen Rücken lässt - dann gehört mir die Welt und ich finde Ian und Marcus! Hehe. Munin- Erinnerung. Ich hoffe du bleibst mir ein treues Tier mein Guter.... Zumindest hoffe ich dass du ein Männchen bist und ich dich nicht falsch benannt habe.

      Morgen werde ich aufbrechen und Zettel verteilen. So wissen Ian und Marcus dass ich noch lebe bis wir uns wieder gefunden haben.
      Ich weiß bereits wie ich ihnen signalisiere dass ich es bin. Ich hoffe sie haben sich bereits gefunden und sind nicht alleine. Und wenn dann hoffe ich dass sie nicht auf der selben verkackten Insel landen wo ich war. Grausam sowas. Doch fürs erste werde ich hier bleiben. Die steile Felswand dürfte nichts Fleischfressendes hoch kommen. Aber es schadet nicht ein paar Vorkehrungen zu treffen. Selbst gegenüber Fremden die hier neugierig herum schnüffeln.


      Zufrieden lächelnd legt sie sich unter den Schatten des Adlers und legt ihr Buch zur Seite. Schwer keuchend versucht sie sich zu beruhigen dass sie nicht mehr ertrinken würde, doch es war schwer dem Verstand etwas zu verklickern was so real erschien. Immer wieder schließt sie die Augen und konzentriert sich allein auf ihren Herzschlag und ihre Atmung bis sie allmählich in eine art Meditationszustand verfällt. Wachsam sitzt der große Adler neben ihr, spendet ihr Schatten und bedient sich hin und wieder ganz heimlich an dem Fleischvorrat ehe er den kleinen Dodo frisst und zufrieden den Kopf unter den Flügel steckt.
    • Genüsslich streckt sich die junge Frau und blinzelt ein paar Mal ehe sie sich wieder ihre geschwärzte Brille aufsetzt. Durch das gedämpfte Licht sieht sie gleich viel besser und streckt sich erneut. Gähnend richtet sie sich in ihrem Bett auf und sieht zu Ian rüber. Düster kann sie sich daran erinnern dass er Nachts etwas zu ihr gesagt hatte. Lächelnd rappelt sie sich auf und zieht ihrem Dad die Decke drüber bevor sie auf den Balkon geht. Lange hatte sie das Meer betrachtet, lange hatte sie jeden Tag den Ausblick auf die schier endlosen Weiten - doch dieser Ausblick war anders. Als sie die Tür gerade schließen möchte dreht sie sich verwundert um als sie das Glucksen von einem dieser Hühner hörte. Grinsend nickte sie und lies die Tür noch einen Moment offen als der Dodo ihr folgte und ebenfalls auf den Balkon wackelte. "Du bist also Drago - grüß dich mein Guter." sagte sie amüsiert und tätschelte den Dodo für einen Moment am Kopf.
      Noch etwas verschlafen setzt sie sich hin und lehnt sich gemütlich an die Wand bevor sie ihr Buch heraus zieht und das kleine Kohlestück wovon sie allmählich wieder ein neues bräuchte.

      Ich hab Daddy gefunden! Oder er mich? Wie auch immer. Ich bin überglücklich dass ich zumindest einen von ihnen gefunden habe. Jetzt fehlt nur noch Marcus, ich hoffe es geht ihm gut. Aber zumindest ist wieder ein kleiner Teil der Familie vereint. Und wirklich alleine ist er nicht, er weiß dass wir an ihn denken. Ich hoffe dass er entweder den Zettel findet oder hier wach wird, wie es die Kehlenschneiderin meinte.
      Ich überwachte ein paar Stunden lang dieses Perl Harbor. Ach .. Verdammt... New Harbor. Es schien echt verdammt ruhig, beinahe zu ruhig. Aber gut, Munin und ich machten es uns auf einer Klippe in der Nähe gemütlich und beobachteten das Ganze.

      Der Weg dort hin war nervenaufreibend. Munin hatte mich gegen vier von diesen Dreihörnern verteidigt und hat einiges einstecken müssen. Doch es waren keine tiefen Wunden. Dadurch dass er in der Luft war glich es scheinbar eher Blauenflecken die er davon trug. Zwei Tage hab ich dort hoch gebraucht. Und das obwohl Terrence und Marcus mich wirklich fit gemacht haben. Ich trau mich noch nicht auf Munin reiten. Man kann es sicher, ich hab schon probiert ob er mich tragen kann. Es machte den Eindruck als würde er mein Gewicht nicht einmal merken. Aber darauf sitzen und reiten... Ich weiß nicht, dafür hab ich noch ziemlich viel Respekt. Wobei ich eigentlich sowieso nur sterben könnte, und den Schmerz von einer Höhe nach unten zu fallen und unter knackenden Knochen und schnalzenden Sehnen zu sterben kenne ich bereits. Einen versuch wäre es Wert. Nur so lernen wir es beide. Hehe, ich glaub Daddy war stolz auf mich als ich mit diesem mächtigen Adler ankam. Es gibt hier auch Geier, aber die sind nicht so gigantisch wie Munin. Die sind normal groß gewesen, aber dennoch waren sie verdammt aggressiv. Ich glaube die waren auf das faule Fleisch scharf welches ich noch nicht weggeworfen hatte. Die Klauen der Tiere gruben sich verdammt tief in mein Fleisch, ich hab es Dad nicht gezeigt oder erzählt. Es war auch nicht wirklich wichtig. Aber ich bin überglücklich dass wir wieder vereint sind.

      Auf dem Weg hier her sah ich von weitem ein Rudel Hyänen. Natürlich lief ich nicht unvorbereitet auf sie zu. Ich baute mir einen art Käfig und schnappte mir meine Wurffesseln. Munin flog schützend über mir als ich den Hunden pfiff. Zu acht kamen sie auf uns zu gestürmt und ich rannte in den Käfig und warf das andere Gitter um. Nun saß ich in der Falle und um den Käfig herum trieben sich acht hungrige Kreaturen. Ich schoss gezielt durch die Lücken im Zaun um die Tiere los zu werden und irgendwann fand Munin das nicht mehr lustig, dass die Tiere in meine Richtung geschnappt hatten. Mit einem Schrei krallte er sich eines der Tiere und zerriss es mit seinem Schnabel in der Luft. Kurz darauf packte er sich eine Weitere und trog sie hoch in die Luft ehe er sie fallen lies. Ich schoss in der Zeit weiter durch den Zaun und erlegte selbst drei Stück. Irgendwann hatten wir dann genug dieser Dinger getötet und die letzte flüchtete feige. Aber dass war noch nicht alles !

      Als ich aufwachte, wo wir zuvor hausten, dort lag neben mir auf der anderen Klippeninsel ein Greif! Wieso immer ich? Greifen, wilde Drachen, Federraptoren. Immer ich. Er schien aber keine dumme Bestie zu sein. Er beobachtete. Er blieb in Deckung. Er schien zu lernen und eine Strategie zu haben. Auch wenn das jetzt nun wirklich verrückt klingt... Aber für einen kurzen Moment überlegte ich, ob ich mich ihm nähern sollte. Ohne Waffen, ohne Angst. Ich weiß nicht warum, aber ich glaube er war mehr als nur ein Dummes Tier. Dazu schien er zu neugierig. Er kreiste und schwebte über mir um mich zu beobachten, er blieb in Deckung und spähte über den Fels. Hätte er mir etwas tun wollen, hätte er das Zelt einfach niedergerissen. Er faszinierte mich. Ach, und dann war da noch dieser billige Ironman verschnitt. Langsam wird es hier echt lächerlich. Drachen, Greifen, Dinos. Und dann auch noch ein Ironman der Klasse B. Ich fühl mich hier doch ein wenig verarscht - muss ich zugeben. Aber egal, das wichtigste ist dass die Familie wieder zusammen findet.
    • Lächelnd sieht sie zu dem Dodo welcher sich inzwischen hingesetzt hat und seinen Kopf unter dem Flügel versteckte. "Drago." kicherte sie amüsiert und schüttelte den Kopf während sie kurz das Stoffband ihrer Brille zurecht rutschte. Nachdenklich sieht sie in die Ferne und betrachtete das Meer. Sie erinnerte sich an die vergangenen drei Jahre. Ihre Entwicklung. Ihre Ausbildung, ihre Freunde und Familie. Ja selbst an die Leute welche sie töten wollte dachte sie für einen Moment. Und doch waren sie ihr davon gekommen, stellte sie fluchend fest. Sie dachte an die Schlachtung am Hafen und schüttelte den Kopf bevor sie weiter schreibt.
      Der Weg dort hin war wirklich hart, von mehreren Rudeln großer Fleischfresser über einem Trex oder diesen doofen Vögeln. Alles mögliche ist uns begegnet. Und dann finden wir endlich die besagte Bucht. Ich lag lange in Deckung und kundschaftete nur aus, doch nichts regte sich. Munin und ich versuchten über die Felsbrücke zu kommen, doch die war in der Mitte nicht geschlossen also entschloss ich mich von der Klippe ins Meer zu springen. Ich schlich mich die Felsen nach oben und brachte Munin dazu zu landen. Bisher habe ich ihn immer mit der Peitsche vorsichtig nach unten gezogen, doch allmählich versteht der schlaue Vogel was ich von ihm möchte. Auch wenn er hin und wieder länger braucht als er sollte. Brav folgte er mir laufend und ich führte ihn ein Stück in Deckung bevor ich mich wieder auf den kalten Fels legte und langsam nach vorne kroch. Ich beobachtete diesen Typen der dort auf seinem Dino umher ritt. Neugierig lag ich auf der Lauer und überlegte. Wie unvorsichtig er sich doch bewegte, wie unaufmerksam er über das Dach huschte und die Umgebung beobachtete und dennoch nichts zu sehen schien. Irgendwann, während das Feuer oben brannte und mein Fleisch allmählich fertig wurde, ging ich wieder zu Munin hoch und nahm ihn mit runter. Ich trat das Feuer aus und ging nach unten. Beinahe eingeschüchtert bat mich ein Fremder den Bogen runter zu nehmen. Für einen kurzen Moment überlegte ich, doch dann sah ich ihn nicht wirklich als Gefahr an und hängte mir den Bogen um. Ich stufte den Fremden nicht als ungefährlich ein, sondern ich stufte Munin als zu gefährlich ein als dass man sich freiwillig mit ihm anlegen würde. Doch selbst als der große Adler beinahe an der Klippe stand sah er ihn nicht. Er stellte sich mir als Gordon, irgendwas, Huntington vor.
      Als ich seinen Namen hörte schossen mir unzählige Bilder durch den Kopf und ich hatte sofort Gordons und Mein Lied im Kopf. Ich weiß nicht ob ich im selben Moment verträumt lächelte, aber ich glaube das wäre sowieso unwichtig gewesen. Denn als er meinen Namen hörte schien er förmlich vom Glauben ab zu fallen. Erst wusste ich nicht warum, doch dann verstand ich es. Der Bär war bei ihm. Er hatte mir eine Nachricht hinterlassen und mein Herz machte einen Satz.


      Der Fremde schien ziemlich verwirrt deswegen, doch ich wusste genau dass Daddy hier gewesen war. Er suchte nach mir. Ich war nicht allein auf dieser verdammten Insel. Daddy lies ausrichten ich solle hier bleiben. Ich traue diesem Huntington immer noch nicht, es könnte eine Falle sein. Doch es war der einzige Hinweis auf Jeff. Also blieb ich. Notfalls hatte ich immer noch den mächtigen Adler vor der Tür. Und vor dem Dreihorn als auch vor der Hyäne hatte ich nicht viel zu befürchten solange Munin mich schützte. Ich unterschätzte zwar mein Gegenüber nicht, aber viel Chancen rechnete ich ihm auch nicht an. Ich hatte von den Soldaten zu viel gelernt um mich noch schnell einschüchtern zu lassen. Nicht einmal mehr die Soldaten selbst konnten mich noch einschüchtern - abgesehen von riesigen bösartigen Fleischfressern...

      Irgendein Bob, glaub ich, kam vorbei und meinte Daddy wäre in Richtung eines anderen gelaufen. Natürlich rannte ich sofort nach draußen. Und während ich hastig durch die Blätter rannte und über den Baumstamm sprang hörte ich plötzlich seine Stimme. Wie angewurzelt blieb ich stehen und traute meinen Ohren nicht. Irgendwie glaubte ich nicht dass ich einen von beiden wieder sehen würde, auch wenn ich es sehr hoffte. Ich freute mich und ich glaube wären die Fremden nicht dabei gewesen, dann hätte ich sicherlich zu weinen angefangen - natürlich vor Freude! Als er seine Arme um mich legte fühlte ich mich wieder wie Zuhause. Der kleine Danilo hatte recht, Zuhause ist nicht dort wo man wohnt, sondern dort wo Menschen sind die man gerne hat. Ich muss wirklich sagen dass es mir wohler ist wenn Daddy erstmal bei mir schläft. Ich trau keinem der anderen über den Weg und ich weiß das Dad auf mich aufpasst wenn ich schlafe. So wie in der Tankstelle als wir die Autos und Zelte geplündert hatten. Abermals hielt er sein Wort, auch wenn es lediglich ein paar Jacken und Decken waren mit denen er mir einen schönen Schlafplatz baute. Ich bin überglücklich. Eigentlich dachte ich nicht das es einen Besseren Tag gäbe als den einen wo ich den Brief bekam. Als ich meine Marke von ihm bekam - aber doch, den gab es. Und zwar als ich ihn endlich wieder traf in dieser prähistorischen Hölle.

      Mal sehen. Hier treibt sich scheinbar noch ein Gunnery Sergeant herum. Ich bin gespannt. Anhand des Rangs müsste er ein US Marine sein... Ausgerechnet ein Amerikaner... Mir wäre ja sogar noch der Russe lieber gewesen als der Ammi. Aber vielleicht können wir ihn gebrauchen, mal sehen aus welchem Holz er geschnitzt ist. Ich bin gespannt was Daddy mit dem Soldaten vor hat. Wie war sein Name? Maeldun ? Oder so ähnlich? Und seine Frau müsste sich hier auch irgendwo herum treiben. Hmm. Ich glaube Daddy und ich werde erst einmal etwas auf Abstand bleiben. Ich fühl mich hier sogar noch Unwohler als der Moment wo ich das erste mal in Staroye war. Der Kerl gestern scheint ja ganz nett zu sein, aber irgendwie ist mir das hier alles seltsam. Ich werde mit Daddy irgendwann mal diese Kiste dort oben knacken. Ich bin mir sicher das Munin eine zugenagelte Kiste aufbekommt. Ich muss ihn nur irgendwie dazu bringen sie auch knacken zu wollen.

      Aber bis dahin bleiben wir erst einmal in der Nähe. Ich möchte den Fremden hier vielleicht sogar eine Chance geben, doch sofort bei ihnen einziehen... Ich weiß nicht. Mir ist es lieber wenn Daddy und ich erstmal unter uns sind und wir sie kennen lernen können. Vielleicht sind sie auch nicht so wie sie scheinen, wer weiß. Bei den Göttern, ich bin so froh dass ich ihn endlich gefunden habe. Und scheinbar ging es Daddy und diesem Huntington besser als mir. Keiner von ihnen starb bisher und beide waren mindestens genau so überrascht wie ich als sie davon hörten, dass ich schon ein paar mal gestorben sei. Ich muss Daddy nur noch von dem Stein erzählen - wenn wir jemanden aus dem Weg räumen wollen ist es wichtig dass er das auch weiß. Sehr wichtig.

      Erst einmal heißt es sich zu stärken und die anderen zu analysieren. Aber ich denke Daddy hat sowieso schon wieder einen Plan, so wie ich ihn kenne. Ich werde erst mal runter gehen und schauen wie es Munin geht. Dann etwas essen, Trainieren und anschließend mach ich mich ein wenig Nützlich. Mal schauen wie lang Daddy schläft, ich weiß nicht wann er sich hingelegt hatte. Ich merkte nur das er mir noch einmal kurz durch die Haare streichelte bevor er sich auch schlafen legte. So wie ich ihn kenne war das erst vor kurzem. Ich lass ihn mal schlafen.

      Leise stupst sie den Dodo an "Drago, komm, Futter." flüstert sie leise und der Dodo hebt gurrend den Kopf. "Psst." zischt sie den Dodo an und dieser zieht sofort den Kopf ein ehe er ihr schweigend in seinem Watschelgang folgt. Mit einem sanften Lächeln sieht sie noch einmal kurz zum Bett und geht mit dem Vogel nach unten. Noch bevor sie sich etwas zu Essen holte warf sie den Tieren ein Fleischstück zu, Munin Zwei, und kippte den Pflanzenfressern ein paar Eimer Beeren hin. erst dann begann sie mit dem Training und holte sich anschließend etwas zu Essen. Ohne den Geschmackssinn war es ihr absolut gleichgültig was sie zu Futtern hatte. Hauptsache die Nährwerte stimmten und es sättigte. Noch immer nahm sie sich zu Herzen was ihr der schwarze Rabe einst sagte.
    • Beinahe zufrieden und dennoch angespannt schlendert die junge Frau durch den Hof. In Gedanken krault sie den Hals des Adlers und streicht über die übergroßen Federn. "Ssscht mein Guter." flüstert sie kaum hörbar und lehnt sich leicht gegen den Adler welcher sie aufmerksam und neugierig mustert. Als sie in den Himmel sieht stupst sie der Adler an und sie seufzt "Mensch, du bist echt verfressen." sagt sie amüsiert und wirft dem Adler ein Stück Fleisch nach oben so dass er es fangen kann. Kurz darauf geht sie nach oben auf das Dach wo sie die Fackeln löscht um sich in die Dunkelheit zu setzen.
      Nach einigen Minuten, als ihr Blick über die Gegend schweifte, nahm sie ihr Tagebuch und begann zu schreiben.

      Ein Drache. Ich dachte mir die Katzenfrau, Cara, würde mich verarschen. Aber nein. Und als ich dann auch noch hörte dass jemand auf diesen Tieren ritt, fiel ich beinahe komplett vom Glauben ab. Der Tag heute war wirklich... Interessant...

      Es fing schon alles beschissen an. Dad ging nach draußen und ich folgte ihm. Ich war neugierig was er vor hatte. Wir gingen durch die Klippen hindurch und schlichen uns um die gefährlichen Fleischfresser. Ich hatte Munin dabei, aber dennoch war es mir lieber wenn wir sie umgehen. Als vor uns einer dieser Hornraptoren stand gingen wir in Angriffsstellung. Doch plötzlich sprang von oben eine Katze herunter und die Situation eskalierte. Munin griff sofort schützend an und der große Fleischfresser erkannte seine Chance. Der Adler mit der Katze beschäftigt versuchte das große Tier mich und Dad zu erwischen. Doch ! Da machte er die Rechnung ohne uns! Munin hatte die Katze bald erledigt und der große Fleischfresser folgte sogleich. Vater verpasste ihm ein paar Schuss und auch meine Pfeile trafen ins Schwarze. Irgendwann ging das Tier blutüberströmt zu Boden und atmete ein paar mal noch schwer ehe es still wurde. Natürlich lobte ich den großen Vogel und schaute nach Dad. Aber es ging uns gut. Die Rüstung die er hat, hatte zwar minimale Kratzer abbekommen, aber kaum der Rede wert. Wir sahen eine interessante Statue, ein Gesicht in den Fels gemeißelt und wollten uns das Ganze genauer anschauen. Doch es wimmelte von Fleischfressern. So wie wir dort waren und Munin über mir kreiste und flog verlor ich Dad aus den Augen. Ich drehte mich um und sah wie so eine Mietze Dad verfolgte. Munin und ich eilten in seine Richtung. Noch während ich dort hin hetzte und von Fels zu Fels sprang griff mich ebenfalls eine Katze und ein Federraptor an. Ich schaffte es mich auf einen Vorsprung zu flüchten und die Katze zu erledigen. Anschließend beschoss ich die Raptoren von oben und Munin griff an. Ich eilte zu John und versuchte ihn noch weg zu schleppen, doch es war schon fast zu spät. Ich merkte wie sein Blutdruck drastisch sank und er überall Biss- und Kratzwunden hatte. Ich schnappte mir sein Zeug und wartete bis er tot war - egal ob er wieder kam oder nicht, ich würde ihn niemals in so einem Moment alleine lassen.

      Als ich mir sicher war ging ich wieder zurück. Doch der Weg zurück brachte eine Überraschung. Abermals war mein mysteriöser Freund hier. Ich sah seinen Schatten und als ich nach oben sah erblickte ich seine Schwingen. Der Greif.
      Warum war er schon wieder da? Und warum blieb er immer auf einem gewissen Abstand? Das Wesen machte mich neugierig. Er wollte mir nichts tun, wenn er wollte, hätte er es schon als ich schlief. Ich beachtete ihn nicht weiter, hielt ihn aber dennoch im Blick. Als ich bei der Company ankam fragte ich nach John, doch keiner hatte ihn gesehen. Also ging ich nach oben in unser Zimmer. Keuchend kniete er am Bett und ich konnte mir ein Grinsen irgendwie nicht verkneifen. Jetzt wusste er mal wie ich mich fühlte. Es ist inzwischen vier Tage her und ich spüre immer noch manche Verletzungen. Zwar nicht mehr so, dass sie mich beeinträchtigen, aber sobald ich dran denke wird der Schmerz wieder intensiver. Hehe. Daddy hat für einen kurzen Moment gejammert. Gut das ich das Tuch und die Brille um hatte - sonst hätte er vielleicht mein hämisches Grinsen gesehen.

      Wir diskutierten anschließend über die Welt und diese Ruine auf dem Berg. Huntington wirkte irgendwie eingeschnappt als Rohan, Daddy und ich einer Meinung waren. Er hatte das ganze irgendwie in den falschen Hals bekommen und ging davon aus dass wir sofort aufbrechen wollten. Doch das hatte doch niemand von uns gesagt? Er schien irgendwie grundsätzlich dagegen zu sein dass jemand von uns unterwegs ist. Ich weiß nicht, mir gefällt das nicht. Er drehte ihnen die Worte im Mund um und meinte wir würden sofort aufbrechen wollen. Und dann diese Sinnlose Diskussion über Vermutungen oder Feststellungen. Ich hab das Gefühl er fühlt sich von Daddy irgendwie bedroht, als hätte er Angst dass Ian ihm den Platz streitig machen will. Ganz eigenartig. Aber zumindest war Rohan unserer Meinung. Außerdem kann er Granaten bauen, ich finde ihn genial. Irgendwie gefällt mir der Kerl. Ich habe den Eindruck dass er etwas für uns sein könnte, mal schauen was Dad vor hat. Rohan macht mir den Eindruck als würde er die alten Werte noch kennen und schätzen. Ich muss morgen mal mit Dad reden was er von ihm hält.

      Und dann war da noch dieser Drachenreiter und Cara. Eigenartiges Gespann. Der eine will Ruhe und Frieden, die andere will ihn und den Drachen töten. Ich glaube das dies eher eine Beziehungskrise ist als etwas anderes. Wobei mir dieser Chris nicht feindlich vor kam. Er schien uns nur vor dem Greif schützen zu wollen. Apropos Greif!
      Ich sah ihn wieder. Er war in der Schlucht die ich vorhin erwähnt hatte. Und als wir drin saßen und uns unterhielten hörte ich kräftige Flügelschläge und etwas auf dem Dach landen. Für einen dieser seltsamen Flugsaurier war es definitiv zu laut. Ich ging also nach draußen und sah mich um. Und dort sah ich ihn wieder. Natürlich hatten die Männer sofort die Waffen draußen - ich sagte ihnen sie sollen sie runter nehmen und kletterte aufs Dach. Gordon versuchte ihn mit Fleisch anzulocken und zu Füttern. Doch ich denke das diese Kreatur intelligenter ist. Ich wollte einen Versuch starten ihm näher zu kommen, eine Verbindung aufzubauen. Ich hob ergebend die Hände und ging langsam auf ihn zu. Doch der Greif drehte ab und mein Blick folgte. Plötzlich sah ich einen Drachen und wie der Greif diesen scheinbar angriff. Im ersten Moment dachte ich sie wären befreundet, doch als der Drache seine Flammen hinterher schickte musste auch ich mich ducken! Die beiden fochten einen kurzen Kampf über uns aus und der Greif drehte ab.


    • Verträumt sieht sie auf ihr Tagebuch ehe sie in den Nachthimmel blickt und die Umgebung nach den bekannten Schwingen absucht. Irgendwie hatte sie das Gefühl dass er nicht weit ist, doch die Frage war warum und was er von ihnen wollte. Wollte er sie tatsächlich nur warnen, wie Cara es erzählt hatte? Auf jeden Fall war sich Valeria sicher dass er ihnen nichts tun wollte. Zu lange folgte der Greif ihr ohne dass er eine Gefahr darstellte. Er wirkte zu Neugierig und zu Intelligent um einfach dumm zuzuschlagen. Einfach nur des Hungers Willen. Doch so sehr sie auch die Umgebung absuchte, sie fand nichts. Weder Chris und den Drachen noch den Greifen. Überlegend drehte sie immer wieder das Kohlestück zwischen ihren Fingern während sie darüber nachdachte ob sie Chris eine Nachricht hinterlassen sollte. Schließlich hatte sie die Möglichkeit ihn zu erreichen.


      Kurz darauf landete der Drache wieder auf der Klippe neben uns und ich ging nach draußen. Der Reiter, Chris, landete mit ihm unten und stieg ab. Ich war viel zu neugierig. Daddy wollte ihn berühren doch irgendwas hinderte ihn daran. Aber ich muss zugeben, ich hatte keine Angst vor dem faszinierenden Wesen. Verflucht großen Respekt, aber keine Angst. Chris war sich selbst nicht sicher ob Ian den Drachen anfassen konnte ohne dass etwas passierte, aber ich vertraute einfach meinem Gefühl. Ich näherte mich langsam dem Tier und streckte meine Hand kaum merklich aus. Erst als er in meine Richtung sah und an meiner Hand schnupperte ging ich ein wenig näher und streckte die Hand erneut in seine Richtung. Als ich meine Handschuhe ausgezogen hatte roch er erneut an meiner Hand und leckte diese sogar ab. Ich weiß nicht was ich erwartet hatte, aber seine Zunge war sanft und weich. Der Speichel war ein wenig zähflüssiger als wie von einem Hund, aber dennoch nicht klebrig. Einfach nur ein faszinierendes Tier. Ich bin immer noch hin und weg. Mein Herz raste förmlich. Ich hatte nicht einmal mitbekommen über was sich die anderen alles unterhielten. Mich hatte der Drache in seinen Bann gezogen und ich war wie hypnotisiert von ihm.

      Erst als jemand sagte dass etwas die Tiere weiter weg aufscheuchte realisierte ich wieder dass die anderen da sind. Ich pfiff Munin und wollte mit ihm los. Doch der dämliche Adler wartete vor dem Tor anstatt drüber zu fliegen. Nachdem ich ihn dann mit raus gelassen hatte rannte ich los und wir fanden ein Skorpion. Munin kümmerte sich um das Ungeziefer und wir gingen zurück. Irgendwie kamen die Männer scheinbar auf Bier, denn der Drachenreiter holte welches von diesem New Harbor. Während er los flog kam die Katzenlady wieder und ich ging los um den Reiter abzufangen. Ich weiß zwar nicht was genau zwischen ihnen los ist, aber ich hatte das Gefühl dass die beiden nicht unbedingt bei uns aufeinander treffen sollten. Als er über mich hinweg flog winkte ich ihn ab und rief ihm zu. Kurz darauf kam Dad auch schon und wir redeten ein wenig mit dem Reiter. Er meinte er wolle genau zu Cara, auch wenn er uns nicht in Gefahr bringen wollte. Mit diesen Worten war er dann auch schon wieder so gut wie weg und flog in die Richtung der Frau.
      Ich kann mir nicht helfen, aber der Reiter fasziniert mich mindestens genau so wie der junge Drache auf dem er flog. Meiner Meinung ist er für größeres Bestimmt als jämmerlich abgeschossen zu werden.


      Später kam Cara dann wieder und wir unterhielten uns. Also Dad, Sie und ich. Hehe. Dad hat Interesse an ihr gefunden. Das gefällt mir. Und ja, sie ist interessant, sehr sogar. Ich kann verstehen warum Daddy etwas in ihr sieht. Ich weiß noch nicht was, aber ich werde es noch heraus finden. Schließlich bin ich nicht um sonst seine Tochter. Hehe. Ich bin gespannt was er vor hat, Dad weiß sicherlich schon wieder mehr als ich. Aber erst einmal gilt es an Ausrüstung und Behausung zu gewinnen. Sowohl unsere Ausrüstung als auch unsere Unterkunft benötigen mehr Aufmerksamkeit. Sie mag uns zwar vielleicht vor Raptoren oder etwas der gleichen Schützen, aber niemals vor Drachen, Greifen oder T-Rexen. Niemals. Von Kassandra glaueb ich könnte ich noch viel lernen. Sie scheint ruhig zu sein, aber sie und Rohan scheinen sich sehr zu lieben. Schön so etwas zu sehen. Keine Ahnung wie lange es her ist als ich so etwas zum letzten mal gesehen habe. Ich glaube Grey und Larissa...
      Ich hoffe nur dass sich Huntington wieder einkriegt und morgen nicht mehr so eingeschnappt ist. Er wirkte am Abend ziemlich reserviert und beleidigt. Rohan hilft mir und Daddy mit dieser Kiste die Dad gefunden hat.
      Vielleicht ist dort so eine Rüstung drin, hehe. Dann spiel ich ein auf Irongirl. Wobei Rohan ja das Jetpack haben will. Aber ich glaub ich komm auch ohne klar, wenn da tatsächlich so eine Rüstung drin ist.


      Cara erzählte uns noch einiges von ihrer Mutter, einem Tagebuch, der Vergangenheit des Planeten und und und.
      Wir müssen uns wirklich mal mit ihr treffen, in Ruhe. So können wir sicherlich sehr viel mehr herausfinden als wir bisher wissen oder selbst entdecken können. Und dieser Chronist. John hat ihm einen schönen Gruß bestellt da die Katzenlady sowieso meinte sie müsse zu ihm. Mal schauen wann wir ihn mal treffen werden.
      Doch erst einmal heißt es hier sicherer zu werden. Ich werde morgen mal mit Dad reden wie er vor hat weiter zu machen. Irgendwie fühle ich mich Unwohl wenn ich solange an einem Ort bin. Inzwischen bin ich es gewohnt umher zu ziehen. Zu reisen. Zu laufen. Ich werde schon fast verrückt wenn ich dran denken muss dass ich wieder in das Zimmer zum Schlafen muss. Rund herum Steinwände. Egal wie zugig meine Konstruktion war, irgendwie fühlte ich mich freier als hier. Die großen Mauern, das eingesperrte. Dafür war ich zu lange mit Wolf unterwegs. Ich werde morgen einfach mal mit Ian und Huntington reden. Vielleicht fällt ihnen eine Möglichkeit ein.
      Außerdem möchte ich wissen wo der Greif ist. Irgendwie zieht mich dieses Wesen schon fast magisch an. Ich bin mir sicher er ist klug genug dass er mich nicht angreifen würde. Nicht wenn ich ihm nichts tue. Ich möchte es herausfinden ob es wirklich so ist. Ich möchte wissen was mit diesem Tier ist. Warnte er uns wirklich oder war es Zufall? Sobald ich auf Munin reiten kann werde ich nach ihm suchen.


      Mit diesen Worten schließt sie ihr Buch und keilt das Kohlestück in das Lederband ein welches sie um das Buch wickelte. Sich streckend lässt sie sich rücklings auf das Dach fallen und betrachtet die Sterne. Keine Formation die ihr bekannt schien. Und dennoch konnte sie Sterne und Sternenbilder erkennen welche immer die selbe Position hatten. »Da ist also Norden - mein schöner Nordstern« dachte sie sich während sie anfing sich selbst ein paar Orientierungspunkte zu suchen. Immer wieder tauchte Chris mit seinem Drachen in ihren Gedanken auf. Sofort gefolgt von dem Greifen und dessen eigenartigem Verhalten. Man hörte oft in Legenden und Sagen dass diese Wesen eine eigene Persönlichkeit hatten. Manche sogar mit Menschen sprechen konnten. Doch noch immer wirkt es wie ein eigenartiger Traum in welchem sie gefangen war. Der Greif, Drachen, Chris der auf einem dieser Wesen ritt. Übergroße Eidechsen welche einen versuchen zu fressen... Alles seltsam. Nachdem der Mond senkrecht am Himmel stand schwang sich vom Dach auf ihren Balkon und öffnete leise die Tür. "Dad?" flüsterte sie leise und berührte ihn sanft an der Schulter. "Deine Schicht." sagte sie lächelnd und nickte mit dem Kopf in Richtung Fenster nach draußen. "Es war alles ruhig. Hehe, ich hatte meine erste Schicht." entgegnete sie ihm breit Grinsend und strahlte über beide Ohren. Anschließend legte sie sich hin und überlies ihm die Wache. Es dauerte nicht lange bis sie schlief, auch wenn ihre Träume durch den Reiter und dessen Drache sehr unruhig waren. Wenn sie nicht von den beiden Träumte, dann sah sie den Greifen in ihren Träumen wie er mehr war als nur ein Tier. Wie sich der Greif und der Drache bekämpften während sie und Chris nicht mehr tun konnten als zuzusehen. Im selben Moment standen sie und Chris sich gegenüber, die Waffen erhoben und aufeinander gerichtet. Nur Cara stand abseits und beobachtete das Spiel während sie, wie sie gestern gesagt hatte, wieder alles von der Klippe aus beobachtete.
    • Schweigend sitzt Valeria neben ihrem Vogel. Gemütlich hat sie sich an ihm angelehnt und sich in dessen Gefieder gekuschelt. Ruhend liegt der Adler dort und hat seinen Kopf auf dem Flügel abgelegt. Seine ruhigen und gleichmäßigen Atemzüge haben etwas beruhigendes an sich. Der Blick der jungen Frau gleitet suchend über die Gegend, doch weit und breit ist der Greif nicht zu entdecken. Irgendwann nimmt sie ihr Buch heraus und holt sich ein neues Kohlestück aus dem Lagerfeuer ehe sie zu schreiben beginnt.

      Dad und ich waren heute in der Ruine. Dort war tatsächlich unzähliges an Ungeziefer. Als ich in den Schlagschatten spähte sah ich nicht viel und schon kam auch schon ein Netz heraus geschossen. Munin reagierte sofort und werte die herauskommende Armee ab. Ich versuchte mich von den Spinnweben zu befreien und zu flüchten, doch dieses Zeug klebte überall. Einfach nur noch abartig. Gesicht, Arme, Beine, Hände. Alles war voll von dieser extrem zähen klebrigen Substanz. Als ich dann soweit wieder frei war zog ich mich ein Stück zurück. Doch dann kam Dad. Und genau hinter ihm seilten sich vier Spinnen ab. Ich schrie Munin noch zu er solle Dad schützen, doch gegen so viel Insekten hatte John keine Chance. Der schaffte es Zwei abzuwehren. Er erlegte noch eine Dritte. Doch es kamen immer mehr, ich versuchte so viele zu treffen wie ich nur konnte, aber es schien keine Wirkung zu haben da es einfach zu viele waren. Irgendwann sah ich nur noch wie eines dieser Viecher Dad mit den Spinnweben traf und er bewegungsunfähig war. Und schon war es zu spät. Die biss ihm direkt in die Brust und ich wusste dass er nicht viel Chancen hatte. Das Wir nicht viel Chancen hatten.

      Ich huschte die Treppe nach unten und rannte durch die Armee an Krabbeltieren. Munin gab mir Deckung und schützte mich noch immer. Erst als ich draußen war Pfiff ich ihm und er kam geflogen. Meine linke Schulter schmerzte und ich merkte wie etwas meine Arm hinunter lief. Blut... Eines dieser Mistviecher hat mich gebissen. Und plötzlich wurde mir ganz seltsam. Ich spürte meinen Arm nicht mehr, kurz darauf meine ganze linke Seite nicht mehr ehe ich zusammen sackte. Das grauenvolle daran war, dass ich alles mitbekam und nur gelähmt war. Ich wollte dem Adler etwas sagen, doch ich konnte nicht. Ich merkte wie meine Atmung immer langsamer wurde und ich dachte mir dass ich wieder drauf gehe, doch nach einiger Zeit spürte ich meine Fingerspitzen wieder und ich konnte mich langsam wieder bewegen. Was für ein widerliches Gefühl... Munin hatte sich vorsichtig auf mich gesetzt während ich dort gelähmt lag. Irgendwie schon süß, als wäre ich ein Ei. Hehe. Ohje.. Ist Munin vielleicht doch ein Weibchen welches Schutzgefühle entwickelt hat??? Naja egal. Munin ist und bleibt Munin.


      Gerade als ich mich auf den Rückweg machen wollte sah ich aus dem Augenwinkel etwas auf dem Dach der Ruine. Der Greif! Ich blieb stehen und beobachtete ihn genau so wie er mich beobachtete. Ich ging näher an die Ruine und der Greif landete auf der unteren Ebene davon. Ich sprach mit ihm, ich weiß nicht was ich mir dachte. Ich hatte gehofft er würde es verstehen was ich sagte. Und ja! Er tat es! Ich kann mich immer noch nicht beruhigen. Nachdem ich eine Zeit lang mit ihm gesprochen hatte landete er vor mir. Sein Anblick war so majestätisch, sein Blick so ehrlich. Jetzt versteh ich die ganzen Mythen und Legenden über diese Tiere. Ich fühlte mich in seiner Gegenwart sicher und Unsicher zu gleich. Ich wusste dass er mehr macht hatte, als ich begreifen konnte... Und dennoch hatte ich keine Angst vor ihm. Ich traute mich nicht ihm direkt in die Augen zu sehen, ich weiß nicht warum. Es wirkte für mich Respektlos. Aber ich hatte Recht, dieses Wesen verstand mehr als wir dachten. Er versuchte mir etwas über die Drachen zu erklären, über Chris, warum er und schützte. Doch ich verstand nicht viel genug. Ich weiß zu wenig über diese Welt hier. Alles was ich verstanden habe, oder glaube verstanden zu haben, sind lediglich Vermutungen. Mir fehlen die Beweise. Aber eins weiß ich, alles hat etwas mit diesem Tagebuch zu tun. Sobald Daddy dann wach wird muss ich mit ihm reden.


      Sanft krault sie dem schlafende Adler durch die Federn und sieht überlegend in ihr Tagebuch. Immer mal wieder erhebt sich ihr Blick und hält nach Chris oder dem Greifen ausschau. Ihr ging die Situation in New Harbor nicht aus dem Kopf. Und warum Munin dort war, aber Chris scheinbar nicht. Auch Cara meinte er müsse dort sein. Der kühle Wind pfeift über sie hinweg und sie lehnt sich weiter an den Adler an um ein wenig mehr Wärme zu speichern. Innerlich entschlossen Chris zu treffen seufzt sie tief und widmet sich wieder ihrem Buch zu.

      Als ich von dem Greif zurück bin hatte mich Cara gefunden. Sie und ihr Wolf begleiteten mich und Munin zurück zur Company. Doch es verlief etwas anders als wir dachten. Allem konnte ich aus dem Weg gehen, drei riesigen Fleischfressern, Adlern, Skorpionen, Raptoren. Und dann? Dann schaffen es Geier mich so zu verwunden dass ich langsam ausblute. Munin dieser bekloppte Vogel war weit oben im Schwebeflug und überwachte scheinbar die Gegend anstatt runter zu kommen... Doofer Vogel. Dad hatte mir in der Zeit einen Zettel hinterlassen. Das er weg ist und wo ich ihn finde. Es war keine Frage dass ich ihm folgen würde, doch erst wenn ich Munin wieder habe. Als mich Cara zu einem ganz bestimmten Ort brachte redeten wir lange. Sie erzählte mir von der Mutter, von Chris, den Drachen und auch dem Greifen. Und dennoch schaffe ich es nicht da Puzzle zusammen zu fügen. Was genau wollte mir der Greif sagen...? Warum genau sah das Tier scheinbar überlegend zur Ruine als ich ihn fragte ob jemand sterben wird... Oder eher muss. Ist er sich selbst nicht sicher? Wiederholt sich die Geschichte tatsächlich und der Greif möchte sie verändern? Uns warnen den selben Fehler zu tun?
      Ich weiß es nicht, Dad wüsste sicherlich schon einen Plan, aber ich bin leider nicht er. Noch immer stellen sich mir die Haare auf wenn ich daran denke als der Greif vor mir gelandet ist. Dieses gigantische Wesen. Einfach... Unbeschreiblich. Chris' Drache war beeindruckend, aber der Greif ist einfach nur noch... Unbeschreiblich. Und auch wenn es nur ein Tier ist, ich konnte seine Mimik lesen, er hatte Emotionen. Natürlich kann man mir sagen ich hätte mir das Eingebildet. Aber ich bin auch ein Mensch der daran glaubt dass ein Hund eine Mimik besitzt - und es nicht nur zufälliges Verhalten ist.

      Naja. Irgendwann, als wir redeten. Kam Munin angeflogen. Er hatte uns sicher gesehen wie wir den Weg entlang gingen und folgte mir nachdem die Gegend scheinbar, in seinen Augen, wieder sicher war. Ich hab mich getraut... Aber auch nur weil Cara mir Mut gemacht hat. Ich warf ihm die Lederriemen und den Lederfetzen über und setzte mich vorsichtig auf seinen Rücken. Es störte ihn nicht, aber dennoch merkte man dass es ihm Fremd war. Mittels des Trainings, also den Pfiffen auf die er hörte, lenkte ich ihn im Flug und der große Adler folgte meinem Befehl. Wow. Was für ein Gefühl. Ich spürte jeden Schwingenschlag unter dem Leder. Jede Bewegung. Jeden Atemzug. Irgendwann fanden wir beide Dad. Ich sah den Stolz förmlich in seinem Gesicht als ich auf Munin ankam. Ich muss zugeben, ich hab noch ein wenig Respekt davor auf dem großen Vogel zu sitzen, aber dennoch vertraue ich dem Tier. Er hat mich schon so oft geschützt. Ich denke nicht dass er mir einfach so etwas tun würde, geschweige denn mich Abwerfen würde.

      Erst einmal heißt es nun sich eine grobe Unterkunft zu schaffen. Durch den Adler wird vieles leichter. Er kann mich schützen während ich Knochen und Holz anschleppe. Mal sehen was wir alles hinbekommen. Zurück will ich nicht mehr. Wer uns ständig so anpflaumt der braucht sich nicht wundern wenn wir nicht mehr kommen. Ich finde es nur wegen Rohan schade. Aber gut, Opfer müssen gebracht werden.
      Ich hoffe dass Cara uns heute findet. Ich seh mehr in ihr als manch andere. Sie hat den Sinn einer Familie verstanden. Nicht so wie Huntington. Sie scheint mir und Dad ziemlich ähnlich zu sein. Mal sehen was er mit ihr vor hat. Ich seh großes in ihr - und wenn ich es sehe - sieht er es sicherlich auch. Vermutlich schon vor mir. Nicht um sonst hat er Interesse an ihr. Hehe. Wie meinte er noch? "Schöne Frau"? Ja ja Daddy, der Chameur. Hehe.


      Aber erst einmal muss ich hier weiter arbeiten.
      Ich schreibe Später vielleicht noch.


      Seufzend schließt sie das Buch und denkt über den Reiter nach. Er hatte gute Absichten, aber irgendetwas lief falsch. Sehr falsch. Auch wenn es in den Augen anderer vielleicht gefährlich war, Valeria wollte sich mit dem Reiter des Drachen treffen. Ob mit oder ohne dem Tier war ihr egal. Die junge Frau hatte keine Angst vor dem Drachen, nur heiden Respekt. Und schließlich fehlte der Flammentod noch in ihrer Sammlung. Über den Gedanken schmunzelnd schüttelt sie den Kopf. Wie bekloppt sie denn nun schon war. Aber sie würde nochmal mit ihm reden. Noch bevor die Fahne auf einer der beiden Seiten fallen würde.
    • Müde liegt Valeria in dem Bett und denkt über den Tag nach. Gähnend flechtet sie ihre Zöpfe auf und fährt sich durchs offene Haar. Unsicher und von innerer Unruhe eingenommen dreht sie sich von einer auf die andere Seite ehe sie mitten in der Nacht aufsteht und nach draußen geht. Sie sucht nach John. "Ich kann nicht schlafen. Ich übernehm." entgegnet sie ihrem Vater mit einem Unterton der jegliche Widerworte bereits im Keim erstickt. Sie klettert auf das Dach des Wolfstalles um von dort zu Munin rüber zu springen, auf den anderen Stall. "Komm Munin, lass uns eine kleine Runde drehen." flüstert sie leise während der Adler sie bereits neugierig musterte. "Aber leise." schiebt sie noch hinterher und hält dem Adler kurz den Schnabel zu damit er es auch versteht. Neben dem Bett in welchem sie versuchte zu schlafen liegt ihr Buch.

      Was für ein Tag. Dad und ich waren unterwegs und ärgerten Biber. Hehe. Wenn man ihre Dämme anfasst werden sie ganz schön ungemütlich. Aber wir fanden es ganz lustig. Dad und Munin scheinen sich immer mehr zu mögen. Sie sind sich irgendwie ähnlich, wenn man so etwas zwischen Tier und Mensch sagen kann. Der eine mindestens genau so draufgängerisch und verrückt wie der andere. Und ich glaube John findet es ganz amüsant, dass man hier nicht so schnell sterben kann. Er wird Unvorsichtig. Hin und wieder wünsche ich mich zurück. Zurück nach Hause. Ich vermiss Marcus sehr... Ich will ihn endlich wieder bei uns haben. Zuhause war noch alles in Ordnung. Es gab zwar unzählige Infizierte, aber dennoch war es mehr eine Heimat als hier. Die Familie war vereint. Ich schaff es die meiste Zeit meine Gedanken zu verbergen - auch vor Dad. Aber Nachts holen sie mich ein. Und wieder liege ich hier und kann nicht schlafen.

      Die Sache mit Chris und Cara. Ich weiß nicht ob ich richtig gehandelt hab, vielleicht ist es nur ein Trick von ihm und sie hat recht mit dem was sie vor hatte. Ich hab viele gebrochene Menschen gesehen. Und Chris gehört zu ihnen. Mit der Sache, die er seinem Freund antat, ich denke dass hat ihn gebrochen. Er ist noch lange nicht zerbrochen, aber ich seh in ihm irgendwie den schwarzen Wolf. Ich weiß nicht warum, aber er erinnert mich sehr stark an ihn. Hades, Wolf, John. Alles erinnert mich an sie. Zu guter letzt der Wille zu sterben. Er ist müde. Der kann und ich glaube auch er will nicht mehr. Doch er ist zu stark um selbst aufzugeben. Wie der schwarze Wolf.
      Ich muss zugeben es lässt mir keine Ruhe. Eigentlich sollte es mir egal sein ob der Fremde lebt oder stirbt - doch ich habe beim schwarzen Wolf schon einmal einen Fehler gemacht. Diesen wiederhole ich nicht noch einmal. Ich werde versuchen mit diesem Milan zu reden. Vielleicht kann ich auch ihm zeigen dass es sinnlos ist was er vor hat. Ich hoffe dass mich der Greif unterstützt. Das er mir folgt wie er es schon länger tut. Ich weiß nicht ob er das war, aber bereits in der Wüste, auf den Klippen. Dort saß auch ein Greif und beobachtete mich. Was mich nur aus dem Konzept bringt ist die Tatsache dass Cara ihn erst bei der Company gesehen hat und ich ihn bereits schon lange davor. Als würde er mir folgen. Was zur Hölle will das Tier von mir?
      Ich hoffe das Wesen tickt nicht wie Dad, naja. Zumindest kann er mir nicht ständig sagen er würde etwas großes in mir sehen. Hehe. Damit gingen mir Marcus, der schwarze Wolf und Dad schon viel zu sehr auf die Nerven.

      Ich glaube ich habe den Greifen verstanden. Er möchte weder Chris noch einen anderen töten. Er möchte es verhindern dass jemand stirbt. Das es nicht so endet wie damals mit dem Reiter und der Mutter.
      Wenn er Chris als Gefahr ansehen würde, oder Caras Weg der richtige wäre - dann hätte er Chris nicht das Leben gerettet. Dann wäre er gestern nicht dageblieben und hätte auf dem Dach ausgeharrt. Ich sah seine Reaktion oben auf der Klippe. Es war eine Mischung aus Neugier und Ungeduld. Wenn man Ungeduld mit einem Greifen überhaupt in Verbindung bringen kann.

      Das Gespräch verlief besser als ich dachte. Ich hoffe sie haben beide verstanden, dass sie sich wie Kinder benehmen. Und auch diesem Milan werde ich das ganze noch erklären, ich hoffe ich schaffe es. Ein Tod in einer Welt in der man Wiedergeboren wird ist kein Grund jemanden endgültig zu töten. Und auch kein Haus das abbrennt. Ja, der Junge, er hätte dort sein können. War er aber nicht. Ich hätte auch Cara oder Chris töten können. Habe ich aber nicht. Warum müssen die Menschen immer unbedingt auf Unwahrheiten und Gegebenheiten pochen welche nie wahr wurden? Den Menschen hier fehlt genau das was vielen anderen auch fehlt - das Leben. Das Leben im Hier und Jetzt. Sie leben in der Vergangenheit, sie reden von der Zukunft. Doch jeder vergisst zu Leben. Auch ich hab es nie verstanden. Bis ich nichts mehr hatte. Nichts und niemanden. Doch ich lernte Gordon kennen und erst durch ihn und Ian verstand ich was es bedeutet zu Leben. Erst Dad öffnete mir die Augen. Viele verstehen ihn nicht und dabei müssen sie es nicht verstehen sondern lediglich "hinsehen". Sie müssen nur "sehen" was wir "sehen". Aber scheinbar ist das zu schwer für die Meisten.
      Ich weiß noch nicht wie, aber irgendwie werde ich Milan schon überzeugen können Chris zumindest zu zuhören. Was er dann tut, ist seine Entscheidung. Wenn er ihn dann immer noch töten will, dann soll er das tun. Ich werde mich nicht dazwischen stellen.


    • Kopfschüttelnd sieht sie an die Decke und denkt darüber nach wann sie zuletzt so viel hatte dass sie dafür getötet hätte. Doch sie findet keine Antwort.
      Bei ihrer anderen Familie hätte sie nicht getötet - und Zuhause hatte sie nichts wofür sie töten hätte müssen. Materielle Dinge waren unerheblich. Lediglich die Waffe war wichtig. Denn sie war das einzige was sie am Leben hielt. Das einzige für was sie töten würde - wäre ihre Familie. Und auch für diese würde die hübsche Frau in den Tod gehen. Aber hier? Wo man wiedererweckt wird solange man den Stein trägt. Hier würde sie nur töten wenn jemand versucht den Stein zu entfernen. Ist das nicht der Fall - ist Rache sowie das Verlangen zu töten beinahe gleichgültig. Es grenzt schon eher einem Fluch nicht sterben zu können.

      Jemanden töten für ein Haus und einen unwirksamen Tod...
      In meinen Augen Schwachsinn. Ihnen allen sollte man alles nehmen, sie zusammen in die Hölle werfen und dort sagen "Lebt". Vielleicht sehen sie dann was Dad und ich sehen.
      Wenn man nichts mehr hat was einem genommen werden kann - wofür will man dann noch töten? Rache. Ja. Ich kenne das Gefühl. Mehr als nur gut. Der lodernde Hass brennt immer noch in meinem Körper. Aber inzwischen lasse ich mich nicht mehr davon antreiben. Inzwischen habe ich meine Wut und das brennende Verlangen von Rache im Griff.
      Und ich glaube auch Milan kann es lernen. Er hat nur etwas Materielles verloren - ich verlor Gordon. Mein Haus kann ich mir aufbauen, Gordon werde ich jedoch erst wieder dort oben sehen wenn ich die anderen Krieger zu ihnen bringe. Ich versteh es nicht, aber vielleicht lerne ich morgen auch noch etwas. Vielleicht kann mir auch Milan noch etwas beibringen.

      Chris und Cara scheinen beide das selbe Ziel zu haben. Aber dennoch schaffen sie es nicht miteinander ein Ziel zu verfolgen. Es erinnert mich ein wenig an die Glaubenskriege. Jeder sagt sein Gott wäre der bessere und sie schlachten sich Gegenseitig - und am Ende gewinnt der dritte welcher von dem Krieg profitiert. Beide sind der Meinung dass ihr Weg der Richtige - oder gar der Einzige ist. Doch sie sehen nicht dass der Weg, den jeder für sich geht, parallel zum anderen verläuft. Ich wünschte die Spinne hätte hier ihre Fäden so wie es Zuhause war. Dann muss ich mir keine Gedanken mehr machen. Wobei hier auch die Frage ist, warum ich sie mir überhaupt mache. Liegt es an diesem Greifen? Naja. Im Grunde ist es mir egal an was es liegt. Hauptsache ich werde nicht größenwahnsinnig und verfalle in den Glauben dass mich ein Tier auserwählt hat die Welt zu verbessern. Hehe. Reicht schon ein fanatischer Friedensbringer. Ich hoffe wirklich dass er es verstanden hat. Wenn nicht dann ist es nicht mehr mein Problem. Jeder ist für seinen Weg selbst verantwortlich. Das war Ewan, das war Jack und ja, auch der schwarze Wolf. Wir müssen nur verstehen was wir aus ihnen lernen können.

      Ich bin gespannt was Dad vor hat. Er scheint mit Cara irgendetwas vor zu haben, doch ich sehe es noch nicht.
      Sie ist uns sehr ähnlich. Und sie ist scheinbar die erste die den Sinn einer Familie versteht. Ich glaube ich weiß was er vor hat, aber das werde ich noch herausfinden. War nett von ihr uns mit zu sich zu nehmen. Der Weg zurück wäre weit gewesen. Aber dennoch... Ich möchte wieder zurück. Ich weiß nicht warum, aber ich fühle mich unwohl. Das liegt aber vielleicht auch an ihrem Artefakt. Chris reagierte eigenartig auf die Erwähnung der Artefakte. Mich würde zu sehr interessieren was dieses Ding hier kann, wenn es nicht wirklich nur Geschichten und Legenden sind. Aber wie man sieht, jede Legende oder jeder Mythos hat seinen Ursprung - so wie auch die Drachen und die Greifen. Hinter jeder Geschichte steckt ein Funke Wahrheit. Ich werde Chris morgen noch einmal besuchen. Ich glaube ich kann von ihm vieles lernen. Er spricht ähnlich wie die Spinne, wirr und dennoch geht es nicht klarer. Aber erst einmal werde ich Dad von der Wache ablösen. Es ist zwar zu früh und es wird ihm nicht gefallen - aber es ist mir egal. So kann wenigstens Er schlafen. Ich liege hier sowieso nur wach im Bett. Vielleicht bekomme ich dann meinen Kopf frei und meine Sorgen über Marcus verschwinden. Ich hoffe nur dass er nicht alleine ist sondern wenn dann hier bei uns oder bei den Brüdern oben. Er fehlt mir.

      Nun ja, aber erst mal raus. Ich werde mit Munin ein wenig Patrouille fliegen.


      Noch während ihrem Flug auf dem treuen Adler denkt sich darüber nach was John wohl bei der Company wollte. Doch sie konnte sich keinen Reim drauf bilden.
      Das er wieder zurück geht, bezweifelte sie stark. Vermutlich versuchte er nur Konflikte aus dem Weg zu räumen und suchte nach Mitstreitern. Es wäre Praktisch wenn sie mit der Company zusammen arbeiten könnten. Die beiden erledigen das was sie nicht wollen oder können, und die Company hilft ihnen wenn sie nicht weiter kommen. Aber vermutlich wird John ihr das sowieso noch erzählen. "Geduld meine Kleine." kommt ihr in den Kopf und sie muss automatisch Grinsen. Selbst wenn er nicht in ihrer Nähe ist hört sie seine Worte und muss über sich selbst lachen. Lediglich der Adler sieht verwirrt nach hinten und mustert sie.
    • Verschlafen streckt sich Valeria als sie von John für ihre Schicht der Wache geweckt wird. Nickend und gähnend fährt sie sich einmal kurz durch die offenen Haare und lächelt ihren Dad kurz an. "Schlaf gut." sagt sie nur leise bevor sie nach draußen geht. Kurz kniet sie sich neben den weißen Wolf hin und krault diesen hinter den Ohren ehe sie sich aufmerksam umsieht. "Hast du das gehört Istas?" flüstert sie dem Wolf zu und legt einen Pfeil an die Sehne. Der Wolf jedoch sieht nur einmal kurz in die Richtung in welche die hübsche Frau blickt und legt anschließend seinen Kopf wieder auf die Pfoten. Mit einem Schulterzucken und einem Seufzer geht sie um Nova herum und schmunzelt die schlafenden Katze nur kurz an.
      Sie geht leise die Treppen nach oben um zum Adlerhorst zu kommen. Doch stets darauf bedacht Cara nicht zu wecken. Anschließend setzt sie sich oben zu dem schlafenden Adler und beginnt im silbernen Mondlicht zu schreiben.
      Doch diesmal ist ihre Schrift bei weitem nicht so schön und geschwungen. Sie wirkt gekrackelt und schon eher erzwungen.

      Fuck ey... Das schreiben ist heute echt schmerzhaft... Der Honig hat die schweren Verbrennungen gemildert, aber dennoch tut es scheiße weh.

      Wir waren bei Cara. Nun weiß ich was Daddy in ihr sieht. Und wieder hat sich mein Gefühl bewahrheitet.
      Munin und Istas scheinen sich gut zu vertragen. Inzwischen. Sie haben sich scheinbar zusammen gerauft. Hehe. Und Dad und Nova werden auch ein immer besseres Team.


      Cara hat mich gefragt ob wir bei ihr bleiben wollen.
      Ich vermute das Dad ihr helfen möchte. Aber ob er hier bleiben will weiß ich nicht. Ich im Moment jedenfalls nicht. Noch nicht. Er fällt ohne mich keine Entscheidung, dass weiß ich, aber ich muss mit ihm reden. Ich sehe mindestens genau so viel in Ihr. Ich werde Dad nicht im Weg stehen wenn er zu ihr möchte, aber ich werde vermutlich fürs erste hier bleiben. Sie ist für etwas bestimmt, aber noch nicht für mich.

      Aber im Moment bin ich mir nicht so ganz sicher ob ich das erfüllen kann was er und der Greif in mir sehen. Warum zur Hölle immer ich? Wieso nicht eine Person wie Cara die förmlich darauf aus ist?
      Nun gut, jammern bringt mich nicht weiter.

      Wir waren heute bei Gordon.
      Aber es lief wie ich es mir dachte. Zwei Sturköpfe prallen aufeinander. Aber ich habe gerade größere Konflikte zu klären als einen Streit zwischen zwei Holzköpfen. Es ist vermutlich auch alles nur ein Missverständnis. Genau so wie bei Cara und Chris. Sowie Chris und dem Greifen. Aber erst einmal muss ich mich anderem widmen. Und dann vielleicht dieser Geschichte. Ich darf nur Marcus nicht außer acht lassen. Aber darum kümmert sich Daddy.

      Ich weiß nicht ganz was ich von Cara halten soll. Dad und ich sind einer Meinung was sie betrifft. Auch dass sie scheinbar um jeden Preis Anschluss sucht.
      Sie spricht immer mal wieder von einem Rudel. Von ihrem Schwur, von einem neuen Rudel. Ich sollte in des schwarzen Wolfes Pfotenstapfen treten. Ich sollte sein Rudel übernehmen und die anderen Rudel führen. Doch nun?
      Ich bin mir nicht sicher ob ich mich ihrem Rudel anschließen sollte, bisher sträubt sich irgendetwas in mir dagegen.
      Was Dad macht, ist seine Sache. Ich war über ein Jahr alleine unterwegs, für mich ist es kein Problem alleine durch die Wälder zu ziehen. Außerdem habe ich meinen treuen Munin. Und wie sagte Dad immer so schön? Wir gehören zwar zusammen, aber dennoch kann jeder alleine gehen wie er möchte. Ich glaube allmählich wird es Zeit für mich zu lernen wirklich alleine zu sein. Ich dachte, als wir an die Gräber fuhren, dass er dies meinte. Doch das war nicht der Gedanke dahinter. Ich sah nicht was er sah.

      Scheinbar bin ich in seinen Augen soweit. Ich bin mir nicht sicher ob ich es tatsächlich bin, aber das habe auch nicht ich zu entscheiden.
      Die Entscheidung wurde schon lange gefällt. Erst einmal muss ich diesen Milan erwischen. Als ich gestern bei ihm war schien niemand da zu sein. Auch nicht diese andere Person die dort wohnen sollte. Nur das Schiff lag vor Anker. Naja. Die höchste Priorität hat erst einmal Chris. Danach folgt alles andere. Ich muss zugeben dass der Drachenreiter mein Interesse geweckt hat. Er hat mich Neugierig gemacht. Mehr als nur das.


      Irgendwie schien alles noch ein wenig klarer zu sein als ich alleine in der Wüste war. Apropos Wüste. Dort werde ich demnächst mal hingehen.
      Ich werde nach Ratte suchen. Sobald das mit Chris erledigt ist suche ich nach ihr. Der kleine Dieb hat mir das Leben gerettet, ich muss mindestens schauen ob er noch lebt. Das bin ich dem kleinen Tierchen schuldig. Und ich denke dass Dad das mit Cara alleine gut hin bekommt. Er macht mir zwar den Platz frei, doch das ist seine Sache. Da werde ich mich nicht einmischen.


      Vielleicht kann mir Chris mit dem Drachenei helfen. Das eingebrannte Muster in meinen Handinnenflächen sollte für ihn Beweiß genug sein.
      Ich denke ich werde ihn heute mal besuchen. Cara und Dad kommen mit dem Bären alleine klar. Schließlich soll sich das Tier nicht auf mich, sondern auf Dad prägen.
      Hehe, es sei denn sie lassen mich alleine nicht los ziehen weil etwas passieren könnte. Manchmal macht es den Eindruck. Aber ich denke es schadet nicht wenn die beiden alleine sind. Dad kann bei Menschen wahre Wunder bewirken, man sah es an Sophia, was er aus ihr gemacht hatte. Ich bin sehr dankbar dass ich ihm folgen durfte, doch nun werde ich die sein der gefolgt wird. Früher oder Später.


      Mit diesen Worten lässt sie die Kohle auf die Seite fallen und zieht unter schmerzverzerrtem Gesicht den ledernen Handschuh aus. Die Verbrennungen an ihren Händen sehen nicht besser aus, aber der Honig still den Schmerz ein wenig. Inzwischen hat sie eine Paste aus Honig und diesen schwarzen Beeren angerührt welche sie regelmäßig auf den Handinnenflächen verteilt. Durch die betäubende Wirkung der Beeren spürt sie den Schmerz nicht so deutlich - aber dennoch ist er klar zu spüren. Über ihre eigene Dummheit fluchend wickelt sie ein Stück Stoff um die Handflächen ehe sie wieder die Handschuhe überstreift. Mit dem Handrücken streichelt sie sanft den Kopf des Adlers welcher behutsam einen Flügel über sie legt und sie zu Boden drückt. Grinsend wird sie gezwungen der liebevollen Geste nach zu gehen. "Ey." kichert sie leise und sieht den Adler an. "Wenn ich mich hinleg schlaf ich ein, und das ist während einer Wache nicht von Vorteil." erklärte sie dem Tier als wüsste er was dies heißen würde. Amüsiert kämpfte sie sich mühsam unter seinen Schwungfedern heraus und lehnt sich wieder an den großen Vogel.