Rimay Caras Erinnerungen

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    • Rimay setzt sich auf das Bett in dem Zimmer welches sie von Marcus und Ian bekommen hat. Ein müdes, aber zufriedenes lächeln huscht ihr über die Lippen bevor sie sich hinlegt. Sie nimmt ihr Tagebuch und überlegt erst ob sie überhaupt einen Eintrag verfassen soll. Sie entschließt sich letztendlich doch dazu.

      Ein … ausgewogener Tag

      Eigentlich lief heute fast alles schief was hätte schief laufen können. Milan ist ein verdammter Narr und Vaan bleibt ein Arschloch. Und Marcus würde wohl beiden gern den Kopf abreißen - was die Situation wohl nicht wirklich besser macht. Aber von Anfang an: Milan hat den Greifen und Liam angegriffen. Auch auf mich und Ian hat er mit der Balliste geschossen. Und damit hat er den Bogen endgültig überspannt. Wäre ich mit Nova auf das Schiff gekommen hätte ich ihn wohl da schon in Stücke gerissen … wenn Liam nicht dabei gewesen wäre. Die Situation tut mir vor allem für den Jungen so Leid. Es gibt bereits Pläne was unser weiteres Vorgehen betrifft. Ich hoffe sie lassen sich so umsetzen.

      Und Vaan. HA! Er ist hier aufgetaucht - in einem wohl extrem ungünstigen Moment. Marcus war wegen der Sache mit Milan noch … sagen wir gereizt. Und auch ich wollte eigentlich meine Ruhe haben. Währen Marcus seine Wut offen zeigt fresse ich sie in mich hinein. Und ehrlich - hätten wir später nicht im Ring gegeneinander gekämpft, den Frust so abgebaut, dann hätte ich heute womöglich auch noch etwas dummes getan. Wie ich erfahren habe war er wohl auch bei Hope und will uns in den Raum der Rätsel begleiten. Hoffentlich macht er sich wenigstens nützlich.

      Und wäre das nicht schlimm genug gewesen ist mir heut abend noch ein Missgeschick passiert und diese dämliche kleine Echse hat mir in den Arm gebissen. Die Wunde brennt wie Feuer. Das ist nicht gut. Hoffe es entzündet sich nicht. Ich werde mal abwarten bevor ich Marcus und Ian etwas davon sage. Wegen einer kleinen Bisswunde werde ich nicht herum heulen.

      Bei all dem Übel was geschehen ist sind zum Glück auch gute Dinge passiert. Unser neuer Gefährte zum Beispiel. Und … nun ja. Ich weiß nicht ob ich meine Antwort zumindest ein wenig verändern würde. Die Antwort die ich Ian letztens gab. Ich habe Marcus mit seinen Raptoren geholfen und wir waren auf Ohnezahn und Sif unterwegs jagen. Es weckt Erinnerungen. Gute als auch schlechte. Aber es war ein großartiges Gefühl.Und um die Wette schwimmen waren wir. Unten am See. Ich liebe das Wasser. Es beruhigt mich am Wasser zu sein und es erinnert mich an meine Mutter. Für einen Moment ist es dann manchmal, als wäre sie noch hier und würde mir mit ihren Worten beiseite stehen.

      Und dann ist da noch das Zimmer … da ich momentan oft hier bin und bis zur Expedition wohl auch erst einmal bleiben werde bevor ich zurück in den Norden gehe, haben Ian und Marcus mir ein Zimmer hier eingerichtet. Ich muss unbedingt sehen das ich zuhause das Nebengebäude fertig bauen kann damit Sander einziehen kann und auch für Ian und Marcus noch Zimmer geschaffen werden können. Nach diesem Geschenk kann ich die beiden ja schlecht einfach in der Scheune schlafen lassen.

      Rimay schließt das Tagebuch mit einem lächeln und legt sich schlafen. Nach diesem langen Tag fallen ihr schnell die Augen zu. Für eine Weile zumindest …

      Rimay sieht sich um. Die Umgebung kommt ihr bekannt vor und sofort macht sich Panik in ihr breit. Das ist der Ort von damals. Dort - wo sie ihre Mutter hat sterben sehen. Aber niemand ist dort. Langsam läuft sie durch den Schnee und sieht sich aufmerksam um. Plötzlich sieht sie in der Ferne zwei Personen. Sie kämpfen - nein, sie schützen. Einen Greifen … eine Frau und einen Jungen. Rimay will auf sie zugehen doch kann sich keinen Meter bewegen. In der Ferne sieht sie einen Eisdrachen der sich den fünf Menschen zubewegt. Sie will ihnen zurufen, als sie eine andere Gruppe an Menschen sieht - auch sie kämpfen, ein Feuerdrache bewegt sich auf sie zu. Es dauert einen Moment bis Rimay sie erkennt - ihre Mutter, Chaska, Nash. Egal wie oft Rimay versucht ihnen zuzurufen, kein Ton will ihr über die Lippen kommen. Dann merkt sie, dass sie sich wieder rühren kann. Die Drachen sind schon nahe - viel zu nahe … und ihre Familie … ihre FamilieN sind von Feinden umringt. Unmöglich würden sie es schaffen die Feinde und die Drachen zu besiegen. Verzweifelt blickt Rimay zwischen den Gruppen hin und her. Sie kann nur einer der kämpfenden Gruppen helfen …

      Rimay wacht schweißgebadet auf. Eine Träne läuft ihr über die Wange. Sie sitzt eine Zeit lang einfach nur auf dem Bett, bevor sie aufsteht und nach draußen zu Nova geht. Sie sieht sich kurz um - ob Ian oder Marcus in der Nähe sind - als sie glaubt im Moment alleine zu sein umarmt sie die große Katze und fängt leise an zu weinen.
    • Letzte Vorbereitungen

      Wir alle haben die letzten Vorbereitungen getroffen bevor es wieder in den Raum der Rätsel gehen soll. Hope bringt Medizin und so mit. Ich habe noch einige Fackeln hergestellt und hoffe das Marcus und Ian hier noch genug Trockenfleisch haben. Und ein paar Wasserflaschen mehr sind sicher auch nicht schlecht.

      Fehlversuche

      In letzter Zeit läuft alles nur noch schief. ALLES. Gefühlt zumindest. Ugh. Ich weiß nicht ... wütend, verzweifelt ... keine Ahnung. Alles geht mir durch den Kopf. Meine Vergangenheit. Meine Zukunft, das Hier und Jetzt. Momentan ist mir alles ein wenig zu viel. Ich suche nach etwas vertrautem, aber ... ich finde nichts. Oder doch? Das ist alles viel zu kompliziert geworden.

      Marcus musste unbedingt den selben Scheiß machen wie Ian. Er hat auch das "Experiment" gewagt und ich könnte ihn dafür noch einmal töten. Beinahe hätte ich es auch als er dann in der Wüste plötzlich mit gezogener Waffe vor mir stand. Er kannte die Risiken doch, und trotzdem hat er es getan. Also habe ich ihm heute die selbe Rede gehalten die ich Ian auch schon gehalten habe. Er könnte uns ALLE in Gefahr bringen. Nicht nur sich. Mir wäre es egal ob ich brenne. Ich rechne immer mit dem Tod. Er kann dich hier immer und über all erwischen - auch mit Stein. Aber Hope? Liam? ... er selbst? Ich will nicht wieder eine Familie verlieren. Vielleicht ist es selbstsüchtig so zu denken. Aber die beiden sind mir wichtig geworden. Ich will sie nicht mehr verlieren.

      Und bei der Expedition ging auch alles falsch. GRATA. Ich frage mich was das zu bedeuten hat. Aber wir kamen durch den ersten Raum. Auch die Feuerprobe im zweiten Raum konnten wir meistern. Durch den dritten Raum kamen wir dank der Greifhaken recht einfach. Nicht durch den Vierten. Wir betraten einen leeren Raum. Einen Gang. Ich sah die
      Schrift am anderen Ende aber konnte nicht entziffern was dort steht. Auf alle Fälle hörte ich plötzlich dieses quieken. Und dann waren sie schon da - Fledermäuse. Etliche von ihnen. Ich dachte wir kommen vielleicht mit besserer Ausrüstung durch - aber jetzt wo ich mir das ganze habe durch den Kopf gehen lassen musste ich etwas anderes feststellen. Bisher gab es in jedem Raum die Möglichkeit unbeschadet und ohne Gewalt hindurch zu kommen. Das sollte doch auch hier der Fall sein? Vielleicht lag es am Licht. Vielleicht hat das die Fledermäuse einfach aufgeschreckt! Das heißt ... wenn wir die Fackeln vor dem Raum löschen und im dunkeln durch den Raum gehen sollten wir doch sicher sein? Es ist nur eine Theorie - viel weiß ich über die Fledermäuse nicht. Aber bisher gab jeder Raum ein Rätsel - oder eine Prüfung. Als ob es uns auf die Probe stellt. Der erste Raum war nur die Eingangshalle. Darauf folgten Feuer, Höhen ... Dunkelheit. Ich werde morgen mal mit Hope darüber sprechen. Vielleicht kann sie etwas dazu sagen. Mir ging den Tag über zu viel durch den Kopf so dass ich leider nicht eher darauf gekommen bin. Vielleicht kann man den Kampf wirklich umgehen und wir müssen uns jetzt nicht mit aufwändiger Rüstung beschäftigen. Ich könnte Tarnkleidung herstellen und wenn wir uns dann wie zuvor am Boden bewegen dürfte es funktionieren ... ich könnte es sogar allein testen wenn die anderen darauf bestehen? Mal sehen was sie alle dazu sagen.

      Mit Ian ist irgendetwas passiert. Aber er wollte es uns nicht sagen. Marcus war deswegen stinksauer und ich war auch generell angepisst. Nichts lief heute so wie es soll und beide sind Idioten. Idioten, die ich trotzdem nicht verlieren will. Ich weiß nicht was genau passiert ist. Vielleicht sollten wir es ohnehin erst einmal darauf beruhen lassen. Die beiden sind Familie für mich. Ich habe schon oft genug alles verloren das ich meinte es wäre mein Schicksal allein zu bleiben. Die beiden geben mir die Hoffnung dass das nicht der Fall sein muss.

      Marcus ist jetzt mit her gekommen. Erst wollte ich meine Ruhe aber jetzt bin ich doch froh das ich jemanden zum reden und zuhören hatte. Und ich bin froh das außer Nova, Istas und Aki noch jemand in der Nähe ist. Auch wenn es mir jetzt etwas Leid tut das er auf dem Heuboden schlafen muss. Ich muss mich wirklich DRINGEND an das Nebengebäude setzen - also daran arbeiten. Ich habe Marcus erst mein Zimmer oder den Platz im Turm angeboten aber ich schätze es ist auch besser wenn er ein Auge auf Sif wirft. Nicht das sie sich da drinnen mit Nova und Istas anlegt. Das fehlte noch.

      ... Ich glaube ich muss die Antwort die ich Ian gegeben habe definitiv überdenken. Ich weiß selbst nicht was ich davon halten soll. Ich habe Angst davor. Angst, wieder diejenigen zu verlieren die mir etwas bedeuten. Und so wie Marcus sich manchmal verhält kann ich ihn dann nirgendwo mehr allein hingehen lassen. Ich glaube er will sich immer noch mit dem Sankru anlegen. Ich hoffe er tut es nicht. Dann werden beide Probleme bekommen. Hoffentlich können die wenigstens lang genug miteinander arbeiten bis wir das Kapitel mit den geheimnisvollen Räumen endlich abgeschlossen haben. Hoffentlich ...

      Rimay schlägt das Tagebuch zu und atmet tief durch. Sie legt es auf ihrem Schreibtisch ab und zieht dann noch ein paar Runden entlang der Mauer. Sie summt leise vor sich hin und ihr Blick fällt immer wieder auf den Vulkan. "Faszinierend und schön - aber gefährlich oder sogar tödlich. Wie der Rest dieser Welt. Ich glaube das hast du immer gesagt?" Sie geht auf ihrem Weg durch den Turm und holt dort einen Speer. Die Spitze scheint aus Obsidian zu sein und er ist mit Schnitzereien und weiteren Verzierungen bestückt. Sie geht wieder nach draußen und betrachtet den Speer eine Zeit lang bevor sie hinauf in den Sternenhimmel blickt. "Ich frage mich ob er mir irgendwann seine ganze Geschichte erzählt. Was meinst du?" Ihr Blick fällt wieder auf den Speer. "Ich wünschte du wärst noch hier. Ich frage mich was du über sie denken würdest? Oder Vater?" Sie lässt sich auf einer der Bänke nieder die sich auf dem Dach der Scheune befindet welches mit der Mauer zum Turm verbunden ist. "Was hättest du alles anders gemacht, was würdest du jetzt tun?" Fragt sie leise. Sie seufzt und schüttelt den Kopf. Eine ganze Weile bleibt sie noch sitzen bevor sie sich endlich schlafen legen geht. Den Speer stellt sie wieder an seinen Platz im Turm.

      Es ist angenehm warm. Überall herrscht Leben und die großen, grünen Blätter der Pflanzen spenden Schatten. Rimay sitzt an dem Platz bei der großen Statue. Es ist ihr altes Zuhause. Im Dschungel. Sie sieht Niyaha und ... Nova? Auch Istas und Aki waren da. Ein Lächeln huscht über ihre Lippen. "Ein wunderschöner Ort oder?" Flüstert sie leise. Als sie wieder zum Haus hinunter gehen will hört sie dort Ian und Marcus reden. Sie gesellt sich zu den beiden.

      Rimay wacht von einem lauten Knall auf und stellt fest dass es draußen wieder stürmt. Etwas genervt steht sie auf. "Da hat man einmal keinen beschissenen Alptraum und wird geweckt." Mürrisch dreht sie sich im Bett um und versucht wieder einzuschlafen. Sie würde gern zurück ... zu ihrem Platz im Dschungel. Selbst wenn es nur im Traum ist.
    • Rimay sitzt in dem Zimmer welches sie bei Ian und Marcus bekommen hat. Eine ganze Zeit lang sieht sie nachdenklich auf ihr Buch und versucht ihre Gedanken zu ordnen, bevor sie beginnt zu schreiben.

      Es ist viel passiert in letzter Zeit. Und ich habe einfach nicht die Zeit oder die Lust gehabt darüber zu berichten. Fangen wir einfach ganz am Anfang an. Wir waren wieder in diesem Labyrinth. Und wir hätten es auch beinahe geschafft! Am Ende hat uns eine Art Höhle erwartet. Es wuchsen dort Bäume und sogar ein paar Hirsche waren dort. Und dann waren noch zwei Artefakte dort ... hinter einer Art ... durchsichtigen Wand. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Keine Ahnung wer es auslöste, aber plötzlich tauchten dort Geister auf. Ja. Geister. Ich muss sagen, ich habe ja mit vielem gerechnet? Aber damit? Wohl eher nicht. Ein Wolf und ein Bär. Ausgerechnet diese beiden Tiere. Aber vielleicht ist das auch alles einfach Zufall. Wer weiß das schon?

      Ja ... und dann ist da noch die Sache mit Milan. Wir haben ihn also zu mir gebracht. Ich war bereit ihm noch eine Chance zu geben. Auch wenn ich mir beinahe sicher war das er sich nicht verändern würde. Auch unter diesen Bedingungen nicht. Sein Tod war ebenso unausweichlich wie der von Chris. Auch wenn ich überrascht bin wie es passiert ist. Und ich habe das Gefühl, das ich maßgeblich dazu beigetragen habe, ohne es eigentlich zu wollen. Liam hätte das Buch erhalten sollen. Und vielleicht hätte ich ihm das damals auf der Insel nicht sagen sollen. Vielleicht war es das was ihn so verändert hat.

      Für einen Moment lang war ich so perplex, das ich wohl genau deshalb zu spät eingriff. Ich hab mir schon gedacht was Liam vor hat, aber das es dann auch wirklich so passiert? Damit habe ich definitiv nicht gerechnet. Ich habe zu spät reagiert und als ich ihm das Messer nahm, da war Milans Schicksal bereits besiegelt. Ich hätte Hope gar nicht erst holen sollen. Liam ist nicht aus dem Weg gegangen und Milan wurde schwächer. Ich lasse niemanden qualvoll verbluten wenn ich es vermeiden kann. Also gab ich ihm das Messer wieder.

      Liam nimmt das alles schon eine ganze Weile mit. Jetzt vermutlich erst recht. Ich mache mir Sorgen um ihn. Das was ich aufgeschnappt habe als er mit Milan gesprochen hat? Es ist nicht gut ... ich weiß aber nicht wie ich ihm helfen sollte. Und ob ich das überhaupt kann. Ich würde ihm gern helfen ... Vielleicht hätte Chaska ihm helfen können. Immerhin kam er auch als Kind hier her.

      Rimay scheint zu überlegen ob sie noch etwas schreibt. Sie fühlt sich, als ob sie noch lange nicht alles erwähnt hat. Irgendwann klappt sie das Buch einfach zu und legt es beiseite.
    • Ich hab ziemlich lange nicht mehr geschrieben. Dabei hatte ich mir eigentlich mal vorgenommen das Buch hier regelmäßig zu führen. Vielleicht ist es auch hinfällig geworden weil ich auch so einfach mit Marcus über alles sprechen kann und deshalb kein Buch mehr brauche. Trotzdem schreibe ich jetzt wieder. Ich will zumindest versuchen die wichtigsten Dinge der vergangenen Tage zusammen zu fassen.

      Wo fang ich am besten an? Die verdammten Gesichtslosen haben mich erwischt. Ich hoffe ja das war das letzte mal, aber wie heißt es manchmal, aller guten Dinge sind drei? Na hoffentlich nicht. Ich habe Hope in ihrem Versteck gefunden und wollte sie da raus holen. Aber genau in dem Moment sind sie natürlich zurück gekommen. Ob Hope weiß das ich vor allem ihretwegen eine große Klappe hatte? Sie ist zumindest besser davon gekommen als ich. Die Wunde am Bein und das Gift machen mir am meisten zu schaffen. Auch wenn es mittlerweile besser wird. Langsam aber sicher. Ich muss nur ein wenig Geduld haben (ich gebe zu, das ist nicht unbedingt eine meiner Stärken)

      Mh ... ja die Sache mit Marcus. Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht das ich überhaupt so über eine Person denken kann. Oder solche Gefühle für jemanden haben kann. Ich habe festgestellt das wir wohl beide ziemlich kaputt sind. Aber zusammen fällt es nicht mehr ganz so auf - es macht vieles irgendwie leichter. Liam hat gestern davon mitbekommen. Er verhält sich wieder viel mehr wie ein Kind. Einerseits freut es mich, weil es heißt das er über die Sache mit Milan hinweg ist, andererseits nervt es. Ich habe Marcus zwar darum gebeten ihn in Ruhe zu lassen, aber ich habe so das Gefühl das meine Bitte überhört wurde.

      Gestern war er mit Loki unterwegs und hat sich wieder mit Dingen angelegt die größer sind als er. Loki kommt durch, da bin ich mir sicher. Marcus macht sich trotzdem Vorwürfe. Kommt mir bekannt vor. Immerhin war ich mit meinen Federraptoren in einer ähnlichen Situation. Ironischer Weise auch mit einem T-Rex.

      Ach und dann ist da noch Jake. Ein Neuling. Ein Junge aus der alten Welt. Er ist schwach. Selbst Liam ist um einiges stärker. Aber er war letztens mit Sander unterwegs, also vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für den Jungen. Abwarten und beobachten was aus ihm wird. Sander hat mittlerweile ganz andere Pläne. Muss mir das demnächst auch noch ansehen.

      Rimay steckt das Tagebuch wieder in ihre Tasche. Sie hat das Gefühl das sie hätte noch mehr aufschreiben sollen. Aber momentan strengt selbst das schreiben an. Also belässt sie es dabei und beschließt sich vorerst keine Gedanken mehr darüber zu machen.
    • Rimay ist mitten in der Nacht aufgestanden. Sie schleicht sich leise nach draußen um Marcus nicht zu wecken und setzt sich dann in den Garten auf das feuchte Gras. Sie blickt zum Vulkan und nach einer Zeit lang kramt sie ihr Tagebuch hervor. Sie überlegt eine Weile und beschließt dann seit langer Zeit wieder einen Eintrag zu verfassen

      Ich bin seit langer Zeit mal wieder im Norden. Ich weiß gar nicht mehr ob ich es meine Heimat nennen soll oder nicht. Vielleicht ist es auch nur noch eine Heimat von mehreren. Vielleicht sollte ich aufhören zu denken das Heimat etwas ortsgebundenes ist.

      Es ist ziemlich viel passiert in letzter Zeit. Vieles davon fast gleichzeitig und ich schätze, ich habe nicht mal Zeit gehabt mir bis jetzt vernünftig Gedanken darüber zu machen. Also mache ich das jetzt. Wenn ich schreibe kann ich meine Gedanken besser ordnen. In letzter Zeit musste ich das nie wirklich ... ich meine, ich habe ja jetzt jemanden mit dem ich sowieso über alles reden kann. Und ohnehin war das Leben bisher schon irgendwie ... angenehm. Klar, es gibt trotzdem noch viel zu tun, die Sache mit den Gesichtslosen ist sicher auch noch lange nicht beendet - auch wenn ich mir da schon fast Hoffnungen mache ... aber trotzdem. Momentan ist das Leben wirklich ... in Ordnung. Ich habe mich seit meiner Kindheit nicht mehr so gut und ... naja irgendwie geborgen gefühlt.

      Aber zu ernsteren Dingen ... Liam hat irgendeinen Idioten mitgebracht. Inzwischen ist er wieder verschwunden. Vielleicht über Nacht doch abgekratzt. Dann weiß er wenigstens das es keine Lüge ist ... vielleicht doch? Naja, soll mir egal sein, solange er nicht zur Gefahr für irgendjemanden hier wird. Ich halte ihn nicht wirklich für nützlich - es sei denn wir brauchen irgendwann mal für irgendwas einen lebendigen Köder. Mit seinem wirren Geschrei lockt er sich alles in einem riesigen Umkreis an. Er hat die ganze Zeit etwas von Regierungsexperimenten gefaselt. Als er dann etwas gegen mich gesagt hat hat das Marcus gar nicht gepasst. Mich hat es die meiste Zeit einfach nur amüsiert. Er ist nicht das erste verwirrte Lowblood das ich sehe, aber definitiv einer der schlimmeren Fälle. Mal sehen wie er so drauf ist wenn wir ihm das nächste Mal begegnet. Sein Tier ist noch hier. Eine Katze wie Nova. Ich frage mich wie er es geschafft hat dieses Tier zu zähmen ... mit seinem geistigen Zustand. Das sollte ich dringend mal heraus finden.

      Als wäre das nicht genug ist am selben Tag noch Geist aufgetaucht ... ja, der Geist. Nashs Geist. Ich war ... fassungslos. Ja fassungslos trifft es wohl gut. Ich schätze einerseits habe ich Gewissheit aber irgendwie tun sich nur mehr Fragen auf und es frustriert mich das ich wohl niemals eine Antwort erhalten werde ... Warum ist er gegangen? WAs hatte er vor? Wusste Chaska davon? Warum hat er mir nichts gesagt? Ich schätze ich kenne die Antwort auf die letzte Frage ... was mich ebenfalls frustriert ist das ich, wenn ihm wirklich etwas zugestoßen ist, ihn hier nicht begraben kann. Soll ich wirklich symbolisch ein Grab oder ein Denkmal hier bei Chaska im Garten errichten? Ich bin mir nicht sicher. Wenn Geist das nächste mal auftaucht werde ich mit ihm gehen. Vielleicht kann er mir etwas zeigen ... irgendwas ...

      Jake. Dann ist da noch Jake. Er macht sich gut. Ich bin ehrlich gesagt wirklich überrascht. Langsam scheint er sich mit seiner Situation abgefunden zu haben und er lässt sich viel von mir zeigen und erklären. Ich hätte nie gedacht das es so viel Spaß machen kann jemandem etwas beizubringen! Aber das tut es wirklich. Ich habe ihm gezeigt wie man mit Pfeil und Bogen schießt und wie er üben kann, wie man Speere baut und sie wirft, ihm kleine Aufgaben gegeben und ihm einiges über die Tiere und Pflanzen hier erzählt. Wenn er weiter so macht könnte tatsächlich noch etwas aus ihm werden. Mit Liam hat er momentan nur ein paar Probleme ... der Junge entwickelt einen wirklich schrägen Humor. Marcus ist manchmal davon genervt, ich mittlerweile auch, Jake hat vermutlich einfach nur Angst und Ian scheint der einzige zu sein den es sogar freut. Irgendwas scheinen die beiden auch zu planen. Mir ist das egal, ich weiß nur nicht wie lange ich im Notfall in der Lage bin Marcus davon abzuhalten irgendjemanden den Kopf abzureißen.

      Rimay lächelt und schließt das Buch wieder. Dann steckt sie es in eine Tasche. Sie sieht noch einen Moment lang auf Chaskas Grab und geht dann wieder zurück zu Marcus.
    • Rimay kommt ziemlich spät wieder zurück in den Norden. Sie hat ein wenig Blut auf der Kleidung aber ihr scheint es gut zu gehen. Auch Istas weißes Fell ist ein wenig von Blut verfärbt und sie scheint sich noch einmal genüsslich über die Schnauze zu lecken. Rimay summt gut gelaunt vor sich hin und nimmt den Zettel den sie für Marcus geschrieben hat wieder ab.

      "Bin kurz weg, irgendwas ist passiert, komm im Notfall mit Nova nach.
      Mach keine Dummheiten, bis gleich. - Rica"

      Keine Ahnung ob Marcus in der Zwischenzeit den Zettel gelesen hat, aber als Rimay wieder da ist steht Nova im Stall und Aki hüpft auf der Wiese auf und ab - anscheinend will er mit Istas spielen, die allerdings in den Stall trottet und ein Schläfchen halten will. Rimay nimmt inzwischen ihr Tagebuch und einige frische Sachen und geht ins Bad. Sie lässt sich ein Bad ein, macht es sich bequem und fängt an zu schreiben - vorsichtig um das Buch nicht ins Wasser fallen zu lassen.

      Das war großartig. GROSSARTIG!
      Auch wenn ich es nicht selbst getan habe. Haha - immer noch dieses Gefühl ... mh ...

      Es gibt ein paar Sachen die mich jedoch nicht in Ruhe lassen.
      Als er sagte ich komme ihm bekannt vor ... und woher wusste er das ich zum Omega-Pack gehöre? Wer weiß es noch? Wie viele von den verfluchten Mistkerlen sind denn da draußen?!

      Wir sind nicht wie sie. Nein - sicher nicht. Er liegt falsch.

      Sie unterbricht kurz das schreiben und fängt an zu lachen. "Was für ein verdammter Idiot! Jetzt ist nichts mehr von ihm übrig. Die Gedanken verschwinden auch bald. Schön." Sie lächelt zufrieden und schreibt weiter.


      Istas hat es sich schmecken lassen. Sie kann sich gern schon an den Geschmack gewöhnen. Ich verfüttere so viele von ihnen an sie wie mir über den Weg laufen!

      Das was uns unterscheidet sind unsere Beweggründe. Foltern kann jeder aber wen und warum. Ich weiß warum. Und auch wenn es mir Genugtuung berietet hat waren es ja auch andere Gründe. Von Hope habe ich so etwas nicht erwartet. Entweder war es Ian der etwas damit zu tun hatte, oder es gab doch Dinge die sie gut verheimlicht hat. Mir soll es egal sein. Es war faszinierend ihr zuzusehen. Es hat mir Freude bereitet.

      Mein Messer habe ich trotzdem lieber. Ich hoffe es schmeckt irgendwann noch mehr Gesichtslosenblut.

      Sie klappt das Buch zu und lässt es neben die Badewanne fallen, dann lehnt sie sich zurück und seufzt. "Schön."
    • Das Rudel wächst

      Dank Ians und Hopes Hilfe hat das mit den zwei Wölfen doch ganz gut geklappt. Gerade fallen sie mich auch nicht an - also haben sie mich zumindest vorerst als ihren Alpha akzeptiert. Ich bin mir allerdings sicher das die zwei noch versuchen werden das zu ändern. Abwarten. Nachts habe ich zumindest schon gehört das Istas wohl nicht mehr wirklich das sagen unter den dreien hat. Damit habe ich schon gerechnet. Ich bleibe wohl noch ein zwei Tage mit den Wölfen hier im Norden bevor ich wieder zurück zum Horst gehe.

      Dabei vermisse ich Marcus jetzt schon. Vielleicht schicke ich noch einen Raben und sage ihm er soll mal vorbei kommen. Hoffentlich ist er nicht zu wütend das ich allein los gezogen bin um Wölfe zu zähmen.

      Meinem Bein geht es mittlerweile schon etwas besser. Auch wenn ich jetzt definitiv versuchen sollte es zu schonen. Gut das ich ohnehin fast nur auf Istas Rücken unterwegs war und nicht selber laufen musste. Das ganze Abenteuer hat allerdings auch irgendwie einen faden Beigeschmack. Ich habe kiene Ahnung wo Aki ist, und Freya wurde wohl von den Raptoren erwischt ... Das nächste Mal sollte ich nicht so töricht sein und alleine losspazieren wollen. Oder einfach nur mit Istas losziehen ... das wäre auch noch eine Möglichkeit gewesen. Sie ist nun mal viel schneller als die anderen zwei es waren ...
    • Ich bin beinahe mit allem fertig was ich in letzter Zeit so vorbereitet habe. Naja. Die ganzen Pläne habe ich zumindest und einen Großteil des Materials. Nur etwas fehlt noch und das bekomme ich beim Vulkan. Aber eins nach dem anderen.

      Marcus glaubt tatsächlich ich hätte die letzten Tage nur geschlafen, aber dann kann er sich zumindest nicht darüber beschweren das ich ab und an allein im Norden war. Und das ist gerade nunmal wirklich notwendig. Also, etwas Geheimhaltung zumindest. Mal sehen wann ich wirklich mit allem fertig sind. Mit Holz zu arbeiten ist eine Sache, aber Obsidian? Ich versuche jetzt gefühlt seit Ewigkeiten zumindest an das Werk von Anewa heran zu kommen aber es benötigt unglaubliche Temperaturen um es zu bearbeiten und Werkzeuge die besser sein sollten als jene die ich habe. Außer Mutters Notizen und meinen eigenen, so wie der Vorgabe bleibt mir dann auch nicht viel. Ich werde es heut nochmal versuchen. Immerhin wohne ich neben einem verdammten Vulkan. Hitze sollte KEIN Problem sein

      Liam und Jake sind zu weit gegangen. Diese dummen Streitigkeiten! Nunja, ich weiß zumindest das Liam in Zukunft kein Bier mehr bekommt. Wenn die beiden es unter sich austragen fein, aber als sie die Tiere da mit reinziehen wollten ... Ich fasse es nicht. Sie haben doch noch so viel zu lernen. Alle beide. Ich habe Liams Messer noch. Er bekommt es wieder wenn ich ihn das nächste Mal sehe ....

      Rimay steht in ihrer Werkstatt und scheint an etwas zu arbeiten. Davor auf der Wiese stehen ein paar Kisten und Nova scheint beinahe neugierig immer wieder einen Blick zu ihr durch die offene Tür zu werfen. "Was machst du noch hier? Du sollst mich doch später holen, sonst merken sie noch das ich unterwegs bin. Na los." Die große Katze schnaubt und wendet sich dann ab um zu gehen. "In ein paar Stunden Nova ..."
    • In der Zeit in welcher Marcus noch Fisch für Berti holt, kramt Rimay ihr Tagebuch hervor. Sie setzt sich auf die Bettkante und fängt an zu schreiben.

      Ich weiß gar nicht so recht was ich über den heutigen Tag schreiben soll. Es war einfach nur chaotisch. Ich hab keine Ahnung wie lange ich jetzt schon wach bin. Ich weiß das ich die ganze Nacht in der Schmiede verbracht habe. Nova ist immer noch nicht zurück. Sie ist bestimmt eingeschnappt weil ich sie letztens weg geschickt habe. Das habe ich jetzt davon. Ach ... wo ich bei Nova bin ... ich habe diese Menschen-Nova noch nicht erwähnt ... sie hat immer noch die Sachen die ich ihr geliehen habe. Ich verstehe sie nicht ganz. Es gibt Momente da ist sie mir beinahe sympathisch und es gibt Momente in denen ich sie verdammt nervig finde. Und was ist das mit Vaan und ihr? Mh ...

      Naja. Die Arbeit heut früh in der Schmiede war so gut wie umsonst. Ich bin ohne Hilfe nicht weiter gekommen, also habe ich Ian um Hilfe gebeten. Er kam sogar vorbei, obwohl er von dem Raben nichts wusste. Er hat mir heut Abend noch ein Buch gegeben ... vielleicht fange ich dann gleich noch an darin zu lesen ...

      Dann ist da dieser Typ aufgetaucht. Frey. Ich wusste gleich das er mir unsympathisch ist. Wobei Nash vermutlich davon genervt gewesen wäre das er mich so überrascht hat. Aber ohne Nova oder jegliche Unterstützung hatte ich nicht viele Möglichkeiten außer mich zurück zu ziehen ... zumal Nova auch noch meinen Bogen dabei hatte. Aber mit meinem Gefühl sollte ich Recht behalten ...

      Rimay legt sich hin und legt das Tagebuch vor sich, sie schreibt weiter, aber bereits jetzt fallen ihr die Augen immer wieder zu.

      Ian und ich haben uns zu Fuß auf den Weg zu den Leuten am Strand gemacht. Da wo dieser Frey und Nova wohnen sollen. Ich hasse es entlang der verbrannten Erde zu laufen. Ich hasse es wirklich. Aber wir sind heil angekommen. Wäre ja nicht das erste Mal das ich dort lang bin. Und zu zweit ist es tatsächlich etwas leichter. Trotzdem hasse ich es so zu Fuß unterwegs zu sein. Bevor wir angekommen sind, sind wir auf Vaan und kurz darauf auf Sander getroffen ... Er erzählte uns, das Frey Marcus getötet hat. Dieser verdammte Pisser kann froh sein das ich Nova nicht dabei hatte und Ian ein guter Redner ist, sonst hätte ich ihn mit einem Speer von seinem Tier geschossen und ihn im Meer ertränkt. Und zwar immer wieder.

      Ich bin ja schon fast überrascht wie es dann endete. Marcus ist zum Glück wieder gekommen ... ich glaube ich war noch nie in meinem Leben so erleichtert. Aber als ob das heute alles nicht genug wäre wollen Ian und Marcus sich morgen schon ins nächste Abenteuer stürzen. Ha. Naja, ich werde versuchen sie zu unterstützen aber selbst ich habe sowas noch nie gemacht ... Ich bin mir also nicht sicher wie man überhaupt vorgehen sollte. Aber ich wette Ian hat für die ganze Sache wieder irgendeinen Plan bereit.

      Achja ... zu diesem Frey. Vaan hat sich mit ihm duelliert und gewonnen. Es amüsiert mich. Irgendwann wird Vaan es auch verstehen. Ich bin keinesfalls verweichlicht, auch wenn er es so denkt. Ist es nicht stärker seine Schmerzen zu ertragen als einen schnellen Ausweg zu suchen? Ich frage mich-

      Sie schläft über dem geöffneten Tagebuch ein.
    • Ich habe lange nicht mehr geschrieben. Damals wurde es immer unregelmäßiger bis es irgendwann aufhörte. Dabei lassen sich manche Dinge besser aufschreiben, anstatt sie auszusprechen oder immer und immer wieder in Gedanken zu wiederholen. In gewisser weise wird man sie so los. Zumindest erhoffte ich mir das.

      Es ist so viel passiert. Als ich gegangen bin, habe ich gehofft ich würde zu mir selbst finden und alles was mich verfolgt los werden. Als ich mit ihm darüber gesprochen habe, habe ich gemerkt dass dieses Vorhaben nur teilweise von Erfolg gekrönt war, meine Probleme aber nicht annähernd so schlimm sind wie sie einmal waren. Nach Ians Tod dachte ich, es würde mich verfolgen. Der Blut im Schnee. Ich glaube, mein eigentliches Problem liegt nicht an der Vergangenheit selbst sondern viel mehr an der Angst davor. Angst vor meiner Vergangenheit. Dabei gibt es doch nichts wovor ich mich fürchten sollte ? Oder müsste?

      Ich werde versuchen das alles los zu lassen. Nicht nur meinetwegen sondern auch um seinet Willen. Ich sollte meinen eigenen Worte und Gedanken endlich Folge leisten anstatt mich durch meine Ängste einschränken zu lassen.

      Vielleicht habe ich doch gelernt.

      Gerade scheint es wieder erstaunlich ruhig. Aber wir dürfen uns von dieser Ruhe nicht täuschen lassen. Dinge gehen vor sich. Es geschieht noch immer und ich konnte noch nicht entscheiden was ich wegen der Gesichtslosen unternehmen will. Die Sache wird immer undurchsichtiger. Tyras ist tot. Er war nicht der Meister. Micante - er kennt ihn. Er weiß wie er aussieht. Hier in den Hochlanden scheint es bis jetzt ruhig. Aber ich warte …

      Liam und Jake sind gewachsen. Erwachsen. Trotz Ians Tod weiß ich das er in ihnen weiter lebt. Ich habe mit Liam gesprochen und höre Ian durch ihn sprechen. Es macht mich stolz und erfüllt mich doch gleichzeitig mit Trauer …
      Auch mit Ulysses habe ich gesprochen. Er hat sich dazu entschieden mir zu vertrauen. Ich weiß das zu schätzen und weiß wie wichtig es ist … wir müssen zusammen stehen. Alle zusammen. Gegen was auch immer uns in Zukunft erwartet.

      Und dann ist da noch Jasper. Der schwarze Wolf hat ihn mit hier her gebracht. Ich hoffe er bleibt. Ich will demnächst einige Sachen hier verändern. Umbauen, mehr Platz schaffen vielleicht. Und dann gibt es noch einige Sachen die ich mit Micante bezüglich des Omega-Packs besprechen will. Aber eins nach dem anderen.

      Einige Dinge habe ich bereits beschlossen. Den Lowbloods an der Küste werde ich beistehen. Ich sehe es beinahe als meine Pflicht. Nach Tyras Tod scheint Normalität einzukehren und die Menschen dort wollen ihre eigenen Wege gehen und sich in der Umgebung ansiedeln, im Schutze des Anwesens der Brüder. Ich könnte das selbe für sie tun. Schutz bieten, eine Möglichkeit zum siedeln bieten. Er stimmt mir sogar zu. Scheint als ob ich langsam die richtigen Entscheidungen treffe.
    • Cara sitzt im Gras hinten im Garten und scheint den Vulkan zu beobachten. “Ein Feuer … von innen … mh? Hättet ihr verstanden oder euch über seine Rätsel aufgeregt ?” ihr Blick fällt zu den zwei Gräbern. Dann holt sie ein Buch hervor um darin zu schreiben.

      Es tun sich nur weitere Fragen auf. Vor einigen Tagen ist ein Mann, auf einem Einhorn reitend hier aufgetaucht. Jasper konnte ein wenig mehr über ihn in Erfahrung bringen. Sein Vater war wohl ein Chronist. Sein Name ist Kenan. Er redet wie ein Chronist. Ich weiß nicht was ich von ihm halten soll.

      Ich weiß auch nicht was ich von der Tatsache halten soll, dass er Schattenwind kennt. Das er seinen Namen kennt. Micante hatte mich gebeten ihn nicht so zu nennen weil nur wenige seinen richtigen Namen kennen. Und er posaunt es einfach so heraus ? Jasper hat nachgedacht und konnte den Namen zuordnen aber ich denke bei ihm ist das weniger schlimm. Ammaniez und Antonio - zwei Lowbloods. Sie waren auch da aber wussten damit nichts anzufangen.

      Gerade als wir unsere Fragen stellen wollten verschwand Kenan wieder. Jasper will endlich herausfinden was es mit dem Schwert auf sich hat. Und zugegebenermaßen will ich das auch. Vielleicht kennt er die Antwort. Er scheint einiges zu wissen. Nur das er meint die Gesichtslosen wären seine Handelspartner beunruhigt mich … andererseits bietet es vielleicht auch Möglichkeiten. Ich hoffe immer noch mit ihnen sprechen zu können, auch wenn Micante meint das wäre nicht möglich und das man mit ihnen nicht reden kann. Aber ist Kenan nicht eben ein Beweis dafür ? Oder fürchten sich die Gesichtslosen nur vor Konsequenzen falls ihm etwas zustoßen würde ? Konsequenzen die sie wohl bei uns nicht zu fürchten hätten.

      Die Fragen welche ich habe sind nicht an Kenan gerichtet. Es sind Fragen über ihn. Über seine Aussagen. Aber sie richten sich an Micante. Ich werde ihn sobald wie möglich danach fragen …

      S
      ie klappt das Buch zu und sieht wieder in Richtung des Vulkans, beobachtet, wie dieser mal wieder kurz vor einem Ausbruch steht und lässt sich das, was sie von Kenans Geschichte aufgeschnappt hat durch den Kopf gehen. “Du hättest das sicher bereits alles verstanden Ian. Und ich habe trotzdem noch so viel zu lernen. So viel Zeit ist vergangen … aber ich habe noch so viel zu lernen.”
    • Kenan organisiert ein Treffen mit den Gesichtslosen. Ich habe mit Ulysses, Liam, Fibi - an Oskus Stelle und Sander gesprochen. Mit Jasper wollte ich eigentlich auch noch reden, aber ich weiß nicht wo er nun ist. Ich hoffe er konnte noch einige Antworten von Kenan bekommen.

      Micante - er hat diese Frau hier her gebracht. Lilly? Er kennt sie wohl von damals aber ich weiß trotzdem nicht genau was die beiden verbindet. Ich sollte keinen Grund haben eifersüchtig zu sein. Das ist dumm. Der Besuch heute war trotzdem ... unangenehm.

      Dann ist da noch das Gespräch mit Liam. Er ist so erwachsen geworden. Ich vertraue auf seine Worte und wenn es so weit ist, werde ich hinter ihm stehen. Auch wenn ich nicht mit allem was Kenan sagt einverstanden bin. Auch wenn ich nicht weiß ob ich IHM traue. Aber Liam hat mir etwas gesagt was mir wohl wieder etwas mehr Hoffnung gibt. Mit allem was vor sich geht, allem was möglicherweise vor uns steht ... vielleicht gibt es tatsächlich eine Möglochkeit es abzuwenden - oder zu überleben. Aber ich werde unmöglich alleine diesen Weg gehen können.

      Ich hoffe dieses Gespräch ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die anderen wollen in der Nähe sein. Wachen. Auch er. Ich überlege einfach nur mit Kenan darüber zu sprechen ... den Rest zu klären. Ich will nicht das es zu Zwischenfällen kommt. Ich werde einfach versuchen auf Kenan zu vertrauen. Ich kann nicht anders als abzuwarten ... aber wenn es so weit ist werde ich dieses Gespräch alleine führen. Ohne den anderen.
    • Je öfter ich mir das alles durch den Kopf gehen lasse, desto mehr glaube ich, dass ich das alles hätte früher erkennen sollen. So. Viel. Früher. Ich habe meine Aufzeichnungen hier vor mir liegen. Mutters Aufzeichnungen. Ich sehe sie mir an und frage mich, wie ich die ganze Zeit so blind sein konnte.

      Aber vielleicht war ich das auch nie. Vielleicht habe ich bewusst meine Augen vor all dem verschlossen. Nach leerer Glückseligkeit gesucht und gehofft, dies würde mich erfüllen. Selbst Ian konnte mir meine Augen nicht richtig öffnen. Nie habe ich verstanden. Nie wollte ich verstehen. Dabei habe ich doch tief in mir gespürt, dass Dinge geschehen. Unheilvolle Dinge.

      Ich hätte es spätestens dann sehen müssen, mir spätestens dann sorgen machen müssen, als die Manticore ohne eine Spur verschwanden. Die, die schon immer da waren. Die Trader, die Stummen, die Bestienmeister. Spätestens dann. Und ich weiß, ihr verschwinden beunruhigte mich tatsächlich. Für eine Weile. Bis ich mich abermals vom wesentlichen ablenken lies.

      Ich schätze, es war Zorn der mich vom rechten Weg abbrachte. Wut und Rache. Wegen Geschehnissen, die nur noch Vergangenheit sind. Eine Vergangenheit aus der ich hätte lernen sollen. Lernen. Anstatt mich von ihr verfolgen zu lassen.

      Also, schreibe ich es jetzt nieder. All die Zeichen, all die Fehler, all die Wiederholungen vor denen ich nur allzu bereit meine Augen verschlossen habe, um zu versuchen glücklich zu sein, wenn es mir ja doch nichts als Unglück brachte.

      Ich weiß nicht mehr ganz in welcher Reihenfolge alles geschah, und es wäre mir zu müßig jetzt jede Seite meiner Notizen zu durchsuchen, um alles chronologisch nieder zu schreiben:

      Das verschwinden der Manticore. Es war der Anfang. Vor so langer Zeit aber bereits da waren die Räder in Gang gesetzt. Räder die uns dem Abgrund, dem Ende näher bringen. Sie haben es gespürt. Gewusst. Da bin ich mir sicher.

      Chris und seine Gier nach … Macht. Heute denke ich anders über Chris. Ich halte ihn nicht für schwach und ich denke, wenn auch wir Highbloods ein wenig mehr wie Grace gewesen wären, und Worte statt Waffen hätten sprechen lassen, dann wäre diese Welt eine andere. Aber obwohl seine Ziele nobel waren, wich auch er vom rechten Pfad ab und zum Schluss wusste auch ich nicht mehr was richtig und was falsch ist. Es hätte keine Toten geben müssen. Ich hätte mir gewünscht seine Geschichte, und auch die Milans, hätten ein anderes Ende gefunden.

      Das Auftauchen der Gesichtslosen. Es ist ein alter Krieg der wohl nie sein Ende fand. Zumindest ist das meine Vermutung. Und wieder machen wir die selben Fehler wie damals. Aber ich habe zu spät Realisiert was geschieht. Zu spät. Vielleicht haben auch Marcus und Ian diese Fehler gemacht. Der Dschungel hätte nicht brennen müssen. Auf Aktion folgt Reaktion. Und wir sitzen in einem Kreis fest, den niemand durchbrechen kann. Wir haben diesen Ring selbst geschmiedet und sitzen nun darin fest.

      Marcus, Ian und Valeria. Ich habe damals schon erkannt das sie etwas besonderes sind. Ian. Vor allem Ian. Ich habe so viel Hoffnung in ihn gesetzt und ihm alles erzählt was ich über diese Welt wusste. Es hat sich gelohnt. Es schmerzt immer noch … zu wissen das er nicht mehr hier ist. Nicht zu wissen was genau dort oben an der Burg geschehen ist. Aber ich habe wirklich gehofft … geglaubt er könnte diese Welt verändern. Haben wir nicht auch mit Atal darüber gesprochen ? Der Cleanout … Gründe dafür. Gründe dafür das Ian und die anderen hier her kamen. Aufgaben. Ein Neuaufbau. Ein Neuanfang ohne Krieg. Wenn dies unsere Aufgabe war … wenn dies auch meine Aufgabe war … der Grund warum ich lebe. Dann habe ich versagt. Weil ich lieber meine Augen verschloss. Lieber in einer zu Staub zerfallenen Vergangenheit lebte, als meine Augen für das hier und jetzt zu öffnen.

      Ich Frage mich ob sie es wussten und was Sie an meiner stelle getan hätten. Niccolo und Alex. Diejenigen, die hätten das Rudel wieder aufbauen sollen. Niccolo meinte es doch … er will ein neues Rudel. Ohne den Fehlern die wir damals gemacht haben. Und doch wiederholten wir eben diese Fehler.

      Amandus und die anderen Tiere mit den Splittern. Sie wissen mehr als wir, da bin ich mir sicher. Aber selbst dann beneide ich sie nicht um dieses wissen. Ich wünschte manchmal nur wir Menschen würden ihnen etwas mehr ähneln.
      Liam meinte Kenan würde wohl viel mit diesen Tieren zu tun haben. Ich dachte mir das schon, sollte er sich tatsächlich so gut mit Jasuh verstehen wie er behauptet. Daher werde ich ihm vertrauen. Auch wenn ich nicht alle seiner Ansichten teile. Ist das auch ein Fehler ?

      Das Auftauchen von Wesen aus einer anderen Welt. Ein Phänomen welches mich an das erinnert, was meine Mutter mir einst schilderte. Das was in ihrem Buch steht, bevor die Welten verschmolzen. Vielleicht ist es also kein Cleanout, sondern etwas in dieser Richtung was uns bevorstehen könnte. Ein Gedanke, der mir beinahe noch mehr Angst bereitet. Der Gedanke meine Heimat zu verlieren und ohne Orientierung an einem fremden Ort neu anfangen zu müssen … ist es das, wie sich Lowbloods fühlen ? Der Gedanke ist erdrückend.
      Ich denke das ist noch nicht alles. Es fehlen Teile in diesem Puzzle. Nicht das offensichtliche oder vielleicht gerade das. Dieser Krieg der nur immer weiter durch Misstrauen und Hass und Angst geschürt wird, bis wir alle in den Flammen die wir gesäht haben verbrennen. Ich werde meine Dämonen besiegen. Mit Worten dieses Mal. Ich hoffe wirklich das Gespräch ist ein schritt in die richtige Richtung.

      Auch Liams Worten werde ich folgen und mir von all dem ein besseres Bild schaffen. Aber ich werde mir dabei nie die Frage stellen ob sie es wert sind. Diesen unterschied werde ich nicht machen. Kein falscher stolz mehr. Es sind Leben und jedes Einzelne ist es wert gerettet zu werden. In jedem von uns schlummert das Potential für gute und auch böse Taten. Das Potential den richtigen Weg einzuschlagen. Und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ich will diese Welt und diesen Leben eine Chance geben. Ich denke Ian wollte das auch. Ich werde sein Andenken nicht einfach so zu Staub und Asche zerfallen lassen.

      Jetzt brauche ich nur noch einen Plan. Und der muss verdammt gut sein.

      Danke … an alle die, die mir geholfen haben, meine Augen zu öffnen.
    • OOC Info: den Eintrag habe ich schon vor 2-3 Tagen oder so geschrieben, hatte aber noch keine Zeit das ganze hier rein zu kopieren.


      Es gibt Momente, da verliere ich beinahe die Hoffnung und glaube, das wir einen zweiten cleanout tatsächlich verdient haben. Und dann gibt es Momente, in denen ich hoffe das es noch nicht zu spät ist und wir alle nochmal die Kurve kriegen.

      So wie in dem Moment, als Fibi von diesem Plan erzählt hat. Einer Stadt. Einer neutralen Stadt. Ich weiß nicht was ich von dem Plan selbst halten soll. Ich werde sie zwar unterstützen - wohl hauptsächlich wenn es um das besorgen von Materialien geht, aber ansonsten lasse ich sie das in die Hand nehmen. Zumindest zeigt das ganze das sie sich wohl doch Gedanken machen und vielleicht ist das ebenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Wie gut das alles durchdacht ist und ob es nicht doch nur unter dem Deckmantel der Neutralität geschieht wird sich mit der Zeit zeigen. Ich habe das Gefühl die Wogen glätten sich.

      Kenan muss noch immer Kontakt mit den Gesichtslosen herstellen. Das heißt ich habe noch Zeit. Andererseits würde ich dieses Gespräch einfach gern hinter mich bringen. Geduld war noch nie meine Stärke und sie ist es wohl auch jetzt nicht.

      Ich weiß noch nicht ob Micante gefunden hat wonach er sucht. Ich warte auf seine Rückkehr und eine Antwort. Auch das lässt mich ungeduldig werden. Ich habe mich in so kurzer Zeit bereits an seine Anwesenheit hier gewöhnt. Ohne ihn ist es hier wieder so leer. Leer und langweilig. Ich brauche jemanden der mich von diesen verdammten Büchern und Texten ablenkt bevor ich mich wieder darin verliere auf der Suche nach weiteren Antworten auf meine Fragen, die sie mir wohl auch beim dritten Mal lesen nicht preisgeben werden.
    • Ich wache auf und denke zuerst dass das alles vielleicht nur ein dummer Traum ist. Würde es das in irgendeiner Weise besser machen ? Vielleicht. Aber jetzt müssen wir mit den Dingen nun einmal klar kommen wie sie sind. Ich dachte gerade würde Ruhe einkehren und wir sind auf einem guten Weg und dann geschieht soetwas. Als ob das Schicksal uns immer wieder vor weitere Prüfungen stellen will.

      Nash ist zurück. Und er ist so kurzsichtig wie eh und je. Wenn Armenis mir sagt ich soll die Vergangenheit ruhen lassen, dann hat Nash ein noch größeres Problem. Ich wünschte Ian wäre noch da. Ich bin mir sicher er könnte ihm die Augen öffnen. Doch nun da er fort ist hoffe ich auf Liam. Ich weiß das Liam mich unterstützt und ich werde auch ewig hinter ihm stehen. Er hat meine Achtung und meinen Respekt mehr verdient als Nash im Moment. Und dabei habe ich mich zunächst noch darüber gefreut das er zurück gekommen ist. Ich wollte das hier alles nie. Das war nie meine Aufgabe, nie das was ich tun sollte! Oder? … in seinen Augen habe ich wohl alles falsch gemacht, was ich hätte falsch machen können. Er kommt zurück und ich werfe ihm nicht vor das er nicht sieht. Ich werfe ihm nicht vor das er in einer anderen Welt war. Das es dumm war einen Splitter zu berühren. Das er nicht sieht! Aber ich befürchte es wird sich an der Situation nichts ändern. Ich würde ihm noch immer folgen. Aber nicht so. Nicht wie es jetzt ist. Wenn er lernt. Wenn er lernt und vor allem SIEHT. Er ist nicht mehr mein Alpha.

      Und trotzdem habe ich ihm nichts davon ins Gesicht gesagt. War selbst zu perplex von seinen Vorwürfen und Anschuldigungen und es ist doch immer die selbe Leier. Verrat. Verrat. VERRAT. Gibt es noch etwas anderes an das er denkt oder ist es nur das? Sind es nur diese Vorwürfe ? Vermutlich. Es verfolgt ihn mehr noch als mich der blutige Schnee verfolgt. Öffnet ihm die Augen verdammt! Auf meine Worte wird er nicht hören denn für ihn sind wir nur Verräter und weniger wert als der Dreck unter seinen Füßen. Er hätte bleiben können. Er hätte das hier alles haben können aber er ging. Und das bestätigt es nur.

      Armenis bleibt so verdammt gelassen. Bei allem was er tut. Ihn scheint das keineswegs zu beunruhigen und das irritiert mich umso mehr. Fühlt er sich denn kein bisschen gekränkt? Macht er sich denn keine sorgen? Aber vielleicht handelt auch er zum Trotz als er meinte er würde Ammaniez und Antonio beim Umzug in die Highlands helfen. Und das ich aus Trotz ebenso meine Hilfe anbot … nunja. Die Zeiten haben sich geändert. Das hier ist nicht mehr das Ragnarok das es einst war. Und Grenzen sind ohnehin sinnlos. Mein Gebiet - dein Gebiet. Das regt mich schon bei den Gesichtslosen so auf. Ich werde es ihnen sicher nicht gleich tun!

      Ich weiß noch nicht wie ich mit der Situation am besten umgehe … aber eines weiß ich: wir stehen hier nicht allein. Wir werden es nie wieder. Wir habe gelernt und selbst ich, die ich so lange weg war, hat hier Freunde. Verbündete. Nash wird mit den Lowbloods nicht sprechen. Er ist zu stolz dafür. Aber ich werde warten und abwarten zu wem er geht und wie er dann reagiert. Wird er dann endlich sehen ?


      //ooc: Formatierung folgt
    • Nicollo hat mir eine Nachricht überbracht. Ein Angebot. Ich habe abgelehnt und nun frage ich mich ob es das richtige war … nein. Nein ich darf mich das nicht fragen. Es war richtig. Wir wollten hier etwas neues schaffen. Ich will den Neulingen in dieser Welt helfen den richtigen Weg zu finden so wie andere mir halfen meinen zu finden.

      Ich werde nie wieder davon rennen. Exil? Kommt nicht in Frage. Vielleicht wäre ich seinen Forderungen sogar nachgekommen. Vielleicht hätte ich diesen Ort hier zu Asche werden lassen und wäre gegangen, wenn es wohl selbst ihm nichts mehr bedeutet. Aber ich werde Armenis nicht den Rücken kehren, denn es würde ebenso bedeuten das ich allen anderen die mir etwas bedeuten und die ich schätzen gelernt hätte den Rücken kehre. Alles wofür ich stehe, alles was ich tue !

      Ich will dieser Welt und allen die darin leben eine Chance geben. Ich will nicht das wieder alles zu Asche wird. Das wir die selben Fehler wiederholen. Ich werde nicht an Vergangenheit und Verrat festhalten. Ich werde nicht mehr Rache üben wollen. Das hat mich viel zu lange beherrscht, verfolgt. Aber ich bin mein eigener Herr! Und wie es Liam in seiner Nachricht erwähnte … so werde auch ich der Wanderer sein. Ich werde keine Waffen gegen meinen Bruder erheben.

      Ich brauche etwas zeit um nachzudenken. Meine nächsten Ziele festzulegen. Erst mit den anderen sprechen und dann weiter sehen … ich bin mir sicher das es einen gemeinsamen Weg gibt. Den richtigen Weg für uns alle. Wir müssen ihn nur finden
    • *Cara streift nachts in der Gegend um Antonios und Ammaniez Zuhause umher. Sie scheint zu warten, abermals. Sich umzusehen in der Hoffnung das Armenis oder Connor oder irgendwer auftaucht. Ihr Blick fällt auf ihre Rechte Hand und sie Flucht leise. Nach einiger Zeit scheint die aufzugeben, sucht sich einen ruhigen Platz am See und setzt sich um zu schreiben.*

      Es ist wohl nur den Umständen zu schulden das ich noch lebe. Als ich beim Anwesen ankam habe ich damit gerechnet Marcus dort zu treffen. Aber stattdessen traf ich auf Nicollo, Vaan und Ramona. Antonio ist gegangen und Vaan und Ramona folgten ihm zu seinem Anwesen. Ich habe wirklich mit meinem Tod gerechnet. Ich bin froh das er nicht eingetreten ist. Nach allem was Nicollo gesagt hat, all die Zweifel die er gesät hat … habe ich wirklich richtig gewählt?

      Sie alle sagen mir ich solle wählen wie mein Herz es mir sagt. Selbst Sander. Sander hat doch auch gewählt oder nicht ? Ich bin mir sicher er meinte mit den Worten Nicollo als er sagte ich sollte denen vertrauen die mein leben lang auf meiner Seite waren. Die mich nie verraten oder hintergangen haben. Dann habe ich wohl doch richtig gewählt.

      Marcus war … unverhofft mein Lebensretter. Ich dachte zuerst das es ebenfalls eskalieren würde sollten wir aufeinander treffen, aber ich weiß jetzt das ich falsch lag. Er ist ein Verbündeter. Er kennt Ian schon so lange und er denkt über die Sache genauso: Ian würde nie etwas tun um diese Welt zu gefährden. Er versucht sie zu retten. Es ist so … bitter. Zu wissen das sie eigentlich die selben Ziele verfolgen, aber wieder zwei Fronten entstehen. Und dieses Mal bin ich wohl wirklich machtlos. Worte bringen hier nichts aber ich werde mich weigern eine Waffe gegen die anderen zu richten.

      Verdammt ich muss unbedingt mit Armenis sprechen. Sollte mein Ende bevorstehen … dann nicht ohne ihn noch einmal gesehen zu haben.

      Als ich Marcus zu Ammaniez und Antonio brachte habe ich ihn bereits vorgewarnt. Was Vaan betrifft. Und das mit recht. Aber das alle anderen auch … selbst Ulysses …. Sander. Selbst nachdem Sander doch noch so mit Marcus gesprochen hat. Ich fasse es nicht. Marcus scheint jedoch erleichtert darüber. Erleichtert das sein stein jetzt nicht mehr in seinem Arm ist. Ich kann das nicht nachvollziehen. Liegt vielleicht aber in der Situation in welcher ich mich im Moment befinde …

      Ist es verwerflich sich zu wünschen, dass Nash hier nie mehr aufgetaucht wäre? Es wäre … friedlicher. Armenis und ich hätten einfach beim Anwesen bleiben können. Ich hätte nie diese Entscheidung Fällen müssen und wir hätten versuchen können zusammen einen Weg finden zu können um diese Welt zu retten. Vielleicht ist es nicht Technik die den Obelisken die Energie entzog … vielleicht versuchten die Menschen auch “Fallen” damit zu retten.

      Ich weiß das die Personen die ich gewählt habe in diesem letzten Jahr mehr für mich getan haben, als Nash es je tun könnte. Es war kein Fehler. Nein. Ian hat zugehört. Obwohl Marcus und ich auch nicht immer im reinen waren hat er mich nie eine verdammte Klippe runter getreten. Armenis hat mir geholfen zu verstehen … Jasuh zu verstehen ... Und Liam bemüht sich so sehr. Selbst Jasper, Ammaniez und Antonio. Nein. Nein ich gebe das nicht auf. Ich gebe Armenis nicht auf. Ich habe meine Entscheidung gefällt. Und es ist die richtige.

      *Entschlossen klappt sie das Buch zu, verstaut es in einer Tasche. Dann steht sie auf und beschließt sich abermals in der Gegend umzusehen.*
    • // ooc: auch hier kommt noch Formatierung sobald ich zeit habe. Der Tagebuch Eintrag gammelt jetzt schon viel zu lang in einer Doc rum und ist auch schon ein paar tage alt :D


      Gedanken …. Gedanken Gedanken Gedanken.
      Ich werde sie nicht los!? Was … was soll ich noch denken ?! Vermute ich richtig? Ich sehe es in ihren Augen, ich höre es wenn sie von ihm spricht. Ich spüre es in seinem Verhalten … und dann das was er letztens zu mir sagte.

      Hin und Her gerissen. Immer hin und her. Wie oft muss ich mir das noch durch den Kopf gehen lassen ?! Weiß ich überhaupt noch wer Freund oder Feind ist? Ich wollte nie alleine sein. Ich wollte das nie alleine durchziehen. Nie alleine das Omega-pack wieder aufbauen.

      Ich bin kein Anführer.

      Nash ist einer.

      Er ist wieder einer.

      Vielleicht ist er nicht derjenige der blind ist und ich war es tatsächlich. Habe meine Augen verschlossen. Ich hasse ihn nicht. Wie könnte ich ihn jemals hassen? Am Ende haben wir doch die gleichen Ziele.

      Jetzt bin ich wohl ohnehin an einem Punkt ohne Wiederkehr angelangt. Ich stehe wieder vor dem nichts. Habe mich im Kreis gedreht wie immer.

      War alles eine Lüge ? ALLES ?! Das gesamte letzte Jahr. Alles was ich getan habe war …

      … war für sie. Es sollte für Nash und Chaska sein und … wann habe ich mein Ziel nur so aus den Augen verloren? Das war nicht erst durch ihn oder ? Doch ? Aber davor ….

      Ich bin nur herum geirrt. Hab mich verlaufen. Ich könnte niemals jemanden führen weil ich den Weg selbst nicht kenne. Ich suche ihn nur. Immer und immer wieder und habe mich in diesem Labyrinth aus Möglichkeiten verirrt. Das hier ist NICHT meine Bestimmung …

      Was mache ich jetzt ? Sage ich es ihr? Verletze ich sie so? Gehe ich einfach? Sterbe ich einfach? Ich habe nicht einmal mehr Angst davor. Als wäre das alles ohnehin völlig egal. Belanglos.

      Ich werde mich nicht weiter verstecken. Das hätte ich nie tun sollen.

      Nein ich weiß was ich tue. Oder wo ich anfange. Er soll mich holen. Möge ich verdammt sein oder nicht. Er entscheidet.