Keyla

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    • Die letzten Minuten und Sekunden von Keyla


      Adrenalin durchflutete ihren Körper als sie ihren Vogel dazu anwies in einen Sturzflug in Richtung Meer überzugehen, während ihr Angreifer näherkam. Mit der Geschwindigkeit eines Pteranodons konnte sie nicht mithalten, das war ihr klar, aber dennoch wollte sie nicht aufgeben. Er war schuld daran, dass ihre Insel in Flammen aufgegangen war. Der Geruch von verbranntem Fleisch und Holz lag noch immer in der Luft und hatte bereits einen Giganotosaurus angelockt, der sich nun an den verkohlten Kadavern gütlich tat.

      Tränen sammelten sich in den Augen von Keyla, während sie Seraphim und auch Raven, ihre beiden Vögel, dazu antrieb nicht aufzugeben. Immer wieder versuchte sie den Wolf zu schnappen, ihn von seinem Saurier zu reissen und ihn genauso leiden zu lassen. Sie hatte ihm nie etwas getan… sie hatte es noch nicht einmal vorgehabt und dennoch beschuldigte er sie, dass sie für all das Elend verantwortlich war, welches ihm wiederfahren war. Keyla verstand es nicht… sie konnte seine Beweggründe und sein Handeln nicht nachvollziehen.

      Hass, Trauer, Wut, Angst… all diese Gefühle wechselten sich ab wie ein Sturm und liessen die junge Frau nicht mehr klar denken. Doch dann, der erste Fehler. Sie schaffte es denn Komplizen des Wolfs zu schnappen, wurde jedoch gezwungen ihn wieder loszulassen, als er wie ein Besessener auf Seraphim einschlug. Zwar versuchte sie ihn noch zu fangen, verlor dabei aber nur wenige Sekunden später selbst das Gleichgewicht.

      Sie rutschte vom Sattel ab und stürzte ins Wasser, aus welchem sie sich so schnell es nur ging wieder versuchte heraus zukämpfen. Doch noch ehe sie in der Lage war nach Seraphim zu rufen, wurde sie bereits von zwei Klauen gepackt und in die Höhe gerissen. Erst in diesem Moment sah Keyla den toten Körper von Raven, welcher langsam in Richtung Boden fiel. Sie schrie und versuchte sich aus den Klauen des Pteranodons zu befreien, was ihr schliesslich auch gelang.

      Mehrere Meter fiel sie in die Tiefe zurück ins Wasser, überlebte den Sturz aber, auch wenn der Aufprall auf die Wasseroberfläche ihr sämtliche Luft aus den Lungen presste. Hustend kämpfte sie sich abermals aus dem Wasser, nur um gleich darauf wieder geschnappt zu werden.

      Dieses Mal war ihre Gegenwehr nicht ganz so gross, auch wenn sie nicht vorhatte, aufzugeben. Als sie wieder festen Boden unter den Füssen spüren konnte, versuchte sie abermals zu kämpfen. Vergebens jedoch… Von Bolas gefesselt, knallte sie schlussendlich zu Boden, erschöpft und eigentlich am Ende ihrer Kräfte. Wunden, blaue Flecken und selbst Verbrennungen zierten bereits ihren Körper, während der Wolf sie einfach nur ansah.

      Keyla sah zu ihm auf und spuckte ihm direkt ins Gesicht. Nie zuvor hatte sie wirklich Hass für etwas oder jemanden empfunden, doch in diesem Augenblick, war ihr Hass so gross wie noch nie. Sie wünschte ihm wirklich alles Schlechte, was man einem Menschen nur wünschen konnte.

      Ein letztes Mal wuchs Panik in ihr, als er nach ihrem Arm griff und ein Messer zückte, um das Implantat zu entfernen. Er tat es alles andere als schnell. Langsam und genüsslich schnitt er den Stein aus ihrem Arm und genoss es sichtlich sie Wimmern zu hören. Obwohl Keyla versuchte sich zu wehren, ihn daran zu hindern, schaffte sie es nicht. Ihre Kraft reichte einfach nicht aus.

      Die Prozedur war schmerzhaft und liess sie immer wieder gequält aufschreien, bis er denn Stein schliesslich entfernt hatte. Sie wusste ihr Ende war nah… ohne den Stein würde sie nicht gerettet werden können… und das wurde sie auch nicht.

      Schlussendlich siegte jedoch nicht die Angst, sondern die Wut, welche sich in ihr angestaut hatte. Wenige Augenblicke vor ihrem Tod, sah Keyla noch ein letztes Mal hasserfüllt in das Gesicht des Blank Wolves. Ihm wünschend, dass er in der Hölle für immer schmoren würde.