Charlie Kaczmarek

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    • Charlie Kaczmarek

      Name
      Charlie Kaczmarek
      Spitzname
      Der Tierflüsterer
      Herkunft
      Deutschland / Nürnberg
      Alter
      28 Jahre
      Früherer Beruf
      Ehm. Tierpfleger im Tiergarten Nürnberg
      Besonderheit
      Ansatz grauer Haare a. d. Kopfseiten



      Wenn man seine Vorstellung beginnt, sollte man Herausstechen. Besonders sein. Ich finde nicht, dass ich besonders bin. Mir ist bewusst, dass ich kreativ sein kann und wohl auch recht intelligent bin, aber wie viele andere sind das auch? So kommen wir nicht weiter. Vielleicht erzähle ich, wie mich meine Kollegen beschrieben hätten.
      "Eigenbrötlerisch", sagen viele scherzhaft. Trubel ist nicht meins, man sieht mich auf keinen großen Partys und ich spreche nicht gerne vor einer Menge von Menchen. Achja, ich hinterfrage gern. Nach Schema F arbeite ich selten. Ich mag meinen eigenen Weg. Selbst eine Lösung finden. Wahrscheinlich ist es das, wieso sie mich so nennen.
      Es ist ja nicht so, als hätte ich keine Freunde gehabt. Es waren nur nie sehr viele. Das stelle ich mir auch zu anstrengend vor. Ständig klingelt das Handy, ein neuer Anruf, eine neue Nachricht. Schließlich möchte ich auch Mal meine Ruhe haben, auch wenn ich durchaus gerne etwas unternehme. Ich bin beispielsweise gern draußen. Zelten oder wandern. Das mache ich dann wiederum nicht gern allein.
      Man sagt mir auch sehr oft, ich sei sozial. Wobei dies nicht beim Menschen aufhört. Ich respektiere das Leben. Egal wem es gehört, ob Mensch, Tier oder Pflanze. Und ich habe meinen Beruf sehr gerne ausgelebt. Ich kann gut nachvollziehen, wie sich Mensch und Tier fühlen, zumindest häufig. Empathie nennt man das. Ich beobachte gerne und viel und handele vorsichtig, las damals auch viele Bücher. Dadurch konnte ich von allen bisher immer am zuverlässigsten sagen, was gerade mit dem Tier los ist. Den "Tierflüsterer", nannten sie mich, häufig mit einem Schmunzeln im Gesicht. Doch ich glaube, sie sahen in dem Namen einen Funken Wahrheit. Schließlich reagieren die Tiere auf mich am entspanntesten, zumindest meistens.
      Dabei ist das doch kein Hexenwerk. Ich weiß von einer Freundin, die Erzieherin ist, dass sie durch viele Beobachtungsverfahren und Fachwissen die Kinder viel besser nachvollziehen können. Für manche Erwachsene ist die Lebenswelt des Kindes bereits ein Mysterium. Mit den Tieren ist es ähnlich. Darum habe ich mir ihre Herangehensweise zu Herzen genommen.
      Auch meine Vergangenheit ist nicht wirklich spannend, finde ich. Mein Vater arbeitet ist Apotheker in der Stadt, meine Mutter arbeitete bis vor wenigen Jahren als Sekretärin beim Bürgeramt. Beide haben ihre Arbeit gern "mit nach Hause" gebracht und ich glaube, das hat auf mich abgefärbt. Ich bin durchaus ordentlich und habe ein wenig Ahnung von Chemie und Medizin. Wobei ich mir meist nur das behalten habe, was für meinen Beruf relevant war. Mir war schon als Kind klar, dass ich was mit Tieren machen wollte. Sehr zum Ärger meines Vaters, der mich lieber in der Medizin gesehen hätte. Es hat lange gedauert, ihn davon zu überzeugen. Selbst auf den Kompromiss, ein Tierarzt zu werden, wollte ich mich dann auch nicht mehr einlassen, ich konnte diese Einflussnahme nicht mehr ertragen. Ich wollte selbst entscheiden. Also bin ich Tierpfleger geworden. Vielleicht gehe ich deshalb gerne meinen eigenen Weg und lasse mir ungern was sagen?

      Wie ich hierher gekommen bin? Oh, das weiß ich nicht. Ich befand mich noch auf der Arbeit. Wir hatten den gelben Mittelmeerskorpion als Leihgabe seit einigen Wochen bei uns. Eine Kollegin sollte die Fütterung übernehmen, war deswegen allerdings nicht begeistert. Können Sie sich vorstellen, eine Tierpflegerin mit Angst vor Gliederfüßlern? Es gibt wohl nichts, was es nicht gibt. Sie kam (nicht sehr freundlich) auf mich zu, ich müsse das machen, ich könne das ja besser. Mein erstes "Nein" akzeptierte sie nicht und mich ärgerte ihr Verhalten. Ich lasse mir nicht gern was vorschreiben. Aber war es wirklich sinnvoll, diese Person, so in Aufregung, an einen der giftigsten Skorpione zu lassen? Zumindest dem Tier zuliebe, ließ ich meine aktuelle Aufgabe liegen und folgte ihr. Innerlich war ich dennoch sehr angespannt. Als wäre das noch nicht genug, so quatschte sie mir bei gefühlt jedem Handgriff rein, als wüsste sie es besser. Ich wurde langsam sauer, versuchte es mir aber nicht anmerken zu lassen. Normalerweise benutze ich keine Zange, um das Tier auf Abstand zu halten, doch sie bestand darauf. Vielleicht hat gerade das das Tier provoziert, ich weiß es nicht. Jedenfalls dachte ich, alles sei in Ordnung. Wie gesagt, meistens liege ich da auch richtig. Als jedoch in dieser Phase meine Kollegin abermals energisch Kritik äußerte, konnte ich mich wirklich nicht mehr zusammenreißen. Ich blickte zu ihr und nicht mehr zum Tier, wollte gerade meinen Unmut ausdrücken, als sie die Augen aufreißt und ich einen Stich in der Hand verspüre. Ich setzte mich hin, sie leistete erste Hilfe. Bald traf der Arzt ein. An mir wurde gearbeitet. Alles wurde Ruhiger. Mein Herzklopfen dafür immer lauter. Bald glaubte ich, es immer unregelmäßiger Klopfen zu hören. Es wurde dunkler. Wurde es Nacht? Ich sah nichts mehr. Bis es plötzlich heller wurde. Blendend hell. Konturen des Sandes wurden erkennbar. Und da lag ich am Strand. Mit diesem Implantat im Arm. Zuerst dachte ich, das sei neue Medizin gegen das Gift und darum würde ich noch leben, schließlich war das Implantat am selben Arm. Doch warum bin ich hier? Und ist das dort drüben wirklich ein Vogel ohne Federn? Warum erinnert er mich an einen Dinosaurier?

      Was macht mich aus:

      Der Tierflüsterer (Je besser und länger ich mich auf meine Arbeit mit dem Tier konzentrieren kann, desto zuverlässiger kann ich es nachvollziehen. Normalerweise.)

      Lebensbejahend (Ich tue alles, um mein Leben und das anderer, auch das von Tieren und Pflanzen, zu schützen und zu verschönern und würde nur als letztes Mittel zur Gewalt greifen)

      Eigenbrötler (Ich gehe meinen Weg. Auch wenn es bedeutet, dafür Konflikte in Kauf zu nehmen.)