Die Aufzeichnungen des Tholan Dreamos

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    • Das ist es nun also. Mein neues Leben...
      Gestrandet auf einer Insel, einem Planeten, einer Welt, wie auch immer man es nennen will.
      Gestrandet auf Ragnarok.
      Gefangen auf Ragnarok.

      Gefangen von Wesen, die wohl nichts besseres zu tun haben, als uns hier um unser Überleben kämpfen zu lassen.
      (Vorerst) ohne Hoffnung auf ein Entkommen.
      So wurde es mir zumindest zugetragen.
      Ich denke, ich habe mich langsam damit abgefunden. Damit abgefunden, hier zu leben.
      Zwar bin ich erst wenige Tage hier, doch diese Welt zieht einen in seinen Bann.
      Die Natur ist atemberaubend und ganz anders, als ich es gewohnt bin.
      Es gibt unglaubliche Wesen, die hier leben. Gefährliche, aber auch freundliche, aber definitiv sind alle extrem faszinierend.

      Trotzdem frage ich mich, was nur mit mir passiert sein muss, dass ich jetzt hier bin. Eine Frage, auf die ich trotz aller Überlegungen keine Antwort finde.
      Bereits seit einiger Zeit zerbreche mir den Kopf über alles, was geschehen sein mag, über all das was noch passieren wird...

      Ich bin aufgewacht, fast nackt im Sand. Mein Kopf brummte, meine Glieder waren schwer.
      Direkt rannten riesige Katzen und andere Tiere um mich herum, wirbelten Unmengen an Staub auf und die Hitze wirkte so unfassbar drückend auf mich.
      Mir wurde schwindelig.
      Ich ließ mich in den Sand zurückfallen und blickte in den strahlenden Sonnenschein.
      Nach einiger Zeit rappelte ich mich auf, wanderte über die Insel und fand schließlich Anzeichen von Zivilisation.
      Mittlerweile weiß ich: Ja, hier gibt es tatsächlich andere Menschen.



      Ein netter, wenn auch ziemlich abgebrühter, Kerl namens "Ian" erklärte mir einiges, gab mir Klamotten und nahm mich erstmal bei sich auf.
      Er war freundlich und hilfsbereit, aber ich glaube er konnte sich trotzdem besseres ausdenken, als auf einen Frischling aufzupassen.
      Seine Freundin, zumindest nehme ich das von der Weise, wie sie miteinander umgegangen sind mal an, war sehr wortkarg. Sie - sie heißt übrigens "Hope" - schien nicht sonderlich begeistert davon, dass ich da war.
      Zwar irgendwo verständlich, trotzdem hat mich der Kontrast zwischen den beiden und ihr Verhalten stark verwundert und etwas verunsichert.
      Viel geredet habe ich mit ihr daraufhin aber auch nicht mehr.
      Viel wichtiger war es für mich erstmal über das nachzudenken, was mir Ian vorher alles gesagt hatte.
      Ist ja auch nicht gerade "leichte Kost", das Ganze.
      Ein ursprünglicher Amerikaner namens "Ulysses" ergänzte die Informationen, die Ian mir gegeben hatte, noch, als ich ihn einen Tag später kennenlernte.
      Er war sehr nett und auch er half mir.

      Fakt ist nur, dass ich Ian und Hope definitiv sehr dankbar für die Hilfe bin, die die beiden mir mit meinem kleinen Zimmer, weit oben in ihrer Behausung, der Nahrung und so weiter entgegenbringen..
      Ich möchte den beiden aber keinesfalls zur Last fallen, immerhin scheinen sie genug andere Sorgen zu haben...
      Demnach werde ich wohl versuchen mich bald selber irgendwo niederzulassen...



      Ich blicke in die Ferne.
      Es war immer mein Traum zu reisen. Meinen Traum von einem Leben in der Natur und mit Tieren hatte ich mir ja eigentlich bereits auf der Erde erfüllt.
      Diese Insel ist sicherlich nicht das Paradies, ich dachte anfangs eher darüber nach, ob dieses Leben hier eine Strafe sein soll.
      Aber dieses Leben hier ist auch nicht schlecht. Ich liebe die Natur, ich liebe die Tiere und ich finde es spannend neue Leute kennen zu lernen.
      Vielleicht sollte ich das Beste aus meinem Leben hier machen - Hat es doch irgendwie Ähnlichkeit mit meinen tiefsten Träumen.
      Mal abgesehen von den fast alltäglichen Blessuren, die mir einige der Tiere zufügen.

      Ich sehe mein neues Leben hier ab jetzt als Herausforderung.
      Praktisch als eine "Reise".
      Eine Reise für mich, eine Entwicklung für mich, eine Aufgabe für mich.
      Ich habe mein Leben hier akzeptiert. Und ich werde das Beste daraus machen.

      Wer weiß, vielleicht finde ich, vielleicht finden wir, eines Tages einen Weg von diesem Planeten wegzukommen.
      Selbst wenn, es bleibt die Frage, ob wir das dann noch wollen werden...

      Wie auch immer, unser Leben wird nach Ragnarok nie mehr dasselbe sein.
      So viel ist sicher.



      gez.

      Tholan Dreamos